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21.08.2020

COVID-19: Empfehlungen für „Mobile Retter“ in der Region Osnabrück werden angepasst

Im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstandes zählt jede Minute. Um eine schnelle Hilfe zu ermöglichen, haben Landkreis und Stadt Osnabrück im September 2017 das Projekt „Mobile Retter“ gestartet. Doch auch in diesem Bereich müssen den Veränderungen durch Corona Rechnung getragen werden. Aufgrund der Pandemie wurden die Leitlinien zur sogenannten kardiopulmonalen Reanimation auf internationaler Ebene zum Schutz aller Beteiligten überarbeitet.

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(DSC 2476) Die Mobilen Retter in der Region erhalten einen wiederverwendbaren Mund-Nasen-Schutz. Diesen präsentieren (von links) Ansgar Pohlmann (Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte), Andreas Mennewisch (Ärztlicher Leiter Rettungsdienst Landkreis Osnabrück), Robert Fortmann (Mobiler Retter), Volker Trunt (Vorstand Rettungsleitstelle) und Julia Heyer (Projektleitung). Foto: Landkreis Osnabrück, Henning Müller-Detert

Wie sehen die Neuerungen aus? Mittlerweile wird empfohlen, dass die Helfer auf die Mund-zu-Mund-Beatmung verzichten und sich auf die Herzdruckmassage beschränken. Zusätzlich sollten Mund und Nase des Patienten abgedeckt werden. Außerdem empfehlen die Projektverantwortlichen, dass der Ersthelfer selbst eine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Um die Mobilen Retter während eines Einsatzes zu unterstützen, wird nun jeder Retter mit einem wiederverwendbaren Mund-Nasen-Schutz im Mobilen Retter-Design ausgestattet. Dieser kann selbstverständlich auch im Alltag verwendet werden.

Die Mobilen Retter haben sich zu einem wichtigen Baustein bei der Rettung von Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand erwiesen. Seit Systemstart im September 2017 wurden fast 1.200 aktive Mobile Retter erfasst. Seit Projektstart wurden sie fast 1.350 Mal alarmiert und führten dabei in fast 700 Einsätzen Wiederbelebungsmaßnahmen durch.

Allein in Deutschland erleiden jährlich mehr als 50.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand. Lediglich zehn Prozent der Betroffenen überleben ihn, da Wiederbelebungsmaßnahmen zu spät durchgeführt werden. Bereits nach nur drei bis fünf Minuten wird das menschliche Gehirn irreparabel geschädigt. Der Rettungsdienst benötigt in Deutschland jedoch durchschnittlich acht Minuten bis zum Eintreffen beim Patienten. Nach Einschätzung des Deutschen Rates für Wiederbelebung (German Resuscitation Council, kurz GRC) könnten jedes Jahr etwa 10.000 Menschen zusätzlich gerettet werden, wenn unmittelbar mit einer Herzdruckmassage begonnen würde. Hier kommen die „Mobilen Retter“ ins Spiel. Sie werden, wenn sie sich maximal sechs Minuten fußläufig entfernt vom Patienten befinden, per App zusätzlich zum professionellen Rettungsdienst zu Herz-Kreislauf-Stillständen alarmiert und können im Idealfall schnell eingreifen. Die bisherige Datenauswertung zeigt, dass die Retter im Schnitt weniger als vier Minuten bis zum Einsatzort benötigten.

Das Projekt wurde von der Regionalleitstelle Osnabrück ins Leben gerufen und seit 2019 von der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte mit bislang 50.000 Euro gefördert.


www.osnabrueck.de

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