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Stadt Osnabrück | Friedenskultur

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Gedenktafeln für ermordete Juden und Sinti

Gedenktafeln für ermordete Sinti

Zum 50. Jahrestags des Endes des Zweiten Weltkrieges wurden am 8. Mai 1995 auf dem Osnabrücker Marktplatz zwei Gedenktafeln für die von den Nationalsozialisten ermordeten Osnabrücker Juden und die Osnabrücker Sinti enthüllt. Der Aufstellung der Tafeln ging ein einstimmiger Beschluss des Stadtrates vom 31. Januar 1995 voraus. Im Anschluss an den Ratsbeschluss wandten sich der Rat und die Verwaltung der Stadt an die Öffentlichkeit, und baten um Mitfinanzierung der Bronzegusstafeln.

Die Stadt Osnabrück hatte in den achtziger Jahren begonnen, die Geschichte des Nationalsozialismus in Osnabrück aufzuarbeiten. Mit den Überlebenden der jüdischen Familien Osnabrücks wurde Kontakt aufgenommen, um den Weg ihrer Verfolgung, ihres Leides und der Emigration nachzuzeichnen. 1988 erschien dann der von Martina Sellmeyer und Peter Junk verfasste Band „Stationen auf dem Weg nach Ausschwitz“ über die Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung der Osnabrücker Juden von 1900 bis 1945. Von 1983 bis 1987 wurden die ehemaligen Bürger dieser Stadt, die in Israel, Südamerika oder den USA lebten, eingeladen, Osnabrück zu besuchen.

Ende 1992 schließlich initiierte die Felix-Nussbaum-Gesellschaft, angeregt durch Lea Rosh, die Aufstellung einer Gedenktafel mit den Namen der ermordeten Osnabrücker Juden. Parallel dazu ersuchte der Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, die Stadt, eine Gedenktafel für die von den Nationalsozialisten ermordeten Siniti und Roma zu erstellen.

Die Tafel für die ermordeten Osnabrücker Sinti wurde seitlich der Osnabrücker Stadtwaage aufgestellt. Auf der 150 mal 233 Zentimeter großen Tafel befinden sich 54 Namen. 33 Namen waren einem vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma herausgegebenen Gedenkbuch über die in Auschwitz-Birkenau ermordeten Sinti und Roma zu entnehmen. Weitere 21 Namen konnten durch den Osnabrücker Verein der Sinti und Roma und insbesondere durch die Mitwirkung der in Osnabrück lebenden Überlebenden genannt werden. Da es sich bei allen Opfern um Sinti handelte, wurde die Tafel den Osnabrücker Sinti gewidmet.

Die Tafel für die ermordeten Osnabrücker Juden wurde unter den Arkaden der Stadtbibliothek aufgestellt. Auf der 200 mal 270 Zentimeter großen Tafel befinden sich 161 Namen. Grundlage ist die Liste der Ermordeten, die in der Veröffentlichung „Stationen auf dem Weg nach Auschwitz“ (Seite 7/8) abgedruckt ist. Hier wurden nur die Namen derjenigen aufgenommen, die nach 1933 mindestens ein Jahr lang in Osnabrück lebten oder von hier deportiert wurden. Dieser Liste wurden weitere Namen in Abstimmung mit der Jüdischen Gemeinde Osnabrück hinzugefügt. Zu vermuten ist, dass dies zum einen Opfer waren, die bereits vor 1933 in andere Städte zogen und von dort deportiert wurden und auch sogenannte "Rassejuden", die nicht Mitglieder der Jüdischen Gemeinde waren sowie jüdische Patienten, die der Euthanasie in den Heil- und Pflegeanstalten in Osnabrück zum Opfer fielen.

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