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Grüne Finger

Die Grünen Finger im Stadtgebiet Osnabrücks sind ein radial angeordnetes System, das überwiegend aus Waldflächen, landwirtschaftlich genutzten Flächen und öffentlichen Grünflächen besteht. Sie gliedern die Stadt und verbinden sie mit der freien Landschaft im Außenbereich. Die Finger bieten beispielsweise Raum für die Trinkwassergewinnung, Lebensmittelproduktion und Naherholung, dienen aber auch als wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Außerdem übernehmen sie sehr wichtige Umweltfunktionen. Vor allem durch die Grünen Finger Sandbachtal und Röthebach-Belmer Bach strömt frische und kalte Luft in den Innenstadtbereich, was besonders in heißen Sommern essentiell für das Stadtklima und die Luftqualität ist. Als Überschwemmungsgebiete für Hochwasser schützt die Haseniederung die umliegenden Wohngebiete und die Innenstadt in Folge von Starkregenereignissen vor Schädigungen und erfüllt daher eine wichtige Pufferfunktion.

Die Grünen Finger sind in Osnabrück allerdings nicht zufällig entstanden. Bereits 1926 legte der damalige Stadtbaurat Lehmann in einem Generalbebauungsplan der Stadt Osnabrück fest, dass die "von Natur aus gegebenen Grüngebiete" mit den innerstädtischen Freiflächen zu verbinden seien.

Damit auch in Zukunft alle Bürger von den Qualitäten und vielfältigen Funktionen der Grünen Finger profitieren können, müssen sie nachhaltig gesichert und weiterentwickelt werden. Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der Hochschule Osnabrück arbeitet gemeinsam mit der Stadt Osnabrück und weiteren Akteuren daran, die Grünen Fingern als multifunktionales, identitätsstiftendes Freiraumsystem in der Stadtentwicklung zu verankern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Forschungs- und Entwicklungsvorhaben „Produktiv. Nachhaltig. Lebendig. Grüne Finger für eine klimaresiliente Stadt“ (Förderkennzeichen: 01LR1708A), um zur Entwicklung zukunftsfähiger klimaangepasster und lebenswerter Städte beizutragen.

Die Basis für den Erhalt dieser Landschaftsräume bilden verschiedene, zum Teil neu zu entwickelnde Formen landwirtschaftlicher, gärtnerischer, forstwirtschaftlicher u.a. Nutzungen (produktiv). Gleichzeitig muss die Ausgestaltung dieser Nutzungen die sozialen und ökologischen Funktionen der Grünen Finger stärken, die eine wichtige Voraussetzung eines guten Lebens in der Stadt bilden (nachhaltig). Durch vielfältige Aktionen und aktive Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger an ihrer Entwicklung soll zudem das Bewusstsein für die Bedeutung der Grünen Finger gestärkt werden (lebendig).

Die Grünen Finger machen natürlich nicht an den Stadtgrenzen Halt, sondern finden ihre Fortsetzung in der freien Landschaft auf dem angrenzenden Gebiet unserer Nachbargemeinden. Es ist daher unumgänglich, dass nicht nur Siedlungs- und Gewerbeflächenentwicklung gemeinsam mit den Umlandgemeinden betrieben wird, sondern auch eine grenzüberschreitende Landschaftsplanung in einer gemeinsamen Entwicklungspartnerschaft eine zentrale Rolle spielt.

Link zum städtischen Geodatenportal „Grüne Finger“.

Link zur Projektwebsite „Produktiv. Nachhaltig. Lebendig. – Grüne Finger für eine klimaresiliente Stadt“.


www.osnabrueck.de

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