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26.08.2022

Familienbegleiterinnen erhalten den Yılmaz-Akyürek-Preis

Es ist immer gut, jemanden an seiner Seite zu haben, der sich auskennt. Die Familienbegleiterinnen der Stadt Osnabrück helfen Eltern sich zurechtfinden – vor allem, wenn sie unsicher sind, wie das deutsche System funktioniert. Alle Familienbegleiterinnen sind Mütter, die meisten haben selbst einen Migrationshintergrund, und alle sind mehrsprachig. Für ihren Einsatz erhalten sie den Yilmaz-Akyürek–Preis, der das Engagement von Menschen würdigt, die sich um die Integration verdient gemacht haben.

Die Familienbegleiterinnen rund um Karin Hooper (Mitte mit Preis) freuen sich über die Auszeichnung mit dem Yılmaz-Akyürek-Preis. Foto: Swaantje Hehmann

„Die 17 Familienbegleiterinnen sind die Brücke, die in den Kindergarten führt, zum Kinderarzt oder in die passende Beratungsstelle“, sagt Oberbürgermeisterin Katharina Pötter.  Die Angebote sind offen für alle Familien, im Speziellen für diejenigen mit geringeren Deutschkenntnissen.

Die Idee hinter dem Projekt Familienbegleitung ist einfach: Mütter kümmern sich um Familien, die zum Beispiel nicht wissen, wie sie einen Kitaplatz finden und welche Fördermöglichkeiten es für ihre kleinen Kinder gibt. Die mehrsprachigen Familienbegleiterinnen haben sich für ihre Aufgabe erfolgreich qualifiziert. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist, den Familien den Kontakt zur Kita zu erleichtern und ihnen über mögliche Hürden – auch sprachlich – hinwegzuhelfen.

Oft läuft es zum Beispiel so: Die Familienbegleiterinnen veranstalten beispielsweise offene Angebote auf den Spielplätzen im Stadtteil. So kommen sie ins Gespräch und vieles läuft über Mund-zu-Mund-Propaganda. „Yilmaz Akyürek hätte am Team der Familienbegleiterinnen seine helle Freude gehabt“, betonte die Oberbürgermeisterin. „Er war bekannt dafür, aus Problemen Lösungen zu machen und war ein Meister darin, Menschen zusammenzubringen.“ Über Familienzentren, Kitas, Netzwerkpartnerinnen, soziale Medien oder Flyer können Eltern die Familienbegleiterinnen kontaktieren. Die Beziehung zwischen den Eltern und der Familienbegleiterin ist oft sehr eng und vertrauensvoll. Dabei gilt: Der Beitrag der Familienbegleiterinnen ist eine freiwillige Leistung, die Familien entscheiden selbst über den Umfang der Hilfe.

Vor mehr als zehn Jahren waren die ersten Begleiterinnen unterwegs. 2017 wurde die Arbeit in den Stadtteilen Schinkel und Dodesheide ausgebaut. Das ging dank des Bundesprogramms Kita-Einstieg. Doch dieses Jahr läuft das Programm aus. Zur Freude und Erleichterung des Teams hat der Rat der Stadt Osnabrück beschlossen, dass das Erfolgsprogramm fortgesetzt wird. 17 Familienbegleiterinnen sind mittlerweile in den Stadtteilen Schinkel, Dodesheide und Eversburg/Atter bekannte Gesichter. Einigen von ihnen hat Yılmaz-Akyürek selbst geholfen, er war sogar zu Gast auf Hochzeiten der Familienbegleiterinnen. Es gibt viele Angebote, die kleine Kinder fördern und unterstützen – nur muss man auch davon wissen. Die Familienbegleiterinnen kennen sich aus. Sie helfen in den Beratungsstellen beim Übersetzen, füllen mit den Eltern komplizierte Anträge aus oder unterstützen den großen Bruder auch schon mal dabei, einen Brief aus der Schule zu verstehen – auch wenn sie eigentlich für das Kita-Kind da sind. Im Eltern-Café ist schon die ein oder andere Freundschaft entstanden und hat Mütter aus der Einsamkeit geholt. Katharina Pötter: „Unsere heutigen Preisträgerinnen bewegen sich auf den Spuren von Yilmaz Akyürek, in dem sie an Orte gehen, wo Zugewanderte herausgefordert sind. In seinem Sinn stehen Sie für Teilhabe und Verständigung ein.“ 

Hintergrund
Mit dem Yılmaz-Akyürek-Preis wird einmal im Jahr das Engagement von Menschen gewürdigt, die sich um Integration und die gegenseitige Anerkennung der Kulturen verdient gemacht haben.
Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und trägt den Namen eines ganz besonderen Osnabrückers: Yılmaz-Akyürek kam 1965 als einer der ersten Einwanderer der Nachkriegszeit aus der Türkei nach Osnabrück. Gleich nach seiner Ankunft merkte man, dass sein besonderes Anliegen die Integration ist. Er wurde Vorsitzender des türkischen Elternrats, später engagierte er sich im Ausländerbeirat der Stadt, dem er mehr als 20 Jahre angehörte. Unermüdlich setzte er sich für das friedliche Zusammenleben aller Osnabrücker ein, bis zu seinem Tod im Jahr 2007. Aus diesem Grund beschloss die Stadt, ab 2009 den Yılmaz-Akyürek-Integrationspreis zu verleihen. Außerdem wird in unregelmäßigen Abständen ein Stadtteilfest zu Ehren des Osnabrücker Bürgers gefeiert. 

Weitere Informationen: https://friedensstadt.osnabrueck.de/de/was-wir-machen/kultur-des-miteinanders/

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