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Rahmenprogramm zur Ausstellung „Deine Anne“

Personenfoto Anne Frank: Copyright: Anne Frank Fonds, Basel
Personenfoto Anne Frank: Copyright: Anne Frank Fonds, Basel
Personenfoto Anne Frank: Copyright: Anne Frank Fonds, Basel
Personenfoto Anne Frank: Copyright: Anne Frank Fonds, Basel
Auguste (links) und Hermann van Pels (rechts) mit ihren Freunden Otto und Alice Loeb in Osnabrück; Fotografie, Osnabrück um 1930; © Anne Frank Haus Amsterdam
Auguste (links) und Hermann van Pels (rechts) mit ihren Freunden Otto und Alice Loeb in Osnabrück; Fotografie, Osnabrück um 1930; © Anne Frank Haus Amsterdam
Stolpersteinverlegung in Osnabrück für die Familie van Pels; Foto: Angela van Brill; © Stadt Osnabrück. Büro für Friedenskultur
Stolpersteinverlegung in Osnabrück für die Familie van Pels; Foto: Angela van Brill; © Stadt Osnabrück. Büro für Friedenskultur
Stolpersteinverlegung in Osnabrück für die Familie van Pels; Foto: Angela van Brill; © Stadt Osnabrück. Büro für Friedenskultur
Stolpersteinverlegung in Osnabrück für die Familie van Pels; Foto: Angela van Brill; © Stadt Osnabrück. Büro für Friedenskultur

Zusätzliche öffentliche Führungen durch die Sonderausstellung

Anne Frank ist weltweit bekannt. Was die Bilder Felix Nussbaums in der Kunst, das sind Anne Franks Tagebücher für die Literatur. Beide haben Zeugnis von einer Epoche des Terrors abgelegt. Ihr gemeinsames Erbe ist Auftrag und Mittel zugleich, um an die Schrecken des Holocaust zu erinnern und daraus für die Zukunft zu lernen.
 
Das vom  Anne Frank Haus in Amsterdam und dem Anne Frank Zentrum in Berlin entwickelte und von der Klosterkammer Hannover geförderte Ausstellungsprojekt, das unter dem Titel „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ vom 22. Januar bis 23. April im Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliches präsentiert wird, informiert über das Schicksal Anne Franks, erinnert an den Holocaust und animiert zu einer zeitgemäßen Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Über den Kontakt Anne Franks mit der in die Niederlande emigrierten Osnabrücker Familie van Pels besteht zudem ein direkter Bezug zur Osnabrücker Region.
 
Über diese Inhalte hinaus verfolgt „Deine Anne“ ein neues museumspädagogisches Konzept. Interessierte Schulklassen und Jugendgruppen werden von gleichaltrigen „Peer-Guides“ des Gymnasiums „In der Wüste“ durch die Ausstellung begleitet und mit dem Thema vertraut gemacht. Die 15 bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler besuchten das Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliche Museum, Archive und Bibliotheken und bereiteten sich so für ihre Aufgabe als Peer-Guides vor. Die besonderen Vermittlungstechniken wurden schließlich in einem zweitägigen Workshop trainiert. Jetzt sind die frisch ausgebildeten Nachwuchskräfte der Museumspädagogik gespannt auf die Menschen, die sie auf dem Weg durch die Ausstellung „Deine Anne“ begleiten werden. Bei den Führungen geht es neben Anne Frank, der Osnabrücker Familie van Pels und Felix Nussbaum auch um Fragen der eigenen Identität sowie um die Förderung von Verantwortungsbewusstsein und Zivilcourage. Entsprechende Führungen können gebucht werden über: Museumspädagogischer Dienst Osnabrück, Ralf Langer, Telefon: 0541 323 2064, E-Mail: langer@osnabrueck.de. Öffentliche Führungen mit Peer-Guides werden angeboten am: Sonntag, 19. Februar, 15.30 Uhr; Sonntag, 19. März 2017, 15.30 Uhr; Sonntag, 16. April 2017, 15.30 Uhr sowie Sonntag, 23. April 2017, 15.30 Uhr. Die Kosten betragen 2 Euro pro Person zuzüglich Eintritt. Treffpunkt ist die Museumskasse.
 
Am Eröffnungstag der Ausstellung, am Sonntag, 22. Januar, ist der Eintritt ab 14 Uhr frei.
 
