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Von Papst bis Popstar – das Goldene Buch der Stadt Osnabrück


Broschüre zur Ausstellung in erweiterter Version wieder erhältlich

Die inzwischen beendete Ausstellung „Von Papst bis Popstar – das Goldene Buch der Stadt Osnabrück“ erinnerte an besondere Gäste und ihre Erlebnisse in der Friedensstadt. Die zur Ausstellung erschienene und zwischenzeitig vergriffene Broschüre „Von Papst bis Popstar | Das Goldene Buch der Stadt Osnabrück“ ist jetzt wieder erhältlich – und das in einer erweiterten Version.

Die kostenlose Publikation gibt es im Rathaus, in der Tourist-Information in der Bierstraße 22-23 und kann auch gleich unten auf dieser Seite heruntergeladen werden.

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Königin Silvia von Schweden unterschreibt am 23. November 1997 als erste Prominente im zweiten Goldenen Buch der Stadt Osnabrück. Ihre Begleitung war der schwedische Bildungsminister Carl Tham (Mitte). Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip steht an ihrer Seite. Foto: Fritz Schwarzenberger
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Unterschrift von Königin Silvia; Foto: Stadt Osnabrück, Janin Arntzen

Bundespräsidenten, Monarchen und Fußball-Legenden - auf den Seiten der beiden Goldenen Bücher stehen berühmte Namen: zum Beispiel Papst Johannes Paul II., Königin Silvia von Schweden, Queen Mum, der Dalai Lama, Prinz Charles, Franz Beckenbauer und Robin Schulz, der DJ aus Osnabrück.  „Die Stadt Osnabrück ist stolz auf ihre beiden Goldenen Bücher“, so Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert „Sie sind kostbare Zeitzeugen und – wenn man so will – Gästebuch und Autogrammsammlung zugleich.“

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Im türkisfarbenen Chiffonkleid erscheint „Queen Mum“ Königinmutter Elizabeth am 15. Juli 1965 vor dem Rathaus. Foto: Walter Fricke
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Unterschrift der Queen Mum; Foto: Stadt Osnabrück, Janin Arntzen

Mancher Gast hat bleibenden Eindruck hinterlassen: Wie Papst Johannes Paul II., der sich vor dem Hauptportal des Domes eintrug und dabei fast vom Winde verweht wurde. Nur für ihn hat das Goldene Buch das Rathaus verlassen. Vielen unvergesslich bleibt auch der Besuch des Dalai Lama, der mit seinem Lächeln die Osnabrücker bezauberte.

Was nach der Abreise des Gastes bleibt, sind die Unterschrift, ein paar Fotos – und die Erinnerung daran, was während des Besuchs passiert ist. Die Ausstellung zeigt Fotos von ausgewählten Gästen und erzählt was vor - und manchmal auch hinter - den Kulissen geschehen ist.

Großes Aufsehen erregte der kurzfristig angesetzte  Besuch der schwedischen Königin Silvia. Sie war die erste Prominente, die 1997 im neu angeschafften Goldenen Buch unterschrieb. „Ich habe damals als Journalist über diesen Besuch berichtet“, erinnert sich Dr. Sven Jürgensen, Pressesprecher der Stadt „und durfte ein Interview mit ihr in einer Ausstellung über Königin Christina aufnehmen, zu deren Eröffnung sie in die Friedensstadt gekommen war.“ Kaum ein Jahr später kehrte sie zum Jahrhundertereignis „350 Jahre Westfälischer Frieden“ zurück, als die Monarchen im Minutentakt vor dem Rathaus eintrafen – und sich natürlich auch im Goldenen Buch eintrugen. Auf zwei Seiten reihen sich die Unterschriften von 20 Mitgliedern des europäischen Hochadels und  Staatsoberhäuptern aneinander.

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Zum Jubiläum „350 Jahre Westfälischer Frieden“ am 24. Oktober 1998 trugen sich 20 Mitglieder des europäischen Hochadels und Staatsoberhäuptern auf zwei Seiten ein. Foto: Stadt Osnabrück, Janin Arntzen

Viele hochrangige Persönlichkeiten nahmen den Füller im Friedenssaal in die Hand und beugten sich über die Seiten aus kostbarem Bütten. Wenn sie – mal mehr, mal weniger leserlich – die Buchstaben in blauer Tinte auf das Blatt schreiben - schaut ihnen dabei oft der Oberbürgermeister über die Schulter und ein Fotograf hält den Moment fest.

Im Goldenen Buch der Stadt Osnabrück stehen Bundespräsidenten, Bundeskanzler, Bundesminister, Ministerpräsidenten aber auch Politiker, Botschafter und geistliche Würdenträger aus aller Welt. Könige und Königinnen trugen sich ebenso im Goldenen Buch ein wie Künstler, Literaten, Philosophen und Sportler. Die Seiten sind noch lange nicht alle gefüllt, es bleibt spannend.

Hintergrund:

  • Der Verwaltungssauschuss schlägt die Persönlichkeiten vor, aber auch der Oberbürgermeister entscheidet im Einzelfall, wer um seine Unterschrift gebeten wird.
  • Jeder darf sich nur einmal eintragen – es sei denn, die Person hat eine neue Funktion inne oder kommt zu einem besonderen Ereignis. Angela Merkel hat zum Beispiel dreimal unterschrieben: 1991 war sie als Ministerin für Frauen und Jugend zu Gast in Osnabrück, dann 2006 als Kanzlerin und 2008 als Kanzlerin und Rednerin beim viel beachteten Katholikentag.
  • Auf jeder Seite ist viel Platz für die Unterschrift. Kurz bevor der Gast sich einträgt, schreibt der Kalligraph Jürgen Holzklau Namen und Funktion in Schönschrift auf das Bütten. So spät wie möglich, damit schlimmstenfalls keine Seite entfernt werden muss, falls doch jemand  kurzfristig absagt.
  • Das erste Goldene Buch der Stadt Osnabrück ist der Stadt am 1. Januar 1900 von Senator Haarmann geschenkt worden. Es lag fast 100 Jahre aus, von 1900 bis 1997.
  • Das erste Buch enthält auch eine Bilanz der Opfer und eine Chronik der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Selbst die Unter-schriften von Heinrich Himmler und Roland Freisler sind nach dem Ende des nationalsozialistischen Terrors nicht entfernt worden. Sie sollen an die zwölf Jahre dauernde Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus mahnen. Bei der Wiedereröffnung des Goldenen Buches 1948 verurteilen die in erster freier Wahl nach dem Krieg gewählten Ratsmitglieder die Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus und ermahnen die Osnabrücker Bürger dazu, sich nie wieder einer Diktatur zu beugen.
  • 20 Kilogramm wiegen die Seiten des zweiten Goldenen Buches mitsamt des schweren Einbands aus dunkelrotem Hirschkalbleder und vergoldeten Beschlägen – ein Werk und Geschenk des Gold- und Silberschmiedemeisters Wolfgang Grändorf und des Buchbinders Günter Thomas.

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