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30.09.2016

Erweiterung des Rundwanderweges am Piesberg bis zu den Johannissteinen

Ein neuer Weg am Piesberg führt zu den Johannissteinen. Mehr als 40 Jahre durften nur die Angestellten des Steinbruchs den sagenumwobenen Platz besuchen: Ein neu erschlossener, 750 Meter langer Weg, eröffnet nun spektakuläre Blicke auf den Steinbruch. 17.000 Euro fielen als städtischer Anteil an den Kosten an, aber auch die Firma Cemex engagiert sich. Der Weg beginnt an der Aussichtsplattform in der Nähe des Wasserhochbehälters im Wallenhorster Ortsteil Lechtingen, geht an der Steinbruchkarte entlang und endet an den Steinen, die sich auf Osnabrücker Stadtgebiet befinden.

2016 09 28 Piesberg Silke Brickwedde 3.
(2016 09 28 Piesberg Silke Brickwedde 3) Gute Aussichten am Piesberg (von links): Hartmut Damerow (OSB), Peter Graf von Spee Regionalleiter Cemex, Holger Strubbe (OSB), Detlef Gerdts, Fachbereichsleiter Umwelt und Klimaschutz, Wallenhorsts Bürgermeister Otto Steinkamp, Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, Kämmerer Thomas Fillep, Stadt- und Kreisarchäologie Bodo Zehm, Karl- Heinz Uthmann vom Projektbüro Piesberg, Melanie Schnieders von Terra Vita und Solveig Steffen, Archäologische Denkmalpflege; Foto: Stadt Osnabrück / Silke Brickwedde

Bisher war es lebensgefährlich, die Steine aufzusuchen. Die Firma Cemex bricht in der unmittelbaren Umgebung nun keine Steine mehr und hat das Gebiet für den Tourismus freigegeben. Ein neuer Zaun schützt die Besucher davor, auf dem Weg und an Steinen in den Steinbruch abzurutschen. Unter den Füßen ist ein wassergebundener Schotterweg, der auch Regen standhält. Die Strecke ergänzt den acht Kilometer langen Rundwanderweg am Piesberg.
 
Die Johannissteine sind 300 Millionen Jahre alt und haben die Fantasie vieler Menschen angeregt, erläutert Stadt- und Kreisarchäologie Bodo Zehm. Fußspuren von Johannes dem Täufer seien darin zu sehen. Kleine Löcher wurden als altgermanische Sternwarte interpretiert, gar als Zentrum der Welt. Die Lösung: 1926 meißelte jemand Fußspuren hinein sowie acht Löcher, die die Figur des Sternbildes „Großer Wagen“ zeigen – als Werbung für ein Märchenbuch. Die Geschichte lief völlig aus dem Ruder, die Menschen interpretierten alles Mögliche hinein – unter anderem die NSDAP. Die Verursacher trauten sich nicht mehr die Wahrheit zu sagen. Erst in den 1970-er Jahren klärte sich die Sache auf.
 
Nicht weit von den Steinen entfernt, ist ein „Ping“, eine trichterförmige Vertiefung, die beim Bergbau entstanden ist sowie eine alte Sprengkammer, in der sich die Bergleute vor umherfliegenden Steinen schützten.
 
Der neue Weg führt außerdem vorbei an dem aus Steinen gelegten Labyrinth, das früher auf der Felsrippe platziert war. Auszubildende des Osnabrücker Service Betriebs (OSB) verlegten es neu und fügten auch einen Barfußpfad hinzu. Wie an anderen spannenden Stellen am Weg auch, erklären neue Schilder im Design des Naturparks TERRA vita, die Besonderheiten.
 
Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert freut sich über die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wallenhorst. „Der Piesberg besitzt eine Strahlkraft bis weit in die Region hinein.“ Die Landschaft habe viel Potenzial, das für den sanften Tourismus genutzt werde. Wallenhorsts Bürgermeister Otto Steinkamp lobte ebenfalls das vertrauensvolle Miteinander beider Kommunen. „Früher war der Piesberg nur als Müllkippe bekannt, heute steht er für Natur, Freizeit und Tourismus.“
 
Beide Bürgermeister betonten, wie wichtig das Gebiet für die Region sei. Griesert: „Hier schlägt das geologische Herz des Natur- und Geopark TERRA.vita, eines von sechs deutschen und insgesamt 120 globalen Geoparks, die seit November 2015 die Auszeichnung als UNESCO Global Geopark tragen dürfen.“


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