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29.08.2022

Lukas Brandt: Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!

Lukas Brandt feiert sein – sage und schreibe – 40. Dienstjubiläum an unserer Musik- und Kunstschule.

Bildnachweis: Martina Binnig

Der Solo-Oboist des Osnabrücker Symphonieorchesters, der gleichzeitig Lehrer am ehemaligen Konservatorium und an der heutigen städtischen Musik- und Kunstschule Osnabrück war und ist, kam noch während seines Studiums im sechsten Semester nach Osnabrück, wo er gleich sein allererstes Probespiel gewann. Damals war er 25 Jahre alt. Sein Fagottkollege im Orchester Bernhard (Berni) Eith sagte ihm direkt zu Anfang: „Du musst auch unterrichten!“ Und so sprang Brandt, als die Stelle des Oboenlehrers am damaligen Osnabrücker Konservatorium kurzfristig frei wurde, spontan ein.

Bereut hat er diesen Schritt nie: „Ich habe immer gerne unterrichtet. Man wird gefordert und hinterfragt. Die Schüler sind ein unglaubliches Korrektiv. Ich bin auch gerne bereit, viel zu geben. Und wo sonst ist man in so engem Kontakt mit Jugendlichen? Das ist doch ein Geschenk!“, findet Brandt. In manchen Unterrichtsstunden wurde auch mal kein einziger Ton gespielt, sondern nur miteinander gesprochen. Brandt sah sich immer auch als „Lebensbegleiter“ seiner Schülerinnen und Schüler und das Unterrichten als Herausforderung, sich selbst zu reflektieren. Er erinnert sich gerne an einen seiner eigenen Lehrer, der ihn besonders geprägt hat, obwohl er nicht bei ihm studierte, sondern nach dem Studium ein Jahr Privatstunden nahm: Günther Passin. Er förderte und unterstützte ihn sehr.

Geboren und aufgewachsen ist Lukas Brandt in Hannover. Sein Vater war Arzt, seine Mutter Schulmusikerin, und es wurde viel Hausmusik gespielt. Im Alter von fünf Jahren begann er mit der Blockflöte, mit sieben Jahren kam dann noch das Klavier dazu. Seine ältere Schwester schlug ihm schließlich vor: „Mach doch Oboe!“ Da dem damals Dreizehnjährigen der Klang der Oboe besonders in „Peter und der Wolf“ gut gefiel, nahm er eine Probestunde an der Musikschule in Hannover, entschied sich für das Instrument und freundete sich mit dem Klang immer mehr an. Erste Orchestererfahrungen sammelte er im Musikschulorchester.

Nach dem Abitur wirkte er im Heeresmusikkorps 1 in Hannover mit und bereitete sich auf die Aufnahmeprüfung für ein Musikstudium vor. „Ich habe überlegt, was ich am besten kann“, erinnert sich Brandt, „und das war nun mal Oboe-Spielen.“ Er begann sein Studium am Hamburger Konservatorium in Blankenese bei Winfried Liebermann, Solo-Oboist an der Staatsoper Hamburg, wechselte jedoch bald gemeinsam mit seinem Lehrer an die Musikhochschule Lübeck, wo er neben seinem Orchesterdienst in Osnabrück sogar innerhalb eines Jahres noch sein Diplom und das Konzertexamen machte. Dies sah er in erster Linie als Gelegenheit an, um „tolle Programme“ einzustudieren, wie etwa das Oboenkonzert von Richard Strauss. Außerdem hatte er während des Studiums drei Jahre lang in der Jungen Deutschen Philharmonie gespielt. „Hier habe ich viel gelernt“, sagt Brandt. Allerdings hätte er sich zu diesem Zeitpunkt auch vorstellen können, noch Betriebswirtschaftslehre zu studieren, die sein Steckenpferd war. Er blieb jedoch der Musik und auch Osnabrück treu.

An der städtischen Musik- und Kunstschule unterrichtete er immer an ein bis zwei Nachmittagen in der Woche, was mit seiner Orchesterstelle gut zu vereinbaren war. Von seinen eigenen Schülerinnen und Schülern sind wiederum einige Berufsmusiker geworden, manche Oboisten, andere auch beispielsweise Kirchenmusiker oder Komponist. Ein amüsantes Detail: Einer seiner Schüler wohnte als Musikstudent in genau derselben Wohnung wie Brandt während seines eigenen Studiums in Hamburg. Auch wenn nicht alle seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler noch Oboe spielen, freut es Brandt, wenn er die Rückmeldung bekommt, dass sie „viel aus seinem Unterricht mitgenommen“ haben.

Wenn Lukas Brandt neben seinen Tätigkeiten im Osnabrücker Symphonieorchester und an der städtischen Musik- und Kunstschule nicht gerade noch mit einem seiner Kammermusik-Ensembles wie der Camerata Osnabrück oder dem Duo Ortmann Brandt (Orgel & Oboe) konzertiert, beschäftigt er sich gerne mit avantgardistischer Notationsschrift: Schon seit seiner Studienzeit fasziniert ihn die sogenannte chromatische Notation ohne Vorzeichen. Dazu hat er sogar eine eigene Notationsweise entwickelt und ein Buch veröffentlicht mit dem Titel „Chronota“. Vielleicht mag ja mal jemand reinschaun: https://www.chronota.de/de.

Außerdem ist Lukas Brandt begeisterter dreifacher Großvater, arbeitet gerne im Garten und segelt. Auch Reisen gehört zu seinen Hobbys, etwa nach Italien oder ins niederländische Haarlem. Besonders eindrucksvoll sind ihm seine Tourneen mir dem Osnabrücker Symphonieorchester 1986 nach Angers, 2007 nach Teheran und 2015 nach Wolgograd, Moskau, Minsk und Kiew in Erinnerung.

www.osnabrueck.de/musikschule

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