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16.05.2019

Runder Tisch „Verkehr Westerberg“ entwickelt Vorschläge Alternativen zu den Berliner Kissen

Drei Arbeitsgruppen – ein Ergebnis. Am Ende waren die Resultate eindeutig beim jüngsten und sechsten Treffen des „Runden Tisches Verkehr Westerberg“.

Anstelle der 2019 abgebauten Berliner Kissen in der Gluck- und Händelstraße könnten nun Kombi-Lösungen sowohl für einen langsameren Verkehr als auch für eine Reduzierung der stetig steigenden Zahl an durchfahrenden PKW und LKW sorgen. Geprüft werden sollen großflächige Aufpflasterungen und Einengungen, die Einsatzfahrzeuge nicht behindern. Das gleiche gilt für Piktogramme und möglicherweise eine Sperrung in den Abend- und Nachtstunden. Dabei sollen die Belange des Bus- und Rettungsverkehrs berücksichtigt werden. Zudem sollen künftige Maßnahmen die Einhaltung des bereits bestehenden Nachtfahrverbotes an der Straße „Am Natruper Holz“ gewährleisten. Von einigen Teilnehmenden ist die Bitte um eine Prüfung des Vorschlags geäußert worden, das Nachtfahrverbot auf die anderen Wohnstraßenzüge zu erweitern.

30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung der Verwaltung der Stadt Osnabrück gefolgt, die gemeinsam mit Anwohnern, Vertretern des Stadtrats, der Verwaltung, der Stadtwerke sowie weiterer Gruppen denkbare Alternativen zu den Berliner Kissen identifizieren und diskutieren wollte. Nach nur wenigen Monaten waren Ende Januar 2019 einige der Berliner Kissen im Stadtteil Westerberg wieder abgebaut worden. In der Praxis hatte sich herausgestellt, dass das Material nicht für die Durchfahrt verschiedener Fahrzeugtypen für den Krankentransport geeignet ist. Da sie aber erwiesenermaßen für eine Reduzierung der Geschwindigkeit und der Zahl durchfahrender PKW gesorgt hatten, sollte nun nach Alternativen gesucht werden. Diese sollen den gleichen positiven Effekt haben, ohne Rettungsfahrzeuge zu behindern, formulierte es Stadtbaurat Frank Otte zur Begrüßung.

Die Berliner Kissen hatten die Durchfahrtgeschwindigkeit um etwa 4 km/h reduziert, zudem verringerten sich die Geschwindigkeitsüberschreitungen um bis zu 46 Prozent, erläuterte Dr. Michael Frehn von der „Planersocietät“ aus Dortmund. Frehn hatte bereits die Aufstellung des Verkehrskonzeptes Westerberg im Jahr 2015 begleitet. Bei diesem waren seinerzeit Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation im Osnabrücker Stadtteil Westerberg erarbeitet worden. Frehn war es auch, der bei der jüngsten Sitzung verschiedene Alternativen zu den Kissen vorstellte: „Die meisten Straßen wurden für Tempo 50 km/h gebaut. Unsere Aufgabe ist es jetzt, sie durch optische Änderungen auf 30 km/h zu reduzieren.“

Heike Stumberg erläuterte den Stand der Umsetzung der Maßnahmen, die vom Runden Tisch erarbeitet und vom Rat der Stadt Osnabrück verabschiedet worden sind. Die Fachdienstleiterin der Verkehrsplanung der Stadt Osnabrück legte dar, dass die umgesetzten Maßnahmen wirksam und damit erfolgreich sind. Beispielsweise wurde die Taktung der Buslinie 22 erhöht und die Route über den Wissenschaftspark geführt. Die Einrichtung der Artilleriestraße als Einbahnstraße sei weitgehend akzeptiert. Auch der zeitweise Aufbau von Dialogdisplays – mit denen Autofahrern das Einhalten der Geschwindigkeit mitgeteilt wird – zeigte Erfolge. Die Ausweitung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements laufe ebenso weiter, wie der Ausbau des Carsharings, Abstellanlagen für Fahrräder und der Bau von Querungshilfen für Fußgänger. Daraufhin forderten verschiedene Teilnehmer, dass die im Konzept verankerte Querungshilfe an der Gluckstraße/Sedanstraße dringend realisiert werden müsse, da der Bedarf – insbesondere für Kinder und ältere Menschen – groß sei.

Stumberg erläuterte anschließend noch nicht umgesetzte Maßnahmen, wie den Nord-Süd-Radweg. Die vom Runden Tisch gewünschte Quartierbuslinie werde aktuell nicht umgesetzt. Stattdessen seien der Streckenverlauf der Buslinie 22 und ihre Taktung erweitert worden.

Gefragt nach Rückmeldungen zur aktuellen Lage merkten die Teilnehmer des Runden Tisches an, dass aufgrund des abgebauten Berliner Kissens am Edinghäuser Weg die Querung der Straße nicht mehr sicher möglich sei. Zudem sei offenbar bei den Navigationsgeräten noch nicht angekommen, dass die Artilleriestraße nun Einbahnstraße sei, was zu ungelenken Wendemanövern vor allem bei ortsfremden Autofahrern führe. Eine Teilnehmerin bat um ein Parkverbot in der Straße „Am Natruper Holz“, da die Durchfahrt durch lange Segmente parkender Autos nicht mehr gewährleistet sei. Ihnen stünden jedoch durchaus Alternativen zur Verfügung. Andere Teilnehmer wiesen darauf hin, dass an der Straße parkende PKW begrüßenswert seien, da sie zu einer Verlangsamung des Verkehrs beitrügen. Zudem wiesen Teilnehmer darauf hin, dass der provisorische Fußweg an der Markuskirche nicht mehr sicher sei. Heike Stumberg sagte zu, die Vorschläge zu prüfen und ggf. Gegenmaßnahmen umzusetzen. Anschließend stellte Sabine Adamaschek, die Klimaschutzbeauftragte der Hochschule Osnabrück, mögliche Maßnahmen zur Reduzierung des PKW-Verkehrs auf dem Campus am Westerberg vor. Eine Zukunftsvision sei es, hier eine autofreie Zone umzusetzen – allerdings nicht ohne zu prüfen, wie in unmittelbarer Nähe für eine angemessene Parkplatzsituation gesorgt werden könnte.

Für die kommende Sitzung am 2. Juli wird Frehn zu den konkreten Vorschlägen und Anregungen aus den Arbeitskreisen Umsetzungsvorschläge erarbeiten, die dann diskutiert werden. Anschließend wird der Rat der Stadt Osnabrück über deren Einsatz entscheiden. In seinem Schlusswort betonte Stadtbaurat Otte, dass diese zusätzlichen Maßnahmen nicht notwendig wären, wenn sich alle an die aufgestellten Regeln hielten


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