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06.05.2022

25 Jahre Kunst im Krankenhaus

Angelika Härtelt ist seit 25 Jahren die Kulturbeauftragte des Klinikums Osnabrück – mit 72 noch fünf Stunden pro Woche im Dienst

Seit 25 Jahren (mit kleinen Unterbrechungen) mindestens alle zwei Monate eine neue Wechselausstellung, rund herum Lesungen, (Tanz-)Performances, kleine Konzerte und weitere Veranstaltungen: Es gibt nicht viele Ausstellungsmacher in Osnabrück, die es auf eine so stattliche Bilanz bringen wie Angelika Härtelt.

Angelika Härtelt vor der Ausstellung des Fotografenmeisters Fritz Schwarzenberger aus Georgsmarienhütte; Foto: Frauke Dinklage Angelika Härtelt vor der Ausstellung des Fotografenmeisters Fritz Schwarzenberger aus Georgsmarienhütte; Foto: Frauke Dinklage

Die 72-Jährige ist seit 1997 dafür zuständig, mit Kunst und Kultur zum Gesundwerden von Erkrankten und zu einer kommunikativen Atmosphäre im Klinikum Osnabrück beizutragen. Neben den Ausstellungen, die in der Galerie auf der Ebene 0 im Klinikums-Hauptgebäude und in weiteren Räumen etwa im Zentrum für Neuromedizin und Geriatrie (ZNG) laufen, organisiert Härtelt in der Abteilung für Kommunikation unter anderem die Reihe „Literatur & Musik“, in der von kleinen Konzerten begleitete Lesungen im Klinikum angeboten werden.

Und wenn für Flure oder öffentlich zugängliche Bereiche wie das Treppenhaus des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Kunstwerke gesucht werden, landen solche Anfragen ebenfalls vielfach bei Härtelt und sie stellt Kontakte zu Kreativen aus der Region her. So hat sie es vermittelt, dass im MVZ nun Bilder von der Fotografischen Gesellschaft Osnabrück und der Bramscher Malerin Marlis Mörker zu sehen sind.

Härtelt hat in Bremen Grafik und Malerei studiert und danach Ausbildungen zur Kunst- und Ergotherapeutin absolviert. Mittlerweile ist Angelika Härtelt offiziell im Ruhestand, schaltet und waltet aber weiter mit fünf Stunden pro Woche in ihrer Funktion.

„Ich übe neben der Arbeit im Klinikum auch noch ein Ehrenamt aus“, sagt Härtelt. „Nur zuhause zu sein, wäre mir zu wenig. Mir tut es gut, beschäftigt zu sein – und mit unseren Ausstellungen und weiteren Projekten auch zum ‚Wohlergehen‘ der Patientinnen und Patienten im Klinikum beitragen zu können.“ Viele positive Reaktionen habe sie im Laufe der Jahre von Erkrankten und Mitarbeitenden auf die Ausstellungen und anderen Kulturaktionen erhalten. „In erster Linie sind die Erkrankten angesprochen, aber genauso die Mitarbeitenden“, erklärt Härtelt. „Im weitesten Sinne geht es darum, dass wir etwas zeigen und vorführen wollen, das ‚gut‘ tut – an dem sich Erkrankte und Mitarbeitende erfreuen können, das sie entspannt, in einen positiven Dialog bringt und vielleicht sogar anregt, selbst kreativ werden zu wollen. Auf keinen Fall wollen wir problematisieren oder etwas zeigen, das bedrohlich oder gefährlich empfunden werden könnte.“

Wie Härtelt berichtet, ist es vom Klinikum sehr unterstützt worden, Kunst und Kultur ins Krankenhaus zu holen. „Anfangs waren unsere Projekte neu und ungewohnt – aber es war der Wunsch des Hauses, solche Angebote stetig zu verankern, weil es ja unbestritten ist, dass sie vom Kranksein ablenken und eine gute Wirkung auf Patienten haben“, so Härtelt. In den ersten Jahren seien neben dem Hauptgebäude auf dem Finkenhügel auch die beiden externen Standorte Natruper Holz und Haus am Bürgerpark in den Kulturbetrieb einbezogen gewesen. In jener Zeit habe es, wie sich Härtelt erinnert, auch die ersten kulturellen Abendveranstaltungen im Klinikum gegeben. „Wir haben damals häufig den Eingangsbereich für Veranstaltungen genutzt“, sagt Härtelt. „Es gab kleine Konzerte, von Solisten oder kleinen oder auch mal größeren Orchestern, es sind Tanzgruppen aufgetreten oder wir hatten eine Thai-Chi-Vorführung. Eine ganze Zeit lang liefen auch Weihnachtskonzerte.“

Jüngstes Veranstaltungsformat, bei dem „externe“ Besucher dazukommen durften, war vor Corona die Reihe „Literatur & Musik“, bei der Lesungen von Autoren aus der Region im Klinikum organisiert wurden. Besonderheit dieser in Zusammenarbeit mit Alfred Büngen vom Geest-Verlag und „Stadtschreiber“ Heiko Schulze organisierten Reihe war es, dass die Lesungen mit vertonten Gedichten und weiteren Darbietungen vom Brustchirurgie-Chefarzt Dr. Christoph Katz und seiner Patientinnen-Musiktherapiegruppe begleitet wurden. „Ich hoffe, dass wir künftig wieder zu diesen Abenden einladen können, nachdem wir die Reihe wegen der Pandemie nun zwei Jahre lang unterbrochen haben“, sagt Härtelt. „Ebenso würde ich mich freuen, wenn wir bei unseren Ausstellungen wieder zu Einführungs- oder Abschlussveranstaltungen einladen könnten. Davon haben wir wegen Corona natürlich auch abgesehen, aber die Künstler haben uns trotzdem Arbeiten zur Verfügung gestellt und es hat keine Pause bei den Ausstellungen gegeben. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Für die Ausstellungen werden keine Honorare gezahlt. „Die Künstler nehmen nur etwas ein, wenn sie etwas verkaufen“, erklärt Härtelt. „Tatsächlich kommen meist Verkäufe zustande, teils auch sehr gut. In unserem Haus werden die Arbeiten eben von vielen Menschen gesehen und anders als andere Galerien verlangen wir keine Anteile für den Verkauf.“ Härtelt richtet den Fokus bei den Ausstellungen auf Künstler aus der Region. „Der Schwerpunkt liegt bei Malerei, Grafik, Zeichnungen und vielfach Fotos. Ich würde gerne auch Skulpturen zeigen, aber dafür fehlt uns der Platz. Also sind es meistens Arbeiten, die sich aufhängen oder an Stellwänden zeigen lassen.“ Oftmals seien auch bereits Arbeiten von Künstlern zu sehen gewesen, die als ausländische Eingebürgerte oder als Asylbewerber nach Deutschland gekommen seien, etwa von Tania Kakarli (Syrien), Achmed al Kinani (Irak), Amadou Sadu (Nigeria), Sylwia Mesch (Polen) und Sada Tall (Senegal).

Zurzeit ist in der Klinikums-Galerie die Ausstellung „Dimension der Malerei“ von Uli Jorkiewicz zu sehen. Jorkiewicz ist ein Künstler aus dem Osnabrücker Landkreis, der farbige Horizonte im Bildraum erleuchten lässt. Zu den Künstlern, deren Arbeiten bereits im Klinikum zu sehen waren, gehören u.a. der Illustrator Reinhard Klink, die Malerin Marlis Mörker und der Fotograf Norbert Quint.

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