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Topografien des Terrors

Das Kulturgeschichtliche Museum möchte mit seiner Vortragsreihe „Topografien des Terrors – National-sozialismus vor Ort“ zur Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und ihrer Zeit anregen. Veranstaltungsort ist mit der Villa Schlikker die einstige Osnabrücker NSDAP-Zentrale. Als Museum für die Osnabrücker Geschichte des 20. Jahrhunderts ist die Villa heute zentrales Forum einer kontinuierlichen Erinnerungs-arbeit zur NS-Geschichte.

Termin nach Vereinbarung - Angebot für Schulen
Rattenfänger – Über Verführung und Verführbarkeit junger Menschen in NS und Neonazismus
Dieter Beck, Osnabrück

Auf Anfrage können Schulklassen oder Jugendgruppen eine Veranstaltung buchen, in der Dieter Beck nach einem Impulsreferat gemeinsam mit Zeitzeugen und Schüler über Ursachen und Folgen ideologischer Verführung am Beispiel des Nationalsozialismus und des Neonazismus diskutiert.
(Anmeldung unter heese(at)osnabrueck.de, Telefon 0541 323-4435)


Vortragsprogramm 2018

Das Museumsquartier möchte mit seiner Vortragsreihe „Topografien des Terrors – Nationalsozialismus vor Ort“ zur Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und ihrer Zeit anregen. Veranstaltungsort ist mit der Villa Schlikker die einstige Osnabrücker NSDAP-Zentrale. Die Villa ist heute zentrales Forum einer kontinuierlichen Erinnerungsarbeit zur NS-Geschichte in Osnabrück. 2018 wird unter anderem an die Reichspogromnacht vor 80 Jahre und an die Schicksale verfolgter Menschen erinnert; etwa an die Osnabrücker Familie van Pels, die gemeinsam mit Anne Franks Familie im Versteck in Amsterdam vergeblich versuchte, dem Holocaust zu entgehen.


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Im Visier der Nazis – Paul Friedrich Leo

Nach der Reichspogromnacht: Schaulustige am Morgen des 10. November 1938 vor der ausgebrannten Osnabrücker Synagoge
Fotografie, Osnabrück 10. November 1938; 
© Stadt Osnabrück, Büro für Friedenskultur
Nach der Reichspogromnacht: Schaulustige am Morgen des 10. November 1938 vor der ausgebrannten Osnabrücker Synagoge
Fotografie, Osnabrück 10. November 1938; 
© Stadt Osnabrück, Büro für Friedenskultur

Donnerstag, 1. März, 19.30 Uhr
Carsten Linden, Lemförde

Vor 60 Jahren starb Paul Friedrich Leo (Göttingen 1893-1958 Dubuque/USA). Der evangelische Pastor mit jüdischen Wurzeln gehört zu den frühen Opfern des nationalsozialistischen Terrors in Osnabrück. Seit 1930 war er Seelsorger im Osnabrücker Gefängnis, in der Heil- und Pflegeanstalt und in der Provinzial-Hebammen-Anstalt. Auf öffentlichen Druck musste er bereits 1934 aus dem staatlichen Dienst ausscheiden. Am 10. November 1938 kam er im Zuge der Verhaftungswelle nach der Reichspogromnacht in das Konzentrationslager Buchenwald. Durch Vermittlung eines Pfarrers aus Bethel/Bielefeld durfte er auswandern und gelangte über die Niederlande und Großbritannien in die Vereinigten Staaten. Dort überlebte er den Zweiten Weltkrieg und wurde Theologieprofessor an der Universität Dubuque.

Ein SS-Sturmbannführer 1934 vor Gericht. Der Prozess gegen Heinrich Remmert wegen Misshandlungen im KL Esterwegen

KZ-Kommandanten Heinrich Remmert
; Foto: Bundesarchiv Berlin, SSO Heinrich Remmert
KZ-Kommandanten Heinrich Remmert
; Foto: Bundesarchiv Berlin, SSO Heinrich Remmert

Donnerstag, 3. Mai, 19.30 Uhr
Dr. Sebastian Weitkamp, Gedenkstätte Emslandlager

Am 16. November 1934 eröffnete das Landgericht Osnabrücks die Hauptverhandlung gegen den ehemaligen KZ-Kommandanten Heinrich Remmert. Der Tatvorwurf lautete: Körperverletzung im Amt. Der Angeklagte hätte im Sommer 1934 einen Schutzhäftling massiv körperlich misshandelt. Das Opfer saß als Nebenkläger im Saal und mehrere ehemalige Häftlinge warteten, um als Zeugen auszusagen. Am Ende verurteilten die Richter Remmert zu drei Monaten Gefängnis.

Dr. Sebastian Weitkamp ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gedenkstätte Esterwegen und stellt Ermittlungen, Prozess und Nachgeschichte des Verfahrens anhand historischer Akten dar.

