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11.04.2017

Energiepartnerschaft am Piesberg - Stadtwerke und OSB machen Deponiegasnutzung effizienter

Die Stadtwerke Osnabrück und der Osnabrücker ServiceBetrieb (OSB) bauen die „Energiezentrale Piesberg“ aus.

170411 PI BHKW Piesberg.
(170411 PI BHKW Piesberg) Karl-Heinz Meyer, Leiter Energiedienstleistungen der Stadtwerke Osnabrück, Detlef Schnier, stellvertretender Betriebsleiter des Osnabrücker ServiceBetriebs, Christoph Hüls, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Osnabrück und Benedikt Röhrig, Projektingenieur des Osnabrücker ServiceBetriebs, freuen sich über die Energiepartnerschaft am Piesberg.

Durch die Erneuerung des bestehenden Blockheizkraftwerkes (BHKW) am Abfallwirtschaftszentrum kann das vorhandene Deponiegas effizienter genutzt werden. Das runderneuerte BHKW versorgt neuerdings das gesamte Areal mit Wärme und künftig auch mit Strom.

„Der Piesberg trägt nicht ohne Grund den inoffiziellen Namen ‚Energiezentrale Osnabrücks‘“, erläutert der Stadtwerke-Vorstandsvorsitzende Christoph Hüls bei einem gemeinsamen Vor-Ort-Termin. Die vier Windkraftanlagen auf Osnabrücks höchster Erhebung produzieren mehr als 14 Millionen Kilowattstunden (kWh) grünen Strom im Jahr. Zudem wird bereits seit  fast 30 Jahren das vorhandene Deponiegas energetisch genutzt. Drei BHKW wandeln das im ehemaligen Deponiekörper entstehende Methangas in Wärme um und versorgen damit ein Wohngebiet im Nachbarstadtteil Pye sowie das Gelände der ehemaligen Winkelhausenkaserne. „Das BHKW am Abfallwirtschaftszentrum war mittlerweile in die Jahre gekommen“, so Hüls. „Das bot uns die Möglichkeit, gemeinsam mit dem OSB über eine Erneuerung der Anlage im Rahmen einer Energiepartnerschaft nachzudenken – mit dem Ziel, auch das Abfallwirtschaftszentrum mit Wärme und auch Strom zu versorgen.“

OSB als Anlagenbetreiber
Ende des vergangenen Jahres ist das neue BHKW in Betrieb gegangen. Die dreimonatige Probephase ist reibungslos verlaufen. „Diese Partnerschaft hat für uns sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile“, rechnet der stellvertretende OSB-Betriebsleiter Detlef Schnier vor. Die bisher durch einen Erdgaskessel erzeugte Jahresmenge von rund 100.000 Kilowattstunden (kWh) Wärme wird jetzt „frei Haus“ vom BHKW geliefert. Gut 18.000 kg CO2 werden dadurch eingespart. „Zusätzlich müssen wir für die rund 700.000 Kilowattstunden selbsterzeugten und selbstgenutzten Strom keine bzw. geringere Abgaben und Umlagen zahlen.“ Der Grund ist die klare Rollenverteilung: Der OSB ist Betreiber des BHKW, die Stadtwerke sind Eigentümer. „Wir zahlen lediglich eine konstante Pachtgebühr an die Stadtwerke – und sparen somit unterm Strich jährlich gut 50.000 Euro ein“, betont Schnier.

Stadtwerke als Bauherr
Auch die Stadtwerke als Planer und Investor profitieren von der Partnerschaft. „Unser Invest in Höhe von rund 660.000 Euro rentiert sich insofern, dass wir mit dem OSB einen verlässlichen Vertragspartner haben“, ergänzt Christoph Hüls. „Ein klassisches Contracting-Modell mit Vorteilen für beide Partner.“ Der Stadtwerke-Chef weist in diesem Zuge auf eine technische Besonderheit hin: Das neue BHKW kann sowohl mit Deponiegas als auch parallel mit Erdgas betrieben werden. „Dieser Mischgasmotor macht den Betrieb hinsichtlich des zu erwartenden – zwar langsamen aber stetigen – Rückgangs der Deponiegasmenge und -qualität zukunftssicher.“ Ziel sei es, das Deponiegas so lange und so effizient wie möglich nutzen zu können.

Weiteres BHKW erneuert
Neben dem BHKW am Abfallwirtschaftszentrum haben die Stadtwerke auch das Blockheizkraftwerk im Wohngebiet „Auf der Hegge“ in Pye erneuert. Mittelfristig soll auch das BHKW auf dem Gelände der ehemaligen Winkelhausenkaserne auf den technisch neuesten Stand gebracht werden. „Hier werden sämtliche Gebäude mit Wärme aus Deponiegas vom Piesberg versorgt“, erläutert Hüls und greift den inoffiziellen Titel des Piesbergs wieder auf: „Die Energiezentrale Osnabrücks macht ihren Namen somit alle Ehre.“



www.osnabrueck.de

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