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Osnabrücker Steckenpferdreiten wird zum 68. Mal gefeiert

Steckenpferdreiter, Foto: Friedo Gentsch
Steckenpferdreiter, Foto: Friedo Gentsch
Umzug mit 1400 Viertklässlern erinnert an den Westfälischen Frieden von 1648

Am 25. Oktober 1648 wurde von der Treppe des Osnabrücker Rathauses der Westfälische Frieden verkündet. In Erinnerung daran wird alljährlich in Osnabrück am 25. Oktober der Friedenstag gefeiert. Aus diesem Anlass ziehen auch in diesem Jahr am Freitag, 25. Oktober, die Viertklässler der Grund- und Förderschulen Osnabrücks mit selbstgebastelten Steckenpferden und geschmückt mit farbigen Hüten durch die Innenstadt. Bereits zum 68. Mal findet das Steckenpferdreiten in der Friedensstadt Osnabrück statt.

Wichtiger Hinweis: Der Startpunkt ist in diesem Jahr der Schulhof der Domschule!


Steckenpferdreiten 2016; Foto: Friso Gentsch
Steckenpferdreiten 2016; Foto: Friso Gentsch

Das Steckenpferdreiten ist ein Friedensfest für Kinder, das ihnen den Gedanken der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens auf spielerische Weise vermitteln soll.

Foto: Bettina Meckel
Foto: Bettina Meckel

Als Gäste werden in diesem Jahr wieder Schülerinnen und Schüler der sechsten Klasse der Ismail-Kaymak-Schule aus der türkischen Partnerstadt Çanakkale teilnehmen, die anlässlich eines Schüleraustausches mit der Hauptschule Innenstadt zu Gast in Osnabrück sind und sich intensiv auf das Steckenpferdreiten vorbereitet haben.

Die Tradition des Steckenpferdreitens geht auf das Jahr 1650 zurück. In dem Jahr des Friedensexekutionshauptrezesses sollten in Nürnberg die praktischen Folgen aus dem zwei Jahre zuvor geschlossenen Westfälischen Friedensvertrag geregelt werden. Damals ritten Nürnberger Jungen mit Steckenpferden zu Fürst Piccolomini, dem Beauftragten des deutschen Kaisers Ferdinand III., um ein „Friedensgedächtnis“, ein Andenken an den Frieden, zu erbitten. Piccolomini ließ nach Abschluss des Exekutionsrezesses eine große Anzahl von silbernen, viereckigen Gedächtnispfennigen prägen, die auf der einen Seite einen Jungen als Steckenpferdreiter zeigen. Auch die Jugend erhielt die Münze, „um die Friedensfreude in die nächste Generation weiterzuvermitteln“. 

Die emsländischen Dichterinnen Clara und Emmy von Dincklage bearbeiteten 1875 in ihrem Buch „Geschichten für die Jugend" das Nürnberger Ereignis. In ihrer Sage ist der Schauplatz der Handlung die Friedensstadt Osnabrück. Die von Oberbürgermeister Griesert ausgeteilten Brezeln sollen die Erinnerung an den Frieden von 1648 symbolisieren.

Die Geschichte der Schwestern von Dincklage war letztlich die Quelle für das Osnabrücker Steckenpferdreiten, das 1948 der damalige Stadtarchivar Ludwig Bäte (1892-1977) anlässlich des 300. Jubiläums des Westfälischen Friedens im Rahmen der Friedensgedächtniswoche der Stadt Osnabrück ins Leben rief. Damals ritten rund 100 Jungen zu Ehren des Friedens durch die vom Krieg zerstörte Altstadt und umrundeten den Marktplatz zweimal.

Seit 1953 wird das Osnabrücker Steckenpferdreiten jährlich und in erweiterter Form veranstaltet. Seitdem hat es sich zu einem überregional bekannten Kinderfest etabliert. Veranstalter des Steckenpferdreitens ist das Projektbüro im städtischen Fachbereich Kultur. Ansprechpartnerin ist Anke Bramlage, Leiterin des Projektbüros, Tel. 323-4211 oder bramlage(at)osnabrueck.de.

„Streit der Farben“, Foto: © Hermann Pentermann

Weitere Informationen:

Fachbereich Kultur
Projektbüro
Anke Bramlage

Marienstraße 5/6
49074 Osnabrück

Telefon: 0541 323-4211

* von Jana Cordes und Silke Grade für die Stadt Osnabrück

Ausmalbilder für Grundschulen**

** von Talal Nayer für die Stadt Osnabrück gefördert durch die Landschaft des ehemaligen Fürstentums Osnabrück

Musik-Downloads Steckenpferdlieder

Steckenpferdsong (5 MB), © Stephan Rodefeld

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