Navigation über die Inhaltsbereiche dieser Seite

Stadt Osnabrück | Friedenskultur

Hauptinhalt

Die Friedensstadt gedenkt des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren

20.03.2014. In Osnabrück wird 100 Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges mit einem umfangreichen Programm von 70 Veranstaltern an diese Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts gedacht. “Krieg und Frieden in Geschichte und Gegenwart” ist das leitende Motiv für die 60 Veranstaltungen, die das städtische Büro für Friedenskultur koordiniert. Es umfasst Ausstellungen, Vorträge  und Diskussionen, Theater, Literatur, Film, Kunst, Konzerte, kirchliche Veranstaltungen und Projekte für Schulen und Jugendliche. Mit digitalen Angeboten werden neue Vermittlungswege begangen.

“Und immer wieder ist es der Osnabrücker Autor Erich Maria Remarque, der uns mit “Im Westen nichts Neues” einen Zugang zu den Schrecken dieses ersten, maschinell geführten Krieges eröffnet”, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. “Daher danke ich allen Ratsmitgliedern dafür, dass sie je einen Teil aus dem Roman lesen, der nach Ostern an 51 Tagen von OS-RADIO ausgestrahlt wird und auch im Internet gehört werden kann. Dieses Projekt ist ein Beispiel für das Jahresprogramm, in dem einerseits die Geschichte der Stadt Osnabrück mit der Geschichte dieses Weltkrieges verbunden wird und andererseits die historische Betrachtung den Bezug zur Gegenwart vermittelt.”

Ausstellungen, Literaturangebote und das Theater Osnabrück widmen sich Remarque. So zeigt das Erich Maria Remarque-Friedenszentrum zeigt ab dem 27. April eine Graphic Novel-Version von “Im Westen nichts Neues” und ab dem 31. Juli das Originalmanuskript, das erstmals wieder seit mehr als 20 Jahren öffentlich zu sehen ist. Das Theater Osnabrück präsentiert Remarques Roman der “Der schwarze Obelisk” am 31. Januar 2015 in einer Uraufführung.

Wie weit weg war der Krieg für die Osnabrücker? Die “Heimatfront” ist ein Schwerpunkt dieses Jahres, so dass die lokale Perspektive und die individuelle Betroffenheit der in Osnabrück lebenden Menschen besonders betrachtet wird. Über 2200 Osnabrücker verloren im Ersten Weltkrieg ihr Leben. Wer waren diese Menschen? Was können wir heute noch von ihnen erzählen und wie veränderte der Krieg das Leben in der Stadt? Antworten auf diese Fragen gibt die Ausstellung “Eine deutsche Stadt im Ersten Weltkrieg. Osnabrück 1914-1918”, die ab dem 25. Mai im Museum Industriekultur gezeigt wird.

In Kooperation mit dem Historischen Seminar der Universität Osnabrück und weiteren Partnern werden ab Juni 2014 eine Internetpräsentation zu den Kriegstoten Osnabrücks und ein digitaler Stadtrundgang angeboten. “Die Forschungen von Dr. Christoph Rass sind für unser Programm die Grundlage, nämlich die spezifische Situation in Osnabrück vorzustellen”, sagt Stadträtin Rita Maria Rzyski. Über eine App auf Smartphone oder Tablet-Computer erklären Originaldokumente näheres über die Osnabrücker während des Ersten Weltkrieges. “Am Ratsgymnasium erfährt der Interessierte beispielsweise etwas über die jungen Abiturienten, die in den Krieg zogen. Für weitere Stationen wie dem Marienhospital oder dem Bahnhof werden ortsspezifische Daten bereitgestellt”, erklärt Koordinatorin Christine Grewe vom Büro für Friedenskultur. Mit vorgelesenen Texten, zahlreichen Fotos, Videos - und Audioquellen wird die Stadtgeschichte lebendig vermittelt. Für Schulklassen, Gruppen und Einzelbesucher steht eine begrenzte Anzahl Tablets zur Ausleihe bereit.

