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Fledermäuse

Fransen Fledermaus
Fransen Fledermaus
Bunker Klöckner Hase
Bunker Klöckner Hase
Zwerg Fledermaus
Zwerg Fledermaus
Gewölbe in Pye
Gewölbe in Pye

Die nachtaktiven Säugetiere spielten über Jahrhunderte hinweg im Ansehen eine eher negative Rolle. Sie galten bei uns als Vertreter dunkler Mächte, als Blut saugende Vampire und waren Symbol des Antichristen. Und heute werden sie manchmal nur als gefährliche Tollwutüberträger gesehen.

In anderen Kulturen (in China und Japan) wurden und werden sie als Glücksboten verehrt oder gelten als Lebewesen mit übersinnlichen, auch heilenden Kräften. In der Religion der Mayas und anderen mittelamerikanischen Kulturen wurden die Fledermäuse als Gottheit verehrt.

Ihre nächtliche und versteckte Lebensweise, ihr manchmal bizarres Aussehen und ihre Fähigkeit, in völliger Dunkelheit zu fliegen, ihre lautlose Fortbewegung und ihr Vermögen sich per Ultraschall zu orientieren, haben zu diesen Vorurteilen − negativen wie positiven − beigetragen.

In der heutigen Zeit sind es weniger die Vorurteile und Ängste, die den Fledermäusen das Leben schwer machen. An Gefährdungsursachen sind zu benennen:

  • Quartierverluste durch Baumaßnahmen, Nutzungsänderungen in Quartieren, Verschluss von Quartieren aus Sicherheitsgründen, Fällung von Quartierbäumen
  • Quartierstörungen durch Betreten, Vandalismus, Vermüllung
  • Lebensraumveränderungen durch Wegfall von Jagdgebieten und wichtigen Insektenlebensräumen, Intensivierung von Land- und Forstwirtschaft, Einsatz von Pestiziden, Siedlungserweiterungen, Flächenversiegelung, Beeinträchtigung des Orientierungsverhaltens zum Beispiel durch Ausbau des Verkehrswegenetzes oder die Zerschneidung von Flugwegen.

Von den in Niedersachsen vorkommenden 19 Fledermausarten wurden im Stadtgebiet von Osnabrück bisher 15 Arten nachgewiesen. Davon kommt als häufigste Art − auch mitten in der Stadt − die Zwergfledermaus vor. Ebenso ist die Breitflügelfledermaus auch häufiger im besiedelten Bereich anzutreffen. Am seltensten ist die Mopsfledermaus zu beobachten. Zahlreiche Fledermausarten finden sich auf der Roten Liste, sie sind somit im Bestand gefährdet.

Die Liste der im Stadtgebiet von Osnabrück nachgewiesenen Fledermausarten einschließlich Angaben zu Schutzstatus und Gefährdung können Sie hier einsehen oder herunterladen.

Gleichzeitig sind alle bei uns heimischen Fledermäuse als FFH-Anhang-IV-Arten naturschutzrechtlich streng geschützt. Somit gilt einerseits ein direktes Nachstellungs-, Beeinträchtigungs- und Tötungsverbot für jedes einzelne Tier. Andererseits sind die Lebensstätten der Fledermäuse insbesondere ihre Fortpflanzungs- und Ruhestätten geschützt und Störungen zu bestimmten sensiblen Zeiten, zu denen die Fortpflanzungs-, Wander- und Ruhezeiten gehören, sind unzulässig.

Die Fledermausvorkommen auch inmitten der Stadt Osnabrück − stellvertretend sei das Natura 2000 Gebiet Piesbergstollen genannt −, zeigen, dass ein "Zusammenleben" von  Mensch und Fledermaus auch in der Stadt möglich ist.

Immer mehr Menschen sehen Fledermäuse als das an, was sie sind: interessante Mitgeschöpfe mit erstaunlichen Fähigkeiten. Wer sich mit ihnen näher beschäftigt, kann erleben, welche Faszination von den Tieren ausgeht. Die Fledermäuse können nur in einer vielfältigen und gesunden Kulturlandschaft überleben.

Fledermausquartiere

Im Stadtgebiet von Osnabrück sind mehrere bedeutende Fledermausquartiere (Winter- und Sommerquartiere) bekannt.

  • Piesberg

    Bei den Untertagequartieren ist der Piesberg mit seinen durch den Bergbau entstanden Stollen, namentlich Heintzmannscher Stollen, Lechtinger Tiefstollen, Moosberger Stollen, Wasserstollen und weiteren Quartieren, von zentraler Bedeutung. Mit der Benennung des Natura 2000 Gebietes Piesbergstollen für den Fledermausschutz wird diese Bedeutung unterstrichen.

  • Steinbruch Westerberg

    Auch am Eingang eines kleineren Stollens im Steinbruch am Westerberg wurde 1999 eine entsprechende Sicherung eingebaut. Hierdurch konnten die intensiven menschlichen Störungen wie beispielsweise Vermüllen vermieden werden. Der Stollen steht jetzt unter anderem der Teichfledermaus und der Fransenfledermaus wieder uneingeschränkt zur Verfügung.
  • Botanischer Garten

    Im Sommer 2008 wurde unter Federführung des Freundeskreises des Botanischen Gartens der Universität Osnabrück ein Stollen, der bislang verfüllt und mit einem Betonpfropf verschlossen war, wieder geöffnet. Ziel ist es, den Stollen − versehen mit einer fledermausgerechten Öffnung − dort als weiteres Quartierangebot für Fledermausarten bereitzustellen. In dem Steinbruch ist auch ein Standort des Grünen Netzes mit Fledermausinformationen begründet.

Weitere Quartiere

Neben der Sicherung vorhandener Quartiere kann in begrenztem Umfang die Neuschaffung beziehungsweise fledermausgerechte Herrichtung bislang nicht durch die Tiere genutzter, geeignet erscheinender Quartiere zu einer Verbesserung der Situation beitragen. In diesem Zusammenhang wurden in Osnabrück vorhandene tauglich erscheinende Gebäudeteile fledermausfreundlich umgestaltet.

Hierzu gehören der Eiskeller im Bürgerpark, ein kleineres Gewölbe in Pye und ein kleiner Bunker an der Klöckner-Hase. Diese Objekte wurden mit Einflugöffnungen für die Tiere versehen, die gleichzeitig für Menschen unpassierbar sind. Da in diesen Unterkünften kaum Spalten und Nischen als Fledermausverstecke vorhanden sind, wurden Hohlblocksteine als potenzielle Hangplätze angebracht. Zumindest aus dem Eiskeller liegen inzwischen Nachweise von Fledermäusen − hier dem Braunen Langohr − vor.

Weitere Informationen:


    www.osnabrueck.de

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