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26.09.2017

Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis

Der türkischen Journalistin und Schriftstellerin Aslı Erdoğan wurde am Freitag, 22. September, der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2017 verliehen. Während einer Feierstunde im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses überreichte Oberbürgermeister Wolfgang Griesert den Preis, der nach dem weltbekannten, in Osnabrück geborenen Schriftsteller Erich Maria Remarque benannt ist. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wurde zum 14. Mal verliehen. Als Vertreter der Initiative Pulse Of Europe nahm Dr. Daniel Röder einen mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis entgegen.

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(2017 09 22 EMR Preis Angela von Brill 1) Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert mit der Preisträgerin Aslı Erdoğan; Foto: Angela von Brill
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(2017 09 22 EMR Preis Angela von Brill 2) Oberbürgermeister Wolfgang Griesert mit Sabine und Daniel Röder; Foto: Angela von Brill
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(2017 09 22 EMR Preis Angela von Brill 3) Preisträgerin Aslı Erdoğan trägt sich ins Goldene Buch ein; Foto: Angela von Brill
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(2017 09 22 EMR Preis Angela von Brill 4) Eintrag ins Goldene Buch von Daniel Röder; Foto: Angela von Brill

„Aslı Erdoğan widmet sich in ihren Essays all den Themen, die die Spannungen innerhalb der Türkei, aber auch zwischen der Türkei und Europa ausmachen“, sagte Oberbürgermeister Griesert in seiner Begrüßungsrede. Er verwies auf die immer größer werdende Kluft zwischen Deutschland und der Türkei und verband die Preisverleihung mit der Hoffnung, dass sich die Türkei irgendwann wieder der Idee Europas annähern möge.

Aslı Erdoğans journalistische Tätigkeit hatte im vergangenen Jahr dazu geführt, dass sie inhaftiert wurde. Nach dem misslungenen Putschversuch des türkischen Militärs war sie zusammen mit zahlreichen Mitarbeitern der pro-kurdischen Tageszeitung Özgür Gündem verhaftet worden. Man bezichtigte sie der „Propaganda für eine illegale Organisation“ und der „Volksverhetzung“. „Die Nachwirkungen der Zeit im Gefängnis spüre ich jetzt noch“, sagte sie in ihrer Dankesrede. Noch lange nach der Haft habe sie Selbstmordgedanken gehegt. „Ich bin nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Opfer“, betonte Erdoğan. Daher verstehe sie sich als Stimme der Opfer von Unterdrückung und Gewalt, nicht nur in der Türkei, sondern überall.

„Ihr Antrieb ist die bedingungslose Nicht-Akzeptanz von Ungerechtigkeit, und zwar im Einzelfall, aber auch im kollektiven Fall einer Gesellschaft. Ihr Stilmittel ist die detailgetreue Beschreibung des Grauens nach reifer Beobachtung“, erklärte Laudator Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, die Motivation der Preisträgerin. Sie berichte aus der Perspektive eines „wackligen Beobachtungsturmes“, der für ihn zum Leuchtturm geworden sei.

Ähnlich formulierte es Professor Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück und Vorsitzender der Jury: „Aslı Erdoğan tritt unter Einsatz ihres Lebens für Freiheit und Menschrechte ein.“ Daher hätten die Juroren nicht lange diskutieren müssen, um ein einstimmiges Votum für die Schriftstellerin herbeizuführen. Einmal mehr dankte er allen, die es ermöglicht haben, dass Frau Erdoğan den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis persönlich entgegennehmen konnte. Erst wenige Tage vor der Preisverleihung hatte die Autorin, über die eine Ausreisesperre verhängt worden war, ihren Pass ausgehändigt bekommen, sodass sie nach Osnabrück reisen konnte.

Ganz selbstverständlich war Dr. Daniel Röder mit seiner Frau Sabine zur Preisverleihung gekommen. Gemeinsam hatten die beiden im vergangenen Jahr die Initiative Pulse of Europe gegründet, die jetzt mit dem Erich-Maria-Remarque-Sonderpreis ausgezeichnet wurde. „Wir bewegen uns im geschützten Raum eines Rechtsstaates. Daher erfordert unsere Initiative keinen Mut, sondern eher Handlungsstärke. Mut zeigt Frau Erdoğan, daher wurde sie jetzt für mich zum Vorbild“, zollte Röder in seiner Dankesrede der Schriftstellerin Respekt. Zuvor hatte Prof. Dr. Rita Süßmuth in ihrer Laudatio das bürgerliche Engagement der Inititative hervorgehoben: „Sie haben Menschen in ganz Europa von den Sofas geholt, um für den europäischen Gedanken auf die Straße zu gehen“, sagte die ehemalige Ministerin und langjährige Präsidentin des deutschen Bundestages. In 140 Städten Europas folge man mittlerweile dem Beispiel Röders und organisiere jeden Sonntag um 14 Uhr Kundgebungen auf öffentlichen Plätzen. „Ihre Initiative setzt in einer Welt der Verzweiflung ein Zeichen der Hoffung“, so Süßmuth.

Nach der Preisverleihung trugen sich Aslı Erdoğan und Dr. Daniel Röder ins Goldene Buch der Stadt Osnabrück ein.

Weitere Informationen unter www.osnabrueck.de/friedenspreis.


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