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Aktuelles

22.09.2017

Podiumsdiskussion zum Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2017

Am 22. September 2017 verleiht die Stadt Osnabrück zum 14. Mal den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis. Die Jury ehrt mit der renommierten Auszeichnung in diesem Jahr die türkische Journalistin und Schriftstellerin Aslı Erdoğan für ihr engagiertes Berichten über die Auswirkungen der politischen Verhältnisse in der Türkei auf die Menschen und ihren Alltag. Im Rahmenprogramm nahm Aslı Erdoğan an einer Podiumsdiskussion in der Aula des Osnabrücker Schlosses teil. Ebenso wie Dr. Daniel Röder, der als Initiator der Bürgerinitiative Pulse Of Europe den Sonderpreis entgegennehmen darf, stellte sich die Preisträgerin den Fragen von Moderatorin Esra Küçük.

E M R Friedenspreis Asli Erdogan Podium Osnabru ck c AngelavonBrill 5.
(E M R Friedenspreis Asli Erdogan Podium Osnabru ck c AngelavonBrill 5) Abendveranstaltung zum Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2017; Foto: Angela von Brill

„Freiheit und Menschenrechte sind in Europa bedroht“, erklärte Aslı Erdoğan, als sie von ihrer Motivation sprach, sich genau für diese Werte einzusetzen. Aus Neugier und dem Willen, sich konsequent auf die Seite der Opfer von Ungerechtigkeit und Gewalttätigkeit zu stellen, schöpfe sie die Kraft für ihr humanistisches Engagement.

Eine szenische Lesung aus ihrem Buch „Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch“ war der Diskussion vorausgegangen. In dem von Cornelia Kempers gelesenen und von elektronischer Musik illustrierten Kapitel aus dem Buch beschreibt die Autorin aus ihrer persönlichen Perspektive die Geschehnisse vom 15. Juli 2016, als das türkische Militär einen Putschversuch startete. Die danach einsetzende Verhaftungswelle führte zur Festnahme der Journalistin wegen „Propaganda für eine illegale Organisation“ und „Volksverhetzung“, weil sie für die pro-kurdische Tageszeitung Özgür Gündem gearbeitet hatte.

„Wir danken allen, die es ermöglich haben, dass Aslı Erdoğan den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises in Osnabrück persönlich entgegennehmen kann“, hatte Professor Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück und Vorsitzender der Jury, in seiner Begrüßung gesagt. Erst wenige Tage vor der Preisverleihung war die Ausreisesperre der Autorin aufgehoben worden und sie hatte ihren Pass ausgehändigt bekommen, sodass sie nach Osnabrück reisen konnte. „Möge der Preis Frau Erdoğan Stärke für ihr weiteres Engagement für Freiheit und Frieden geben“, wünschte der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert in seinem Grußwort. An Daniel Röder von der Initiative Pulse Of Europe gerichtet äußerte Griesert die Hoffnung, dass sie dazu beitragen möge, das „Gespenst des Nationalismus aus Europa zu vertreiben“.

„Die Stunde der Zivilgesellschaft hat geschlagen“, erklärte in diesem Zusammenhang Diskussionsteilnehmer Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Er war zur Buchmesse in Istanbul gewesen, als Aslı Erdoğan verhaftet wurde, und hatte vor ihrem Gefängnis eine Mahnwache abgehalten. Jeder Einzelne müsse sich wie die Journalistin für demokratische Grundwerte einsetzen, ansonsten trage er die „Schuld der Unterlassung“, so Skipis.

Zuvor hatte die Sozialwissenschaftlerin Prof. Dr. Latife Akyüz berichtet, unter welchen Bedingungen Akademiker zurzeit in der Türkei arbeiten. „Wenn sie kritisch und freiheitsliebend Wissen vermitteln, kann es passieren, dass sie von heute auf morgen ihren Job verlieren und auch die Möglichkeit, an einer anderen Universität zu lehren“, sagte sie. Weil sie eine Petition zur friedlichen Beilegung des Kurdenkonflikts unterzeichnet hatte, war ihr die Professur entzogen worden.

Im Rahmen eines Festaktes werden Aslı Erdoğan und Daniel Röder am Freitag, den 22. September, im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses offiziell die Preise überreicht.

Weitere Informationen unter www.osnabrueck.de/friedenspreis.


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