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Kleine Geschichte der Feuerbestattung

In vielen Kulturen ist die Verbrennung des Körpers eines Verstorbenen bekannt und seit Jahrtausenden gebräuchlich. Die Feuerbestattung gilt als die älteste Bestattungsform und wird seit ca. 3000 v. Chr. praktiziert. Die Asche wird verstreut oder aufbewahrt. ln Mitteleuropa ist die Beisetzung der Urne eine Erscheinung aus der Bronzezeit, die sich insbesondere zwischen 1250 und 750 v. Chr. weit verbreitete.

Ab etwa 400 n. Chr. wurde in Europa im Zuge der Verbreitung des Christentums die Erdbestattung befürwortet, die im Laufe der Zeit die Einäscherung fast gänzlich ersetzte. Dieser Brauch wurde in Europa auch in den folgenden 1500 Jahren beibehalten. Karl der Große hatte 785 im Edikt von Paderborn die Einäscherung von Leichen bei Todesstrafe verboten, da er die Feuerbestattung als heidnischen Brauch betrachtete.

Zum Ende des Mittelalters kam der Gedanke an die Feuerbestattung — bedingt durch soziale und hygienische Missstände — wieder auf. In Deutschland wurde das erste Krematorium im Jahre 1878 in Gotha errichtet. Allerdings wurde erst 1964 im katholischen Kirchenrecht das Verbot der Feuerbestattung aufgehoben. Auch die evangelischen Kirchen standen gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Feuerbestattung noch ablehnend gegenüber. Bald setzte sich aber eine tolerierende Haltung durch.

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