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Hervorgeholt und hergezeigt
Ort: Museum Industriekultur Osnabrück, Haseschachtgebäude, Fürstenauer Weg 171

Viele Schätze eines Museums liegen gut verpackt und verborgen im Depot. Dort ruhen sie unter Tüchern oder in Kartons, einige sind zu empfindlich, um ständig gezeigt zu werden. Das Museum Industriekultur Osnabrück holt jetzt ausgesuchte Objekte aus seinem Depot und präsentiert sie in der Ausstellung, die immer aktuell bleibt durch beständigen Austausch einzelner Exponate. Die Besucher sind eingeladen, die Ausstellungsstücke in Augenschein zu nehmen und auf sich wirken zu lassen. So entstehen ganz eigene Sichtweisen auf die Dinge oder Erinnerungen werden wach, die mit bestimmten Objekten verbunden sind. Aber es werden auch Exponate vorgestellt und kommentiert. Einmal durch Menschen, die dem Museum Objekte zur Verfügung gestellt haben und auch durch die Mitarbeiter des Museums, die zu ihrer Auswahl der Exponate Stellung nehmen. Darunter lassen sich ungewöhnliche Interpretationen finden, sehr subjektiv geprägte Gedanken, die sich von der üblichen Art der Darstellung sicherlich etwas unterscheiden. Alles in Allem geht es um Schaulust und die Freude am Objekt, dessen Bedeutung in der Regel darüber hinausweist, was auf den ersten Blick zu entdecken ist. In der Ausstellung werden regelmäßig Exponate ausgetauscht, damit es immer wieder etwas Neues zu sehen gibt.

Sonntag, 22. April verlängert bis 28. Oktober 2018
Na dann, Prost! Die Geschichte der Gaststätten und Biergärten in und um Osnabrück

In der neuen Sonderausstellung des Museums wird es feuchtfröhlich. Es geht um eines der beliebtesten Freizeitvergnügen der Deutschen: den Besuch einer Gaststätte oder die Fahrt ins Grüne, mit dem Ziel vor Augen, ins Ausflugslokal nebst Biergarten einzukehren.
Rund 70 Ausflugslokale gab es im 19. Jahrhundert rund um Osnabrück. Die Namen der beliebten Einkehrorte waren so vielfältig wie ausgefallen: „Paradies“, „Bellevue“, „Lustgarten“, „Schumla“ oder „Tivoli“. Meist sonntags machte man sich auf, um einen netten Nachmittag in einem der zahlreichen Biergärten zu verbringen. Neben einer traditionellen Küche genoss der Gast hier Kaffee und Kuchen. Aber dem Namen entsprechend floss dort stets auch reichlich Bier. Für Unterhaltung sorgten unter anderem Konzerte und Kegelbahnen. Die typischen Ausflugslokale, die sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts stark vermehrten und heute kaum noch erhalten sind, lagen zumeist vor den Toren der Stadt.
Aber nicht nur dort kehrten die Osnabrücker Bürger ein, auch in der Innenstadt versprachen Gaststätten mit teils großen Sälen vergnügliche Stunden beim Feiern. Daneben gab es die zahlreichen Eckkneipen, in denen sich vornehmlich die Männerwelt das Feierabendbier genehmigte oder an Vereinsabenden teilnahm. Die Kneipe war infolgedessen aus dem Alltag vieler Menschen nicht wegzudenken. Das in den 1960er- und den 1970er-Jahren langsam einsetzende „Kneipensterben“ dokumentierte von daher auch große Veränderungen in der Freizeitgestaltung und im Konsumverhalten der bundesrepublikanischen Gesellschaft.
Da die meisten Gaststätten in den Stadtteilen schließen mussten, gingen diejenigen, die „einen drauf machen“ wollten, immer häufiger in die Osnabrücker Altstadt, wo sich aufgrund ausreichender Gästezahlen einige der Traditionskneipen halten konnten – mitunter mit neuem Besitzer und geändertem Namen.
Was sich mit den Jahren ebenfalls änderte, war die Versorgung der Lokale mit den Getränken, deren reichhaltiger Genuss so manchem einen „dicken Kopf“ einbrachte. Die traditionsreiche Osnabrücker Aktien-Bierbrauerei ist ebenso Geschichte, wie die Branntweinbrennerei Gosling am Neuen Graben.  In der Sonderausstellung des Museums werden etliche Aspekte dieser Geschichte skizziert, zahlreiche Exponate werden Bierseligkeit, Brauereiwesen, Freizeitspaß und Lokalrunden hinreichend beleuchten und für nüchterne Erkenntnis sorgen.
Ort: Magazingebäude, Süberweg 50 a, 49090 Osnabrück
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Das aktuelle Veranstaltungsprogramm des Museum Industriekultur finden Sie hier.


www.osnabrueck.de

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