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08.10.2020

Fachstelle Wohnraumsicherung und Prävention bewahrt Menschen davor, ihre Wohnung zu verlieren

Seit diesem Monat gibt es zunächst befristet für zwei Jahre bei der Stadt Osnabrück die Fachstelle Wohnraumsicherung und Prävention. Ziel der Stelle ist es, zu verhindern, dass Menschen ihre Wohnungen verlieren. Das soll durch Prävention und eine enge Kooperation mit anderen Stellen gelingen.

2020 10 08 Fachstelle Wohnraum.
(2020 10 08 Fachstelle Wohnraum) Von links: Sozialvorstand Katharina Pötter, Sigrid Beermann-Stöveken, Leiterin des Fachdienstes Sozialer Dienst, und Catja Quilitz von der Fachstelle Wohnraumsicherung und Prävention sind davon überzeugt, dass die neue Fachstelle vielen Menschen helfen kann. Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

„Wohnungslosigkeit stellt eine besondere Form der Armut und sozialer Ausgrenzung dar“, sagt Katharina Pötter, Sozialvorstand der Stadt. „Eine Wohnung zu haben gehört zu den elementarsten Grundbedürfnissen von Menschen.“ Droht einem Menschen der Verlust der eigenen Wohnung, ist ab sofort die Fachstelle gefragt. „Wir möchten als Ansprechpartner für Mieterinnen und Mieter, die Wohnungswirtschaft, Wohnungsbaugesellschaften und private Vermieter dienen“, sagt Sigrid Beermann-Stöveken, Leiterin des Fachdienstes Sozialer Dienst bei der Stadt Osnabrück. Wichtig ist, dass die Stelle frühzeitig von drohendem Wohnraumverlust erfährt und noch reagieren kann, bevor ein Mensch seine Wohnung verlassen muss. „Wenn erst eine Räumungsklage läuft, ist es in der Regel zu spät“, so Beermann-Stöveken.

Ansprechpartnerinnen bei der Fachstelle sind die Sozialarbeiterin Catja Quilitz und Nina Lade. Sie möchten vermitteln, Konflikte klären oder Menschen an Kooperationspartner weiterleiten. Die Lösungswege sind so vielfältig wie die Schwierigkeiten, in die Mieterinnen und Mieter geraten können. „Wohnungslosigkeit kann schon durch ganz banale Herausforderungen entstehen, wenn es beispielsweise ein älterer Mieter bei einem Vermieterwechsel versäumt, die Kontodaten des neuen Vermieters zur Überweisung zu nutzen“, sagt Beermann-Stöveken. Liegen dagegen Suchterkrankungen oder psychische Beeinträchtigungen vor, benötigen Mieter oft längerfristig Unterstützung. „In solchen Fällen werden wir Kooperationspartner wie die Wohnungslosenhilfe, Schuldner- oder Suchtberatung hinzuziehen und gemeinsam Lösungen erarbeiten.“

Um überhaupt reagieren zu können, baut die Fachstelle darüber hinaus ein Frühwarnsystem auf. So soll ein Netzwerk aus Partnern wie dem Jobcenter, Gerichten und sozialen Einrichtungen die Fachstelle bereits einschalten, wenn sie bei Menschen erste Tendenzen wahrnehmen, die sie in die Wohnungslosigkeit führen könnten. Insbesondere wenn sich Mietschulden anhäufen, ist Eile geboten. „80 Prozent der Kündigungen betreffen säumige Mieter“, erklärt Beermann-Stöveken.

Dass Vermieter künftig nicht sofort zum Mittel der Kündigung greifen, wenn die Überweisung der Mieten ausbleibt, sondern sich an die Fachstelle Wohnraumsicherung und Prävention wenden, hofft Katharina Pötter. „Die Stadt Osnabrück setzt sich dafür ein, gemeinsame Lösungen zu erarbeiten, von denen letztlich alle Beteiligten profitieren.“ Die Rolle der Stadt als Vermittlerin und Ansprechpartner kann darüber hinaus bewirken, dass bei Vermietern die Bereitschaft wächst, auch an Menschen zu vermieten, die es sonst schwer haben, eine Wohnung zu bekommen. „Das Wissen, dass die Stadt bei Problemen vermittelt, ist dafür sicherlich ein positiver Anreiz“, erwartet Beermann-Stöveken.

Die Kosten von 240.000 Euro für das zunächst auf zwei Jahre befristete Modellprojekt für Niedersachsen teilt sich die Stadt Osnabrück mit dem Land Niedersachsen. Zu erreichen ist die Fachstelle telefonisch unter 0541 323 3520 und 323 3521 oder per E-Mail an kfwp(at)osnabrueck.de.

Hintergrundinformationen:

Anzahl Zwangsräumungen wegen nicht gezahlter Mieten:

2017: 124
2018: 144
2019: 138

Zwangsräumungen aus anderen Gründen wie beispielsweise Eigenbedarf sind darin nicht vertreten und werden statistisch nicht erfasst.

Mietschuldenübernahmen durch die Stadt Osnabrück:

2018 wurden 142 Anträge gestellt, von denen die Stadt 57 übernommen hat.
2019 wurden 177 Anträge gestellt, von denen die Stadt 75 übernommen hat.


www.osnabrueck.de

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