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14.08.2017

Israels Botschafter besucht das Nussbaum-Haus

Yakov Hadas-Handelsman war auf Einladung Christian Wulffs zu Gast in Osnabrück

Für ihn war es ein Wunsch- und keinesfalls ein Pflichttermin: Der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman ist zu Gast im Felix-Nussbaum-Haus gewesen. Er kam auf Einladung von Christian Wulff, Bundespräsident a. D. Vor der Besichtigung des Museums trug sich der Botschafter in das Goldene Buch der Stadt Osnabrück ein.

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(2017 08 14 3) Museumsleiter Nils-Arne Kässens (links) und Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman vor dem berühmten Bild „Selbstbildnis mit Judenpass“ von Felix Nussbaum. Foto: Stadt Osnabrück, Gerhard Meyering
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(2017 08 14 Hadas Meyering 2) Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Osnabrück ein. Links schaut ihm Christian Wulff, Bundespräsident a.D. zu, rechts steht Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Stadt Osnabrück, Gerhard Meyering
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(2017 08 14 Hadas Meyering 1) Vor dem Felix-Nussbaum-Haus: (von links) Christian Wulff, Bundespräsident a.D., Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman, Museumsleiter Nils-Arne Kässens und Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Stadt Osnabrück, Gerhard Meyering

Wulff hatte als gebürtiger Osnabrücker und Mitglied im Beirat der Felix-Nussbaum-Foundation mehrfach mit Hadas-Handelsman über das Museum in Osnabrück gesprochen. „Heute ist Felix Nussbaum weltberühmt“, sagte der israelische Botschafter im Friedenssaal. „Er steht auch für die Erinnerungskultur, die Deutschland zu dem gemacht hat, was es heute ist.“ Es sei bedenklich, wenn es jetzt zu einer Gegenbewegung komme, einer Vergessenskultur. „Viele Menschen wollen einen Schlussstrich ziehen, doch das ist falsch.“

Osnabrück Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hob bei seiner Begrüßung hervor, wie wichtig es für die Friedenskultur ist, sich zu erinnern. „Dazu gehört auch der Umgang mit der jüngeren, dunklen Geschichte“, betonte er. „Vor 73 Jahren wurde der Osnabrücker Maler Felix Nussbaum in Ausschwitz ermordet. Das Felix-Nussbaum-Haus setzt mit seiner eindringlichen Architektur, der Sammlung und den Ausstellungen ein für jeden Besucher unvergessliches Zeichen für die Kunst und gegen Rassismus, Verfolgung und Krieg.“ Es wurde von Daniel Libeskind entworfen und 1998 eröffnet. „Im kommenden Jahr feiern wir also den 20. Geburtstag dieses Hauses. Sie werden – da bin ich sicher – einen intensiven Eindruck zurück nach Berlin mitnehmen.“

Der Leiter des Felix-Nussbaum-Hauses und des Kulturgeschichtlichen Museums, Nils-Arne Kässens, führte den Botschafter durch die Ausstellung. Hadas-Handelsman zeigte großes Interesse an den Bildern des Osnabrücker Malers. Lang verweilte er zum Beispiel vor dem bedrückkenden Bild „Der Flüchtling“ aus dem Jahr 1939. „Da ist alles drin“, sagt er nachdenklich und ließ sich ausführlich von der Kuratorin Anne Sybille Schwetter die Bilder erläutern.

Yakov Hadas-Handelsman ist überzeugt, dass Deutschland anders wahrgenommen würde, wenn es sich seiner Verantwortung nicht bewusst wäre. „Heute ist Deutschland eines der beliebtesten Länder der Welt – das liegt auch daran, weil es sich intensiv mit seiner Vergangenheit beschäftigt hat.“

In wenigen Monaten kehrt Hadas-Handelsman von Berlin zurück nach Israel, um dort Aufgaben im Außenministerium zu übernehmen. Christian Wulff freute sich, dem Botschafter seine Heimatstadt und das Museum, über das sie öfter gesprochen hatten, zu zeigen. „Nussbaum ist auch heute extrem aktuell“, sagte der Bundespräsident a.D. und erinnerte an die Gewalt rechtsextremer Fanatiker in Charlottesville in den USA. „Wir müssen den Anfängen wehren.“

Wulff lobte Yakov Hadas-Handelsman aber auch für seinen wunderbaren Humor, den der Israeli auch sofort hervorblitzen ließ. „Ich weiß, was das Allerwichtigste in dieser Stadt ist: der Sieg des VfL gegen den HSV. Das zeigt mal wieder, man kann alles erreichen, wenn man nur will.“



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