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29.09.2017

Angestellte der Stadt Osnabrück spendet französischer Leukämie-Patientin Knochenmark

Vom Oberbürgermeister gibt es als Dank eine Einladung zum Basketball

Jamie Herrschaft ist wahrscheinlich eine Lebensretterin. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ist seiner Mitarbeiterin dankbar, dass sie Knochenmark gespendet hat, um damit einer an Leukämie erkrankten Französin zu helfen. Immerhin ist diese Spende für eine Unbekannte mit einer Operation verbunden.

Jamie Herrschaft DKMS Silke Brickwedde 2.
(Jamie Herrschaft DKMS Silke Brickwedde 2) Jamie Herrschaft hat mit einer Knochenmarkspende einer 62 Jahre alten Französin geholfen, die an Blutkrebs erkrankt ist. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert dankt seiner Mitarbeiterin mit einem Blumenstrauß und einer Einladung zu einem Basketballspiel. Foto: Stadt Osnabrück, Silke Brickwedde

Jamie Herrschaft arbeitet bei der Stadt Osnabrück in der Ausländerbehörde. Die heute 22-Jährige hat mit 16 Jahren beim Pfarrfest in Sutthausen an einer Aktion der DKMS (ehemals Deutschen Knochenmarkspender Datei) teilgenommen. „Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein“ heißt die Aktion, die für den Spender genauso einfach ist, wie es sich anhört. Wattestäbchen in den Mund, Personalien aufschreiben, fertig. „Mein Vater ist seit acht Jahren typisiert, da ist nie etwas passiert“, erinnert sich Jamie Herrschaft. Bei ihr ist es jedoch anders. „Ich bin vor ein paar Jahren schon einmal angeschrieben worden, doch dann passte es doch wohl nicht.“ Doch im vergangenen Oktober wurde es ernst.

Die DKMS meldete sich wieder bei der damals 21-Jährigen. Es folgten ein paar Tests und dann kam im Dezember der entscheidende Anruf. Mit einer Knochenmarkspende könnte sie unter Umständen das Leben eines Menschen retten. „Was mache ich denn jetzt?“, fragte sich die junge Frau im ersten Augenblick. „Aber eigentlich war ich glücklich darüber, jemandem helfen zu können.“

Dabei hat Jamie Herrschaft eigentlich Angst vor Operationen, leicht und locker nahm sie die Sache nicht. „Meine Mutter hat mir nicht abgeraten, aber doch gesagt, es wäre immerhin eine OP, die wie alle Eingriffe eben auch mit Risiken verbunden ist.“ Das hatte Jamie Herrschaft zwar im Hinterkopf, abbringen ließ sie sich trotzdem nicht. „Warum sollte ich nicht jemand anderem die Chance geben, zu leben?“

Fünf Tage wurde Jamie Herrschaft krankgeschrieben. Für die Knochenmarkspende fuhr sie im Februar nach Köln. Jetzt hat sie zwei kleine Narben auf dem unteren Rücken – etwa so groß wie Mückenstiche. „Der Eingriff und die Schmerzen danach waren unangenehm, aber nicht unerträglich. Ich hatte Rückenschmerzen wie bei einem extremen Muskelkater, und ich war sehr müde.“ Immerhin wurden 1000 Milliliter Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ist stolz auf seine Mitarbeiterin. „Sie sind ein Vorbild.“ Für ihre selbstlose Tat gab es nicht nur einen Blumenstrauß. Jamie Herrschaft spielt selbst Basketball und der Oberbürgermeister schaut gern bei Basketballspielen zu. „Ich lade Sie und vier Ihrer Kollegen zu einem Basketballspiel ein und komme auch gern mit.“ Am 8. Oktober geht es gemeinsam zum Heimspiel der GiroLive Panthers gegen Eintracht Braunschweig.

Eines möchte Jamie Herrschaft übrigens nicht wissen: Wie es der 62 Jahre alten Französin geht, die ihr Knochenmark erhalten hat. „Es wäre für mich ein absoluter Tiefschlag, wenn ich erfahren müsste, dass sie es nicht geschafft hat.“



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