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Stadt Osnabrück | Friedenskultur

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09.02.2018

Stadt benennt historisch belastete Straßen um

Verwaltung und Anwohner erarbeiten gemeinsam Vorschläge für neue Straßennamen

Drei Straßen in Osnabrück sollen umbenannt werden, weil die Namensgeber auf unterschiedliche Weise durch den Nationalsozialismus belastet sind. Es handelt sich um die Carl-Diem-Straße im Stadtteil Wüste, die Giesbert-Bergerhoff-Straße im Stadtteil Atter und den Heinrich-Röper-Weg im Stadtteil Schölerberg. Dass die Straßen umbenannt werden, geht auf einen Beschluss des Rates vom 30. Mai 2017 zurück.

Zuvor hatte der Arbeitskreis Erinnerungskultur sich mit dem Thema befasst und den politischen Gremien aus diversen Gründen empfohlen, die Straßennamen zu ändern: Carl Diem war Mitbegründer der Deutschen Hochschule für Leibesübungen. In der NS-Zeit leitete er das Olympische Institut in Berlin. Immer wieder stellte Diem Zusammenhänge zwischen einer sportlichen Ausbildung und der Wehrfähigkeit her. Bei einer Rede auf dem Olympiagelände in Berlin forderte er die Hitlerjugend im März 1945 zum „finalen Opfergang für den Führer“ auf. In den folgenden Tagen kamen in Berlin hunderte Jugendliche bei dem Versuch um, sowjetische Panzerverbände aufzuhalten.

Giesbert Bergerhoff war von 1952 bis 1956 Bürgermeister von Atter. In der Zeit des Nationalsozialismus war er NSDAP-Funktionär und ab 1936 Ortsgruppenleiter der Partei. Zudem war er Mitglied in zahlreichen NS-Organisationen wie der Deutschen Arbeitsfront, der National-Sozialistischen Volkswohlfahrt, dem NS-Reichskriegerbund, der Deutschen Jägerschaft und dem Reichsluftschutzbund.

Heinrich Röper war seit 1934 SA-Sturmbannführer und wurde ein Jahr später zum SA-Obersturmbannführer befördert. Außerdem war er Mitglied der NSDAP und des Stadtrates.

Wie die Verwaltung mitteilt, gab es als Teil des Umbenennungs-Verfahrens öffentliche Informationsveranstaltungen in den jeweiligen Stadtteilen, bei denen Anwohner ihre Meinung zu den Umbenennungen äußern und Vorschläge für neue Straßennamen machen konnten. Zudem erläuterten Stadtrat Wolfgang Beckermann sowie Vertreter des Büros für Friedenskultur, des Fachbereichs Geodaten und Verkehrsanlagen und des Bürgeramts das Verfahren. Historiker erklärten außerdem historische Hintergründe der Straßennamen. Auch schriftlich und bei Bürgerforen, die jeweils eine Woche nach den Informationsveranstaltungen stattfanden, konnten Anwohner Vorschläge machen.

Für die Carl-Diem-Straße gab es aus Sicht der Verwaltung zwei geeignete Vorschläge. Der Os­na­brücker Sportclub (OSC) schlug Heinrich-Schucht-Straße vor. Schucht war der Gründervater des republikanischen Männer-Turnvereins, aus dem der OSC hervorging. Alternativ dazu plädierten 33 Anwohner wegen des moorigen Bodens in der Wüste schriftlich für den Namen An der Moorweide.

Ebenfalls zwei geeignete Vorschläge wurden für die Giesbert-Bergerhoff-Straße gemacht. Die Straße könnte entweder Hermann-Siegert-Straße oder Frida-Schröer-Straße heißen. Der 2016 verstorbene Siegert setzte sich für das Gemeinwohl des Stadtteils sowie den SV Atter ein. Schröer war eine Atteranerin, die 1943 Opfer der NS-Krankenmorde wurde. Ihren Namen schlug das Bürgerforum Atter vor.

Für den Heinrich-Röper-Weg schlug die Verwaltung eine Umbenennung in Färberweg vor, den die Anwohner mehrheitlich befürworteten. Hintergrund ist, dass die Straße in der ehemaligen Werkssiedlung der Textilfirma Hammersen liegt, deren Ursprung im Färber-Handwerk liegt.

Das weitere Verfahren sieht nun vor, den politischen Gremien noch vor der Sommerpause eine Beschlussvorlage zu dem Thema vorzulegen.


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