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22.02.2008

1889: Osnabrücker Bürger wollen endlich eine feste Brücke an der Neuen Mühle!

Der unmittelbar bevorstehende Bau des neuen Hauptbahnhofes erfordert einen leichten Zugang von der Neustadt her. Deshalb fordern 1922 Bürger mit ihrer Unterschrift den "wohllöblichen Magistrat" zum Handeln auf.

Osnabrück, 12. Febr. [Zwecks Anlegung einer festen Brücke bei der Neuenmühle]

ist heute folgende, 1922 Unterschriften tragende Vorstellung an den Magistrat abgesandt worden:

Wohllöblichem Magistrate
erlauben sich die Unterzeichneten nachstehendes Gesuch ergebenst zu unterbreiten.
Nach dem Beschluß der städtischen Collegien vom 22. Januar 1889 soll in diesem Jahre eine feste Brücke über die Hase am Hasethor, im nächsten Jahre dagegen erst eine solch an der Neuenmühle gebaut werden. Wir erlauben uns diesem Beschlusse gegenüber darauf aufmerksam zu machen, daß die sofortige Inangriffnahme der Brücke bei der Neuenmühle das Richtigere zu sein scheint, und diese Ansicht kurz zu begründen, wie folgt:
Zunächst ist der Neubau an der Neuenmühle wegen der Baufälligkeit und wegen einer die Passage hindernden und gefährdenden Beschäftigung der Gerberei eine Nothwendigkeit. Das ist auch vom Magistrate anerkannt. Es erscheint uns aber auch als eine Nothwendigkeit, den fraglichen Neubau s c h n e l l herzustellen. Schon jetzt ist der Verkehr, der über diese Brücke geht, ein ganz bedeutender zu nennen, denn einerseits ist die Arbeiterbevölkerung, die auf dem Stahlwerke wie in den Werkstätten des Bahnhofes, bei C. H. Hammersen sowie an dem Bau des Central-Bahnhofes Beschäftigung findet und größtentheils auf der Neustadt wohnt, und die ein Interesse daran hat, möglichst schnell vom Hause zur Arbeit und von der Arbeit nach Hause zu kommen, eben dieses Interesses wegen in erster Linie auf den Uebergang an der Neuenmühle angewiesen. Sodann aber auch hat die königliche Eisenbahn-Verwaltung in anerkennenswerther Fürsorge für das auf der Neustadt wohnende und zum Bahnhof wollende Publikum den Zugang von dieser Seite des Bahnhofes freigegeben. Nun ist aber besonders der Wagen-Verkehr durch polizeiliche Vorschriften fast ganz aufgehoben, der Bau des Central-Bahnhofes wird die Herstellung der Brücke zu einer Nothwendigkeit machen, da voraussichtlich ein großer Theil der Baumaterialien, Steine und Kalk von der Neustadt beschafft werden müssen.
Wir dürfen deshalb wohl auf ein Entgegenkommen von Seiten der städtischen Verwaltung hoffen, um so mehr, als seit langen Jahren immer gesagt ist, daß man mit dem Brückenbau warten müsse, bis die Bahnhofsfrage gelöst sei, und jetzt, wo das geschehen ist, und mit den arbeiten am Central-Bahnhof im Frühjahre schon begonnen werden soll, die Frage dieses Brückenbaues eine dringende geworden ist.
Dem gegenüber erscheint uns der Brückenbau am Hasethore nicht als ein so dringlicher, denn dort sind zwei Brücken vorhanden.
Unter solchen Umständen erlauben wir uns, an Wohllöblichen Magistrat die Bitte zu richten, diese Angelegenheit noch einmal in wohlwollende Erwägung ziehen und unsern Wunsch, den Brückenbau an der Neuenmühle vornehmen zu lassen berücksichtigen zu wollen, und verharren in der Hoffnung, daß unsere Bitte erfüllt werde.
Wohllöblichen Magistrats
gehorsamste x.

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