Die wissenschaftliche Debatte wird maßgeblich von zwei Autoren geprägt, die beide in die Friedensstadt kommen: Am 21. Mai stellt der Historiker Christopher Clark seinen aktuelles Buch “Die Schlafwandler” vor und der Politikwissenschaftler Herfried Münkler spricht am 3. Juli mit dem Physiker Götz Neuneck über den Wandel bewaffneter Konflikte unter der Fragestellung “1914-2014: Von der maschinellen zur automatisierten Kriegsführung?”. Das erste Friedensgespräch in diesem Jahr findet am 25. März statt unter dem Titel: “Soldat sein heute. Einstellungen, Motivation und Selbstverständnis bei der Bundeswehr”.

Ihre Gedanken zum Thema Krieg und Frieden können Jugendliche beim Video-Projekt “Timeline – Was heißt denn hier Frieden?” der Film- und Bildungsinitiative einbringen. Einsendeschluss ist der 31. August. Die besten Videos werden im Herbst in einem Osnabrücker Kino gezeigt und als DVD veröffentlicht. Zudem hat der Osnabrücker Jugendmedienwettbewerb einen Sonderpreis zum gleichen Thema ausgeschrieben.
Die Ergebnisse ihres Projekts “1200 Monde” präsentieren Schüler des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums in einem Theaterstück, für das sie ihre Familienbiographien im Kontext von Migrations- und Zeitgeschichte der vergangenen 100 Jahre recherchiert haben. Aus Anekdoten wurden Texte, aus Fundstücken Ideen für Szenen, aus Bildern im Kopf entstand eine Inszenierung. Premiere ist am 22. Juli in der Lagerhalle.

Am 3. August eröffnet das Kulturgeschichtliche Museum die Ausstellung “1914 – 1918. Mit den Augen des anderen / Le regard de l’autre.  Karikatur und Propaganda im Ersten Weltkrieg.” Diese Präsentation ist Anlass für ein deutsch-französisches Schülerprojekt auch unter Einbeziehung von Osnabrücks Partnerstadt Angers. Anhand französischer Karikaturen sowie deutscher Postkarten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs wird ein Perspektivenwechsel über die nationalen Grenzen hinweg vorgenommen, um die Wirkung von Propagandamechanismen aufzudecken.

In einer Retrospektive zeigt das FilmFest Osnabrück vom 14. bis 19. Oktober den Ersten Weltkrieg im Spiegel der Kinogeschichte. Werke von Regielegenden wie Stanley Kubrick, Jean Renoir und Charlie Chaplin werden zu sehen sein.

Der Künstler Volker-Johannes Trieb schließlich wird unter dem Titel “Damals nicht, jetzt nicht, niemals!” 32 bearbeitete Eichenstämme im Stadtraum zeigen, in denen das Metall von Geschossen aus dem Ersten Weltkrieg von der Westfront steckt. Eröffnet wird die Installation am 30. Juli. Diese wird bis ins Jahr 2018, in dem vor 100 Jahren der Erste Weltkrieg endete, zu sehen sein.

“Ich danke allen Projektpartnern”, sagt Griesert, “die ihr Wissen und ihre Kompetenz eingebracht haben, um die Spuren zu verfolgen, die der Erste Weltkrieg auch in der Friedensstadt hinterlassen hat.”

Weitere und aktuelle Informationen bekommen Sie unter der Telefonnummer 0541 323-2287. Am 22. April erscheint eine ausführliche Programmbroschüre, die in der Bürgerberatung und Tourist-Information erhältlich ist, an weiteren öffentlichen Orten ausliegt oder von der Internetseite heruntergeladen werden kann.

Teilen

2 Klicks für mehr Datenschutz
Erst wenn Sie auf einen Button klicken, wird der Link zu einem sozialen Netzwerk aktiv (Farbe blau, Regler rechts).
Nach einem 2. Klick auf ein aktiviertes Logo gelangen Sie zum Login ihres Netzwerkes und können den Inhalt dort teilen. Alternativ können Sie unter den Einstellungen (Zahnrad) die einzelnen Netzwerke dauerhaft aktivieren.
In jedem Fall werden bereits durch das Aktivieren Daten an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und ggf. auch dort gespeichert. Daher sind sie auf www.osnabrueck.de standardmäßig deaktiviert. Mehr Info

www.osnabrueck.de/friedenskultur

Datenschutz | Impressum | Urheberrechte © 1996-2017: Stadt Osnabrück | Tel: 0541 323-0

Start | Inhalt | Kontakt

zum Seitenanfang mit der Seitenbereichsnavigation springen