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Veranstaltung der Maiwoche

21.05.2022, 16:15 - 17:00 Uhr | Nikolaiort

Haarlem-Tag im Europadorf - Raoul Michel

Programm im Rahmen der Partnerschaftstage im Europadorf.

Es gibt unzählige Gründe, Musik zu machen: als Quelle der Unterhaltung, als Möglichkeit, kreativ zu sein oder als Form der Anerkennung. Für Raoul Michel (1987) ist die Musik das Fundament, auf dem er immer aufbauen konnte. Der Sänger und Gitarrist aus Haarlem bekam im Alter von sechs Jahren zum ersten Mal eine Gitarre in die Hand. Kein Wunder, bei zwei Eltern, die zusammen in einer Band spielen. Als sie sich nicht über das Sorgerecht einigen konnten und Raoul deshalb von einer Pflegefamilie zur nächsten ziehen musste, wurde das Instrument zu einem Zufluchtsort. Zwei Jahre später stirbt seine Mutter und seine Gitarre ist die einzige Konstante in einem Umfeld, das sich ständig verändert. Die Musik bietet ihm einen Ort, der immer schön ist, ein Zuhause für jemanden, der kein Zuhause hat. Sie ist ein Ventil für Gefühle der Verwirrung, Traurigkeit und Wut.

Als er bei seinem Vater leben durfte, konnte er seiner Musikalität freien Lauf lassen. Mit seinen beiden Brüdern gründete er eine Band, mit der er tagelang Musik machte und seine eigenen Songs schrieb. Sein Vater hatte eine Vision für sein Leben: Teil einer Familienband mit seinen drei Söhnen zu sein. Dieser Traum sollte nie in Erfüllung gehen: eine Woche bevor Raoul am Konservatorium vorsprach, starb sein Vater plötzlich an einem Herzinfarkt und ließ Raoul im Alter von achtzehn Jahren als Waise zurück.

Die Regeln des Konservatoriums bieten etwas zum Festhalten und einen Blick nach vorn. An dem Tag, an dem er das Haus betritt, beginnt für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Er stürzt sich voll und ganz in sein Studium. All das erworbene Wissen wirkte sich auf seine Entwicklung als Gitarrist und Songschreiber aus; bei seinen Abschlussprüfungen spielte er nur seine eigenen Werke. Mit einer Ausnahme: Older Chests, von Damien Rice. Der irische Singer-Songwriter war für Raoul immer eine Inspirationsquelle und zeigt ihm, dass die Technik dazu dienen muss, die Emotionen eines Liedes an den Zuhörer zu vermitteln.

Die Tinte auf seinem Diplom ist noch nicht trocken, als er Berufsmusiker wird. Er tritt mehr als zweihundert Mal im Jahr als Gitarrist auf, u. a. mit Candy Dulfer, Boris, Waylon und Jennie Lena. Mit Schulfreunden gründete er die Band Van Huys Uit, in der er bis heute als Songschreiber und Gitarrist aktiv ist. Obwohl er weiterhin schreibt, ist seine Solokarriere als Songwriter auf Eis gelegt. Bis er seinem alten Gitarrenlehrer begegnet. Er versichert ihm, dass er seine Zeit verschwendet. Er muss alleine weitermachen, mit seinen eigenen Liedern.

Du denkst, du träumst und nichts ist so, wie es scheint – bis zu dem Moment, in dem du aufwachst und die Illusion vor deinen Augen verschwindet. Und du denkst: Wenn ich doch nur zu dem zurückkehren könnte, was früher war“.

Durch die Entdeckung von Maarten van Roozendaal und genährt von seiner Vergangenheit, gewinnen seine Texte an Tiefe. Texte, in denen er kein Blatt vor den Mund nimmt, in denen Gefühle und Ehrlichkeit im Mittelpunkt stehen, die berühren und zum Nachdenken anregen. Lieder, in denen es darum geht, nicht zu bekommen, was man will, sich den harten Tatsachen zu stellen und den Moment zu genießen, weil man nie weiß, ob er jemals wiederkommt. Das Ergebnis ist die EP „Welcome to the World“, sein erster Erfolg als Solokünstler. „Musik bedeutet für mich, nach Hause zu kommen. Songs sind die Bausteine, mit denen du dein eigenes Haus baust, mit deiner Band als deiner Familie. Das Haus ist so lange da, wie Sie es wollen.“

Die EP gibt seinem Leben als Künstler einen Sinn. Als Raoul Michel will er mit seiner Musik ein Zeichen setzen und den Traum seines Vaters verwirklichen. „Es ist Zeit, den Sprung zu wagen“, sagt Raoul über seine Debüt-EP. „Ich suche jetzt wieder nach der Unsicherheit. Außerhalb der eigenen Komfortzone wächst man nur, wenn man sich weiterentwickelt. Ich habe lange genug gewartet.

 

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