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Rettungsdienst

"Es gibt für alles eine Norm, sogar für die Größe von Schrauben, nur nicht für Hausnummern. Da fahr mal nachts durch ein Neubaugebiet, und du weißt, da braucht dich jemand ganz dringend und du findest das Haus nicht, weil die Leute eine kleine, unbeleuchtete Hausnummer schick finden." Stress für Markus Fricke, Rettungsassistent auf einem der Rettungswagen der Berufsfeuerwehr. Er informiert über Funk seinen Kollegen in der Leitstelle. Die Zeit rennt, der Mann der Anruferin hat einen Herzinfarkt, jede Sekunde zählt. Warum nur steht niemand vor der Haustür und weist die Retter ein?

Endlich: Die Leitstelle hat bei der Frau zurückgerufen, sie macht die Lichter an, winkt vor der Haustür. Fricke und ein Kollege schnappen sich die Notfallkoffer und laufen ins Haus. Die medizinische Hilfe ist Routine: Blutdruck messen, Infusionen vorbereiten, EKG. Eine Minute später trifft der Notarzt in Begleitung eines weiteren Rettungsassistenten ein. Der 54-jährige Herzpatient wird für den Transport vorbereitet und mit Blaulicht und Martinshorn ins Krankenhaus gefahren. Während der Fahrt wird er von Fricke und dem Notarzt betreut.

Alltag bei der Feuerwehr. 80 Prozent der Einsätze der Feuerwehrleute sind Rettungsdiensteinsätze. Jeder Feuerwehrmann ist ausgebildeter Rettungssanitäter. Viele, wie Markus Fricke und sein Kollege Erwin Thöle, haben eine zweijährige Zusatzausbildung zum Rettungsassistenten. Sie bilden die Besatzung der Rettungswagen, begleiten die Notärzte, die im Rendezvous-System mit den Rettungstransportwagen (RTW) zusammentreffen, fahren kranke Neugeborene in Hospitäler, bringen psychisch Kranke in Kliniken, helfen Unfallopfern.

"Der Großteil unserer im Schnitt zehn Einsätze während der Schicht sind internistische Notfälle", sagt Erwin Thöle. Herzinfarkte, Schlaganfälle, Asthmaanfälle. Unfälle dagegen machen zwar Schlagzeilen, verursachen aber nur einen kleinen Teil ihrer Einsätze. 24 Stunden Bereitschaft. Die Feuerwehrleute, die an diesem Tag für den Rettungsdienst eingeteilt sind, desinfizieren ihre Fahrzeuge nach dem letzten Einsatz, füllen Verbandsmaterial und Medikamente auf. Immer wieder stehen Schulungen durch den Notarzt an, bis erneut der Funkmeldeempfänger geht.

Markus Fricke und ein Kollege laufen zu den Fahrzeugen und nehmen den Einsatzbefehl aus dem Drucker. "Frau gestürzt, Verdacht auf Oberarmbruch", erfahren sie. Auf der Fahrt geht Markus Fricke die notwendigen Maßnahmen durch: Welche Geräte braucht er, was ist bei einem Bruch zu tun. "Vieles ist Routine, jeder Kollege hat sein Schema." Doch das greift nicht, wenn er zu einem Verkehrsunfall gerufen wird. Dann steht er vor einer völlig unbekannten Situation.

Die Rettungsassistenten erleben viel. "Wir kommen in viele Wohnungen, blicken tief in das Leben der Menschen", sagen Fricke und Thöle. Bedrückend sei es, nicht lange bei einer alten Frau bleiben zu können, deren Mann gerade in der Wohnung gestorben ist. "Alle Einsätze mit Kindern sind schlimm. Da ist es gut, wenn ich später zu Hause mit meiner Frau darüber reden kann", sagt Markus Fricke. Schöne Momente: eine Geburt in einer Wohnung. "Die werdende Mutter hatte den Weg in die Klinik nicht mehr geschafft."

Rettungsdienst 2016
Leistung Einsätze
Notfallrettung RTW

16.092

Notarzteinsätze

4.795

Qual. Krankentransporte

18.752


 
Gesamt

39.639


Weitere am Rettungsdienst beteiligte Beauftragte
ASB Arbeiter-Samariter-Bund
FKT Freier Krankentransport Brümmer GmbH & Co. KG
JUH Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
MHD Malteser Hilfsdienst gGmbH
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