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Felix Schoeller Photo Award 2017: Matt Hulse ist Gold Award Gewinner

Fünf Kategoriesieger, der beste Nachwuchsfotograf 2017 und der Sieger des Publikumspreises wurden im Kulturgeschichtlichen Museum des Museumsquartiers Osnabrück geehrt

Die Gewinner des Felix Schoeller Photo Awards stehen fest: Gleich zweimal wurde Matt Hulse geehrt. Er überzeugte nicht nur in der Kategorie „Freie/Konzeptionelle Fotografie“ sondern erhält für seine außergewöhnliche Arbeit „Sniper“ den Felix Schoeller Photo Award in Gold und damit 10.000 Euro zusätzliches Preisgeld.

Die 150 Fotografien der Nominierten und Gewinner aller Kategorien und des Nachwuchsförderpreises sind bis zum 25. Februar im Kulturgeschichtlichen Museum des Museumsquartiers Osnabrück zu sehen. Die Preisverleihung fand am 14. Oktober im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück statt.

Matt Hulse: „Sniper” (Großbritannien), Sieger des Felix Schoeller Photo Award in Gold 2017 und Sieger der Kategorie „Freie/Konzeptionelle Fotografie” des Felix Schoeller Photo Award 2017
Matt Hulse: „Sniper” (Großbritannien), Sieger des Felix Schoeller Photo Award in Gold 2017 und Sieger der Kategorie „Freie/Konzeptionelle Fotografie” des Felix Schoeller Photo Award 2017

Gewinner der verschiedenen Kategorien:


In den Kategorien siegten der Argentinier Rodrigo Illescas (Porträt), die Niederländerin Saskia Boelsums (Landschaft/Natur), der Bielefelder Mario Brand (Architektur/Industrie), der Belgier Alain Schroeder (Fotojournalismus/Editorial) sowie der Brite Matt Hulse (Freie/Konzeptionelle Fotografie). Sie erhalten jeweils ein Preisgeld von 2000 Euro.

Den mit 5000 Euro dotierten Nachwuchsförderpreis, gesponsert von Olympus, verlieh die Jury dem syrischen Fotografen Hosam Katan. Der neugeschaffene Publikumspreis, unterstützt und als Online-Voting durchgeführt von dem internationalen Medienpartner British Journal of Photography, ging an den brasilianischen Fotografen Guilherme Bergamini für seine Arbeit „Education for all“.

Zum Höhepunkt der Verleihung wurde Matt Hulse ein zweites Mal geehrt. Er erhält für „Sniper“ den Felix Schoeller Photo Award in Gold und damit 10.000 Euro zusätzliches Preisgeld.

Hosam Katan: Living with War (Syrien), Sieger des Nachwuchsförderpreises des Felix Schoeller Photo Award 2017
Hosam Katan: Living with War (Syrien), Sieger des Nachwuchsförderpreises des Felix Schoeller Photo Award 2017

80 geladene Gäste kamen zur Preisverleihung ins Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück. Die Fotografen repräsentierten elf Nationen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert begrüßte die Gäste im Namen der Stadt. „Der Felix Schoeller Photo Award bereichert die Kunstlandschaft der Stadt Osnabrück und trägt dazu bei, das Profil der Stadt als Kulturstandort zu schärfen.“ Er würdigte die Arbeit der kompetenten Jury und die herausragenden Fotografien, die dem Betrachter eine Auseinandersetzung mit den behandelten Themen abverlangen.

Die Ehrungen nahmen Dr. Bernhard Klofat, CEO der Felix Schoeller Group, und Michael Dannenmann, Vorsitzender der fünfköpfigen Jury, vor. Unterstützt wurden sie dabei durch Simon Plate von Olympus, dem Sponsor des Nachwuchsförderpreises, sowie Marc Hartog, CEO des British Journal of Photography, das den Publikumspreis ausgeschrieben hatte.

Dr. Bernhard Klofat zeigte sich in seinem Eingangsstatement erfreut über die enorme Beteiligung, den hohen Anteil internationaler Profifotografen und die auch in diesem Jahr hohe Qualität. 2377 Einreichungen aus 92 Ländern seien schon eine sehr beachtliche Zahl, betonte er. Er bekräftigte das Bekenntnis des Unternehmens zu dem Award, aber auch zur Stadt Osnabrück als Keimzelle der Felix Schoeller Group.

Simon Plate von Olympus Europe zeigte sich beeindruckt von dem hohen Niveau des künstlerischen Nachwuchses und der starken emotionalen Kraft der Arbeiten. Marc Hartog, CEO des British Journal of Photography, beschrieb die Entstehungsgeschichte des Publikumspreises, der erstmals bei einem Brainstorming zur Medienarbeit für den Photo Award diskutiert wurde. Mehr als 3.000 Stimmen seien für den Gewinner Guilherme Bergamini abgegeben worden, über 15.700 Stimmen seien insgesamt zu verzeichnen gewesen.