Im Rahmen des Begleitprogramms hält Dieter Beck am Dienstag, 7. Februar, 19 Uhr, im Vortragssaal des Museums den Vortrag „Pegida, AfD & Co. – Die neue Rechte auf dem Weg in die Mitte der Gesellschaft“, der in Zusammenarbeit mit Pax Christi Osnabrück stattfindet. Das selbstbewusste Auftreten rechtspopulistischer Gruppen und Parteien wie „Pegida“ oder „AfD“ markiert Veränderungen im gesellschaftspolitischen Dialog, die in der Bundesrepublik wegen der NS-Vergangenheit lange Zeit nicht für möglich gehalten wurden. Einfache Lösungen mit antidemokratischem und nationalistischem Charakter werden propagiert, das Konzept einer offenen Gesellschaft kritisiert oder ganz abgelehnt. Der Referent stellt Merkmale, Inhalte, und Strategien des rechten politischen Spektrums vor.
 
Am Mittwoch, 22. Februar, 10.30 Uhr, lesen im Vortragssaal des Museums Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums „In der Wüste“ unter dem Titel „Ich weiß, was ich will.“ aus Anne Franks Tagebuch. Sie haben Textstellen aus dem Tagebuch der Anne Frank ausgewählt, die sie für besonders eindrücklich halten. Diese werden im Rahmen des „Forums Zeitgeschichte“ vorgetragen. Im Anschluss an die Lesung führen sie in die Ausstellung „Deine Anne“ ein.
 
Am 12. März, 11.30 Uhr, findet im Vortragssaal eine Filmvorführung und ein anschließendes Gespräch mit der Regisseurin Abigail Matthew des Films „Flucht 1937“ und ihrem Filmteam statt. Moderiert wird die Veranstaltung von Christine Grewe, Büro für Friedenskultur der Stadt Osnabrück. Im Sommer 1937 flüchten Justus Nussbaum, der Bruder des Malers Felix Nussbaum, und sein Geschäftspartner Alfred Gossels vor den Nazis nach Amsterdam. Unterstützt werden sie bei ihrer lang vorbereiteten Flucht von Wilhelm Hellmeister, einem ihrer Mitarbeiter. Hellmeisters Enkelin Abigail Mathew hat Nachforschungen zu der Flucht angestellt und die Recherche in dem etwa 90-minütigen Film „Flucht 1937“ dokumentiert. Dieser wurde mit dem Niedersächsischen Schülerfriedenspreis 2016 ausgezeichnet.
 
Während Anne Frank und ihre Familie ins Versteck gingen, um der nationalsozialistischen Verfolgung zu entgehen, sorgte der aus Osnabrück stammende Hans Georg Calmeyer in den Niederlanden für das Überleben vieler verfolgter Jüdinnen und Juden. Als Referent der „Entscheidungsstelle für Zweifelsfragen der Abstammung“ akzeptierte der Jurist gefälschte Papiere, die Leben retteten. Auch Anne Franks beste Freundin Jaqueline „Jopie“ van Maarsen verdankt dem Osnabrücker ihr Überleben. Calmeyer wurde posthum von der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt. Der Termin zu der Veranstaltung „Anne Frank und Hans Calmeyer“ wird rechtzeitig bekanntgegeben.
 
Am 25. April, 19 Uhr, hält Rainer Bendick im Vortragssaal den Vortrag „Haben wir wieder „Weimarer Verhältnisse“?“ Die Veranstaltung findet in  Zusammenarbeit mit Pax Christi Osnabrück statt. In der Weimarer Republik stand die junge, noch ungefestigte erste deutsche Demokratie von Beginn an unter großem Druck. Die Formen der Radikalisierung erreichten bürgerkriegsähnliche Zustände, die den Aufstieg der nationalsozialistischen Diktatur begünstigten. Drohen uns heute, mit der Renaissance einer neuen Rechten, wieder „Weimarer Verhältnisse“? Sind die Demokratien von Weimar und Berlin vergleichbar? Der Referent liefert mit seiner Analyse der Weimarer Zeit Denkanstöße für die Gegenwart.
 
Um „Persönliche ‚Archäologie‘ – auf NS-Spurensuche im eigenen Ich“ geht es beim Diskussionsabend mit Thorsten Heese und Franz-Josef Lotte am Dienstag, 9. Mai, 19 Uhr, im Vortragssaal des Museums. Die veranstaltung ist eine Kooperation mit Pax Christi Osnabrück. Auf der Suche nach den Prägungen in der eigenen Kindheit und Erziehung sowie in den wirtschaftlichen und sozialen Gegebenheiten wird nach verdeckten Strukturen gefahndet. Wieviel unreflektierte NS-Ideologie lebt in jedem Einzelnen von uns fort, ohne dass wir es bemerken? Können, indem Strukturen im eigenen Lebensfeld erkannt und durchschaut werden, Handlungsmöglichkeiten zurückgewonnen und Ohnmachtsgefühle gegenüber Fremdenfeindlichkeit und rechten Tendenzen überwunden werden?


www.osnabrueck.de/kgm

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