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Finanzwirtschaft

Friedensthaler
Foto (c) Christine Rother

Um die nützliche Eigenschaft des Geldes zu erhalten und die negativen zu begrenzen, hat der Finanztheoretiker Silvio Gesell schon vor mehr als 100 Jahren das Konzept des Freigeldes entwickelt. Dem entsprechen die heutigen Regionalwährungen, auch Komplementär- oder Parallelwährung genannt. Ortsgebundene Währungen sind Triebfeder für das Teilen, Tauschen, Kooperieren, Helfen und bringen damit viele ökologische Vorzüge mit sich. Sie stärken kurze Wertschöpfungsketten und verkürzen die Wegstrecken der Versorgung mit einfachen Produkten.

Mit Regiogeld lassen sich keine Zinsen erwirtschaften. Es stärkt schon allein durch seinen Namen – Chiemgauer, Spreeblüte, Lausitzer, Elbtaler oder in Osnabrück der "friedensthaler" – die regionale Identität. Nach Angaben des Regiogeld-Verbandes existieren in Deutschland rund 30 aktive Regionalwährungen. Die tägliche Verwendung des Geldes weckt Heimatgefühle und Lokalpatriotismus. Lokales Geld fließt nicht ab, in andere Regionen oder Länder. Es wirkt in einer Region und verbindet die Kommune mit der Wirtschaft. Beispielsweise verbleibt vom Supermarktkauf beim Discounter nur ein sehr kleiner Teil des Geldes in der Stadt, rund 80 Prozent wandern ab.  Ähnlich verhält es sich bei den meisten Ketten für Bücher, Handys, Kleidung. Hingegen verbleiben die Umsätze größtenteils in der Region, wenn die Bürger regional hergestellte Produkte kaufen oder sich auf Inhaber-geführte Läden fokussieren.

Wenn Unternehmen eine Regionalwährung, etwa den "friedensthaler", akzeptieren, werden sie nach Möglichkeiten suchen, diesen auszugeben, etwa bei ihren Lieferanten. Andere Unternehmen, mit dieser Anfrage konfrontiert, werden ihrerseits die Verwendung in Erwägung ziehen. So stimuliert er bereits bestehende Geschäftsbeziehungen und lässt neue entstehen. Weitet sich das regionale Wirtschaftsnetzwerk aus, haben es zum Beispiel Gaststätten leichter, Lieferanten vor Ort zu finden. Das verlagert Wertschöpfung in die Region.  Zudem kann es Existenzgründern reizvoll erscheinen, bestimmte Produkte weiterzubearbeiten oder herzustellen, also beispielsweise Kaffee zu rösten oder Bier zu brauen.

Schon auf den ersten Blick der Unterstützung wert ist das Crowdfunding. Es ist eine besondere Form gegenseitiger Hilfe, manchmal auch "Schwarmfinanzierung" genannt. Wie bei der Gründung von Genossenschaften geht es beim Crowdfunding darum, viele Menschen zur Investition von relativ kleinen Beträgen zu bewegen. Oft sind es Projekte, für die konventionelle Banken keinen Kredit vergeben. In Osnabrück wurde dafür beispielsweise 2018 die Plattform "Unser Projekt" von den Stadtwerken gegründet.

Christine Rother
Projektbüro "Wirtschaftsförderung 4.0"
Referat für strategische Steuerung und Rat
Bierstraße 29/31 | Raum 50
Tel: 0541 323 2235
rother.c(at)osnabrueck.de


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