Rechtsextremismus ↔ Linksextremismus: zwei ‚Brüder im Geiste‘? Die DNA des Rechtsextremismus

Donnerstag, 7. Juni, 19.30 Uhr
Dieter Beck, Osnabrück

In der gesellschaftspolitischen Debatte wird der Rechtsextremismus häufig anderen Extremismen gleichgestellt. So wird gern gleichermaßen vor rechtem wie linkem Extremismus gewarnt. Dass gewarnt wird, ist allzu berechtigt. Aber ist die so suggerierte Gleichstellung auch legitim? Was ist nach einem Vergleich beider Extremismen in ihnen tatsächlich gleichsetzbar? Welche Unterschiede trennen sie? Welche Alleinstellung kennzeichnet den Rechtsextremismus? Und was überhaupt verleitet Menschen dazu, in extremistischen Ideologien ihr Heil zu suchen?

Gemeinsam im Versteck – Anne Frank und die Osnabrücker Familie van Pels

Auguste (links) und Hermann van Pels (rechts) mit ihren Freunden Otto und Alice Loeb in Osnabrück; Fotografie, Osnabrück um 1930; © Anne Frank Haus Amsterdam
Auguste (links) und Hermann van Pels (rechts) mit ihren Freunden Otto und Alice Loeb in Osnabrück; Fotografie, Osnabrück um 1930; © Anne Frank Haus Amsterdam

Donnerstag, 6. September, 19.30 Uhr
Gertjan Broek, Anne Frank Haus Amsterdam

Kaum einem Schulkind ist Anne Frank nicht bekannt. Die Geschichte des jüdischen Mädchens aus Frankfurt/M. wurde durch die Rettung ihrer Tagebücher nach dem Holocaust öffentlich und bringt jungen Menschen heute das Leben verfolgter Menschen in einer Diktatur wie der Nazizeit näher. Weniger bekannt ist, dass gemeinsam mit Annes Familie auch die Osnabrücker Familie van Pels in demselben Versteck in der Prinsengracht in Amsterdam lebte, bevor sie alle von der Gestapo entdeckt und deportiert wurden und schließlich in Konzentrationslagern umkamen. In Zusammenarbeit mit dem Anne Frank Haus Amsterdam wird der aktuelle Forschungsstand zur Geschichte der Familie van Pels vorgestellt.

Kinder ausländischer Zwangsarbeiterinnen im Zweiten Weltkrieg im Raum Osnabrück

Autor Volker Issmer
Autor Volker Issmer

Donnerstag, 8. November, 19.30 Uhr
Lesung und Vortrag mit Dr. Volker Issmer, Osnabrück

„Kinder, die nicht zählten“: So hat Gisela Schwarze ihre auf Westfalen bezogene Dokumentation über (vor allem) „Ostarbeiterinnen“ und ihre Kinder im Zweiten Weltkrieg überschrieben (1991). Es gab diese Kinder auch in der Region Osnabrück. Einzelschicksale sind bekannt geworden, und erste Forschungsergebnisse liegen vor, die an diesem Abend vorgetragen werden sollen. Dabei spielt das Lager „Fernblick“ in der Südstadt eine besondere Rolle. Doch viele Fragen sind weiterhin offen. Vor allem fehlt es noch immer an einer Gesamtdarstellung, die das Leiden und häufig auch Sterben dieser in besonderem Maße wehrlosen Opfergruppe des NS-Regimes deutlich machen würde und die zu leisten als Bringschuld unserer Stadt erscheint.


Buch: Topografien des Terrors – Nationalsozialismus in Osnabrück

Zur Vortragsreihe ist die folgende Publikation erschienen:

Topografien des Terrors – Nationalsozialismus in Osnabrück

herausgegeben von Thorsten Heese

In 29 Kapiteln spürt der historische Überblick zur Geschichte des Nationalsozialismus in Osnabrück vor regionaler Kulisse den Mechanismen von Machtübernahme und Gleichschaltung in der Hitler-Diktatur nach. Beschrieben werden NS-Organisationsstrukturen und Propaganda, die Ideologisierung von Gesellschaft, Alltag und Kulturleben, die Verfolgung, Drangsalierung und Ermordung politischer wie ideologischer Gegner, Formen des Widerstandes, Remilitarisierung und Zwangsarbeit bis hin zum heutigen Umgang mit dem historischen Erbe.

mit Beiträgen von
Eva Berger, Joachim Castan, Duncan Cooper, Michael Gander, Christine Grewe, Thorsten Heese, Volker Issmer, Stefan Klemp, Carsten Linden, Ute Müller-Detert, Peter Niebaum †, Lorenz Peiffer, Hermann Queckenstedt, Thomas F. Schneider, Michael Schubert, Heiko Schulze, Martina Sellmeyer, Martin Siemsen, Gerd Steinwascher, Marie Toepper, Henry Wahlig, Sebastian Weitkamp

Osnabrücker Kulturdenkmäler
Beiträge zur Kunst- und Kulturgeschichte der Stadt Osnabrück, Band 16
herausgegeben vom Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück

Osnabrück-Bramsche, 2. Auflage 2015
ISBN 978-3-89946-240-1
463 Seiten, ca. 200 Abbildungen, 25 Euro
(im Museumsshop erhältlich)


www.osnabrueck.de/kgm

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