Ausstellung „Winners & Nominees“ bis  25. Februar

Die 150 Fotografien der Nominierten und Gewinner aller Kategorien und des Nachwuchsförderpreises sind bis zum 25. Februar im Kulturgeschichtlichen Museum des Museumsquartiers Osnabrück zu sehen. Darunter Exponate bis zur Formatgröße 120 x 100 cm, gedruckt auf hochwertigen Felix Schoeller Digitaldruck-Papieren, die in enger Kooperation zwischen der Felix Schoeller Group und dem Traditionsunternehmen Canson (Frankreich) entwickelt werden.

Guilherme Bergamini: “Education for all”, Sieger  (Brasilien), Sieger des  People´s Choice Award des Felix Schoeller Photo Award 2017
Guilherme Bergamini: “Education for all”, Sieger (Brasilien), Sieger des People´s Choice Award des Felix Schoeller Photo Award 2017

Gold Award Winner Matt Hulse.

Matt Hulse überzeugte die Jury des Felix Schoeller Foto Awards nicht nur in der Kategorie „Freie/Konzeptionelle Fotografie“ von seiner Arbeit „Sniper“. Auch den Gold Award als Gesamtsieger gewann der in Peking lebende britische Filmemacher, Fotograf und Autor mit dieser Arbeit. Sein Konzept ist extrem einfach und kurz formuliert: „In Asien fotografiere ich Menschen von den Dächern hoher Gebäude aus. Ich verwende dazu ein billiges Mobiltelefon und eine Teleskoplinse für 9 US-Dollar. Wegen des beunruhigend bedrohlichen Gefühls und des schwarzen Humors beim Schießen dieser Fotos habe ich die Bezeichnung ‚Sniper‘ gewählt.“ Und fügt im letzten Satz hinzu: „Natürlich ist durch meine Fotoshootings niemand zu Schaden gekommen.“ Seit Ende der 90er Jahre spielt Hulse mit den Genres Fotografie und Film, experimentiert und probiert. Zahlreiche seiner Arbeiten wurden in internationalen Festivals ausgezeichnet oder sind für Auszeichnungen nominiert worden.

Michael Dannenmann beschreibt die Juryarbeit und die Entscheidung für Matt Hulses Werk „Sniper“ so: „Beim Felix Schoeller Photo Award kennt die Jury weder Namen noch Herkunft des Einreichers. Die Entscheidungen treffen wir ausschließlich auf Basis der vorgelegten Arbeiten und der schriftlichen Konzepte.“ Der Gold Award Gewinner wird aus den fünf Kategorie-Siegern ermittelt. „Am Ende unserer Jury-Sitzung standen wir vor fünf herausragenden Arbeiten aus mehr als 2300 Einreichungen. Wir haben lange diskutiert und abgewägt. Zum Schluss fiel die Entscheidung auf Matt Hulse, weil sich seine Arbeit deutlich vom Rest unterscheidet.“ Hulse beweist mit seiner Arbeit, dass künstlerische Qualität nicht an das technische Medium gebunden sein muss. „Seine bedrohlich wirkenden Aufnahmen erinnern uns nicht nur an Sequenzen eines Thrillers, sondern mehr noch an manifestierte Bilder in unseren Köpfen. Mit dem Blick eines Scharfschützen zeigt uns Matt Hulse auf seine eigene Art die akute Verletzlichkeit unserer globalen Gesellschaft – ein hoch aktuelles Thema.“

Rodrigo Illescas: “Are you There?” (Argentinien); Sieger der Kategorie “Portrat” des Felix Schoeller Photo Award 2017
Rodrigo Illescas: “Are you There?” (Argentinien); Sieger der Kategorie “Portrat” des Felix Schoeller Photo Award 2017

Hosam Katan - Gewinner des Nachwuchsförderpreises.

„Es fällt auf, dass die Qualität der Nachwuchsarbeiten insgesamt sehr nah dran ist an der der Profis. Das gilt besonders für die Arbeit von Hosam Katan“, formuliert Michael Dannenmann den Eindruck der Jury, die sich einstimmig für Katans Arbeit „Living with War“ entschied. „Der Fotograf dokumentiert das Leben der Bewohner von Aleppo während des syrischen Bürgerkriegs. Dabei ist Hosam Katan kein neutraler Beobachter. Sein Insiderblick offenbart gänzlich neue Perspektiven. Die Menschen werden mit Würde, Respekt und sogar mit Humor in den Ruinen ihrer Stadt dargestellt, sie sind zugleich Opfer und Helden.“

Katan wurde 1994 in Aleppo, Syrien, geboren, seit dem 17. Lebensjahr dokumentiert er die Entwicklung der syrischen Revolution. Er arbeitete freiberuflich für Reuters und den „Stern“. Katan wurde von einem Heckenschützen angeschossen, überlebte und konnte aus Syrien fliehen. Heute lebt er in Hannover. Hosam Katan erhielt bereits Auszeichnungen bei internationalen Wettbewerben, seine Arbeiten waren in Europa und den USA in verschiedenen Ausstellungen zu sehen.

Informationen zu den Siegern und Nominierten sowie der diesjährigen Jury unter www.felix-schoeller-photoaward.com.


www.osnabrueck.de/kgm

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