Navigation über die Inhaltsbereiche dieser Seite

Der Hauptinhaltsbereich - hier finden Sie Artikel zum Thema Aktuelles

16.05.2017

Das Tandemprojekt „TWOgether“ rückt falsche Bilder in den Köpfen zurecht

Die Stadt Osnabrück möchte nicht auf das Können und Wissen von Zugewanderten verzichten – das gilt für die Auszubildenden und auch für die Führungskräfte. Wenn da nicht die (nicht immer richtigen) Bilder im Kopf wären. Das Tandemprojekt „TWOgether“ soll diese Bilder zurechtrücken.

2017 03 27 TWOgether SilkeBrickwedde.
(2017 03 27 TWOgether SilkeBrickwedde) Die beiden Tandems (von links) Güzüde Önder und Helma Pötter sowie Elke Kölpin und Süleyman Güven haben sich durch das Projekt „TWOgether“ besser kennengelernt und weitere interkulturelle Kompetenzen erlangt.

Für manchen Schulabgänger mit türkischen Wurzeln kommt ein Job in der Stadtverwaltung nicht in Frage, weil er sich darunter staubtrockene Paragrafenreiterei und unsympathische deutsche Gründlichkeit vorstellt. Die Mitarbeiter und vor allem Mitarbeiterinnen in den Fachbereichen wiederum haben wenig Lust auf einen Kollegen, der tagtäglich den südländischen Macho heraushängen lässt. Soweit das Klischee.

Was dagegen hilft ist „interkulturelle Kompetenz“. Oder anders gesagt: in diesem Fall mit Menschen umzugehen, die einen anderen Hintergrund haben als ich selbst. TWOgether ist ein interkulturelles Tandemprogramm, bei dem zwei Partner voneinander lernen. 36 Tandems gab es bisher, ein Partner hat deutsche Wurzeln, der andere nicht. Rund 300 Kolleginnen und Kollegen, die bei der Stadt Osnabrück arbeiten, haben eine Zuwanderungsgeschichte – Australier sind dabei, Thailänder und Moldavier, aber natürlich auch viele Türken, Russen und Polen.

Zwei dieser Tandems bestehen aus Elke Kölpin und Süleyman Güven sowie Helma Pötter und Güzüde Önder. Personalentwicklung trifft auf Führerscheinstelle, Stadtplanung auf Familienbegleitung. Das Programm hat die beiden Paare zusammengebracht: Aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für den gleichen Arbeitgeber in unterschiedlichen Gebieten tätig sind, sind gute Kolleginnen und Kollegen geworden, die sich mögen und sich helfen.

„Dass wir uns über das Programm kennengelernt haben, ist ein Glücksfall“, finden Helma Pötter und Güzüde Önder. Fachlich haben die beiden nichts miteinander zu tun. Helma Pötter ist Stadtplanerin und Güzüde Önder Familienbegleiterin und Verwaltungskraft. Ihre Verbindung: Helma Pötter arbeitet an dem integrierten Stadtentwicklungskonzept Schinkel. Dafür lud sie die Leiterinnen der städtischen Kitas und Frauen mit Migrationshintergrund zu einer Gesprächsrunde in das Dominikanerkloster ein. Güzüde Önder war mit dabei. Sie ist fest im Schinkel verwurzelt, wo sie lebt und arbeitet. „Ich habe vieles, was mir Güzüde erzählt hat, geahnt, aber nicht gewusst. Zum Beispiel, wie wichtig ein Ort ist, an dem sich Menschen mit türkischen Wurzeln bei jedem Wetter treffen können.“

Güzüde Önder ist froh, dass sie sich Rat bei Helma Pötter holen kann. „Bevor ich bei der Stadt als Verwaltungskraft angefangen habe, hatte ich beruflich mit Kollegen und Eltern mit Migrationshintergrund zu tun. Ich hatte vergessen, wie es ist, mit Deutschen zu arbeiten.“ Mit südländischen Kollegen rede man einfach anders als mit den deutschen Kollegen, findet sie.

Elke Kölpin und Süleyman Güven sind wie Helma Pötter und Güzüde Önder zwei, die gut zusammenpassen. Güven arbeitet in der Führerscheinstelle und bearbeitet dort unter anderem die Entziehung der Fahrerlaubnisse. Elke Kölpin ist als Fachdienstleiterin für die Personalentwicklung und im Schwerpunkt für die Aus- und Weiterbildung zuständig. „Ohne das Programm hätten wir wenig Berührungspunkte“, sind sich die beiden einig. „Wir mussten uns richtig kennenlernen und daraus hat sich eine gegenseitige Sympathie entwickelt.“

Süleyman Güven sieht „TWOgether“ als Entwicklungsmöglichkeit. „Ich interessiere mich für die Arbeit der Führungskräfte und habe auch selbst große Lust, Menschen zu führen.“ Bei Elke Kölpin sah er genau zu, wie sie größere Veranstaltungen organisiert und erhielt Einblicke in das Neueste aus der Personalentwicklung. Elke Kölpin wiederum weiß die Unterstützung von Süleyman Güven bei einem anderen Projekt zu schätzen. Dabei sollen junge Flüchtlinge integriert werden, die eine Ausbildung oder ein Studium bei der Stadt beginnen wollen. „Ich freue mich auf Anregungen und Ideen von Süleyman.“

Bei Helma Pötter und Güzüde Önder geht das Projekt demnächst auch nach Feierabend weiter. „Wir werden uns gegenseitig bekochen“, sagen sie. „Ich mache Rouladen und bei Güzüde gibt es Börek“, verrät Helma Pötter. „Ist beides gerollt, manches liegt eben doch nicht so weit auseinander.“



www.osnabrueck.de

Datenschutz | Impressum | Urheberrechte © 1996-2017: Stadt Osnabrück | Tel: 0541 323-0

zum Seitenanfang mit der Seitenbereichsnavigation springen