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3. Preis: Hille Tesch Architekten + Stadtplaner PartgmbB, Ingelheim (4009)

Hille Tesch Architekten + Stadtplaner PartgmbB, Ingelheim
Marcus Hille, Dipl.-Ing., Freier Architekt + Stadtplaner
Fabrice Tesch, M.A. Arch., Freier Architekt
Mitarbeit: Hannah Tesch, Frederik Fandel, Julika Zwirtz, Tessa Ochel
mit
Faktorgruen Partnerschaftsgesellschaft mbB, Freiburg
Martin Schedlbauer, Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt

Beurteilung durch das Preisgericht

Ein klarer Riegel zur Hakenstraße fungiert als Hauptbaukörper, von dem aus sich in Kammstruktur weitere klar in orthogonaler Struktur gegliederte Baukörper entwickeln. Als angemessen wird die Höhenstaffelung der zur westlichen Bebauung hin abfallenden Baukörper empfunden. Es entsteht ein das ganze Grundstück besetzender Komplex mit eigenem Campuscharakter, der durch differenzierte Höfe gut gegliedert ist, jedoch insgesamt wenig auf die umgebende, heterogene Bebauung eingeht und sich zum öffentlichen Bereich größtenteils recht verschlossen präsentiert. Dies gilt insbesondere für die Ausformulierung von Fassade und Eingang der Sporthalle an der Nordseite, wobei die Platzierung der Halle an dieser Stelle durchaus positiv beurteilt wird.

Der Haupteingang ist sinnfällig zentral an der Hakenstraße platziert und bietet direkten Durchblick auf den Schulhof. Von hier aus wird die ganze Schule über ein über die Geschosse reichendes, attraktives und großzügiges Foyer und Haupttreppenhaus erschlossen. Kritisch gesehen werden die teilweise langen Verbindungsflure, die nicht mit dem pädagogischen Wunsch nach gut nutzbaren Lernzonen in den Verkehrsflächen korrespondieren. Hingegen ist die Anordnung und Strukturierung der einzelnen Jahrgangsbereiche gut gelöst und verspricht flexible und vielfältige Nutzungsoptionen.

Das Raumprogramm ist angemessen umgesetzt, wobei die klare Gliederung der einzelnen Bereiche grundsätzlich gut gelingt. Kritisch wird beurteilt, dass die Verwaltung der Förderschule zu weit entfernt ist von den zugehörigen Klassenräumen.

Der zusätzliche, separate Zugang zur Mensa wird positiv beurteilt. Der eigene Mensa-Innenhof bietet die Option, die Essenszeiten in angenehmer Atmosphäre im Freiraum zu verbringen.

Die südlichen Höfe verzahnen sich gut mit den bestehenden Freiflächen im Süden, die somit vom Schulhof aus auf direktem Wege erlebbar und erreichbar bleiben.

Ein großer Teil des Altbaumbestandes im Schulhof wird erhalten; dies trägt zur Aufwertung der Außenanlagen bei.

Die Ausgestaltung des Schulhofes für die Jahrgänge 5-7 sieht vornehmlich Sitzmöglichkeiten vor; hier wäre ein der Altersgruppe entsprechendes, vielfältigeres Angebot mit Bewegungs- und Spielmöglichkeiten vorzusehen. Im Verhältnis zur Gesamtfläche sind die Schulhofflächen zu gering.

Der Schulgarten stellt einen attraktiven Beitrag dar, wirkt jedoch überdimensioniert; zudem er-scheinen die Lichtverhältnisse für die Anlage eines Schulgartens nicht optimal.

 

Insgesamt stellen die Vielfalt der unterschiedlichen Freiflächen- und Grünbereiche sowie die gelungene und abwechslungsreiche Durchdringung des gesamten Komplexes mit vielfältigen, differenzierten Höfen und Terrassen eine große Qualität des Entwurfes dar.

Der Schulhof für die Jahrgänge 8-10 auf dem Dach wird als eigenständige und ‚städtische‘ Lösung durchaus gewürdigt; kritisch wird jedoch die Aufsicht über diesen Bereich gesehen. Auch ist die Dachterrasse von der Wertigkeit nicht mit einem ebenerdigen, grünen Schulhof gleichzusetzen. Die Grünflächen auf dem Dach der Sporthalle im 2. und 3. OG wirken attraktiv, können je-doch nur als Ergänzung der Schulhofflächen angesehen werden.

Struktur und Materialität des Entwurfes bieten grundsätzlich die Basis für eine wirtschaftliche, und dauerhafte Lösung. Die Kennwerte liegen im mittleren Bereich der eingereichten Arbeiten.

Der durchgrünte, differenzierte Campus-Charakter der Schule überzeugt; hingegen wird die städtebauliche Einbindung durchaus kontrovers diskutiert. Insgesamt stellt der Entwurf einen gelungenen Lösungsbeitrag dar.


www.osnabrueck.de

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