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Geplantes Neubaubaugebiet an der Windthorststraße

Die Stadt Osnabrück prüft zurzeit im Stadtteil Schinkel-Ost eine weitere Wohnbauflächenentwicklung. Nördlich und südlich der Windthorststraße soll ein Quartier mit einer Mischung aus Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern entstehen. Am 25. Juni 2020 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit beschlossen. In diesem ersten Verfahrensschritt der verbindlichen Bauleitplanung wurden zahlreiche Stellungnahmen abgegeben, die im weiteren Verfahren zu prüfen sind.

Städtebauliches Konzept

Das der Stadt vorliegende Bebauungs- und Erschließungskonzept einer privaten Erschließungsträgerin stellt eine mögliche Ausgestaltung einer zukünftigen Bebauung dar. Auf Grundlage des vorliegenden Konzepts könnten insgesamt zirka 300 Wohneinheiten im Plangebiet entstehen, davon etwa 140 in Einfamilienhäusern und etwa 160 in Mehrfamilienhäusern.

Das Konzept sieht Bauflächen vor, die sich durch neue öffentliche Grünflächen zum angrenzenden Freiraum abgrenzen würden. Diese öffentlichen Grünflächen könnten zum Teil auch die Funktion als Flächen für die Wasserwirtschaft aufnehmen. Darüber hinaus sieht das Konzept zwei neue Kinderspielplätze innerhalb des Plangebiets vor. Insgesamt sollen Grünflächen das Gebiet mit der Umgebung vernetzen und neue attraktive Wegeverbindungen geschaffen werden.

Weiterhin sind zwei von Nord nach Süd verlaufende Korridore für die Beibehaltung der vorhandenen Kaltluftströme aus dem Bereich Schinkelberg in Richtung der bestehenden Siedlungsbereiche vorgesehen.

Innerhalb des Plangebiets sollen 15 % der geschaffenen Wohnflächen als preisgebundener Wohnraum entstehen beziehungsweise 15 % der zukünftigen Baugrundstücke vergünstigt veräußert werden.

Warum prüft die Stadt Osnabrück eine Bebaubarkeit?

Zum Erhalt und zum Ausbau der Attraktivität der Stadt Osnabrück ist es erforderlich, den Menschen ausreichend Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Die wachsende Einwohnerzahl in der Stadt Osnabrück und die gestiegenen Wohnflächen-ansprüche haben zu einer angespannten Wohnungsmarktsituation geführt. Dieser Situation begegnet die Stadt Osnabrück mit einer Initiative zur Ausweisung von zusätzlichem Wohnbauland entsprechend dem „Handlungsprogramm Bezahlbarer Wohnraum“ (www.osnabrueck.de/wohnraumkonzept).

Aufgrund der Lage des Plangebiets im direkten Anschluss an eine bestehende Siedlungsstruktur sowie aufgrund einer vorhandenen Flächenverfügbarkeit durch eine private Erschließungsträgerin weist die vorliegende Fläche grundsätzlich ein hohes Potenzial für eine Wohnbauflächenentwicklung auf. Zudem könnten mit der Entwicklung eines Wohngebiets vorhandene Infrastruktureinrichtungen sinnvoll genutzt werden.

Wie würde sich eine Bebauung auf das Stadtklima auswirken?

Eine gesamtstädtische klimaökologische Untersuchung aus dem Jahr 2017 hat ergeben, dass auch der Bereich Schinkel-Ost zum Teil ungünstige bioklimatische Bedingungen aufweist. Zudem übernehmen hier vorhandene Freiflächen eine sehr hohe bioklimatische Funktion, da sie wichtige Leitbahnen und Entstehungsgebiete für Kalt- und Frischluft darstellen.

Um vertiefende Aussagen zu erhalten, welche Auswirkungen zusätzliche Bauflächen im östlichen Stadtgebiet in Bezug auf das Stadtklima hätten, wurde 2019 eine großräumige vertiefende stadtklimatische Untersuchung für den Bereich des Stadtteils Schinkel-Ost durchgeführt. Dabei zielt die Untersuchung vornehmlich auf eine Beurteilung des Kaltluftprozessgeschehens ab (vgl. VDI-Richtlinie 3787).

Sämtliche Ergebnisse beziehen sich auf die sogenannten „autochthonen Wetterlagen“. Das sind „durchschnittliche Sommertage“ mit einer austauscharmen Sommernacht mit geringem Luftaustausch, fehlender Bewölkung und Ostwindlagen. Eine solche besondere Wetterlage führt zu einer höheren Belastung und tritt jeden Sommer an zirka 20 % der Sommertage auf.

Grundsätzlich wurde im Rahmen der Untersuchung festgestellt, dass eine weitere Bebauung vorhandener Freiflächen im Untersuchungsgebiet insbesondere für das großräumige Kaltluftprozessgeschehen ein hohes Konfliktpotenzial aufweist. Das bedeutet, dass sich die Kaltluft von Osten kommend an heißen Sommertagen nicht mehr so weit in Richtung Innenstadt verteilen könnte und damit negative bioklimatische Auswirkungen auf den Stadtteil Schinkel aufgrund eines verringerten Kaltluftvolumenstroms und damit einer schlechteren Durchlüftung in der Nacht hätte.

Unzutreffend ist dabei die Aussage, dass durch ein neues Baugebiet an der Windthorststraße die Temperaturen in den angrenzenden Siedlungsbereichen um 7°C ansteigen würden.

Allgemein anerkannt ist jedoch die Tatsache, dass Innenstädte im Vergleich zum weitgehend natürlichen, unbebauten Umland aufgrund menschlicher Einflüsse (unter anderem hoher Versiegelungsgrad, weniger Vegetation, Strömungshindernisse, Emissionen durch Verkehr, Industrie und Haushalt) im Sommer grundsätzlich durch höhere Temperaturen gekennzeichnet sind. Für die Stadt Osnabrück hat die stadtklimatische Untersuchung 2017 aufgezeigt, dass vor allem in der stark verdichteten Innenstadt bei bestimmten Wetterlagen eine Überwärmung auftritt und nachts Temperaturunterschiede von bis zu 7°C zwischen der Innenstadt und dem Umland auftreten. Das Phänomen der Überwärmung wird als „Städtische Wärmeinsel“ bezeichnet.

Bei einer Bebauung zusätzlicher Bauflächen würden im Vergleich zum unbebauten Zustand vor allem die Temperaturen innerhalb dieser Baugebiete selbst ansteigen. In der näheren Umgebung (Bestandsbebauung und Freiflächen) sind demgegenüber nur geringfügige Zunahmen der bodennahen Lufttemperatur und der Temperatur in höheren Luftschichten zu erwarten.

Weitere Informationen gibt es unter www.osnabrueck.de/stadtklima.

Wie geht es weiter?

Im Rahmen des weiteren Bauleitplanverfahrens sind noch zahlreiche Untersuchungen erforderlich.

Zudem ist anhand weiterer Planungsvarianten zu prüfen, ob durch eine Änderung der Gebäudeformen, durch eine Modifizierung der Anzahl und der Ausrichtung der zulässigen Baukörper und der Baufelder eine bessere Durchströmbarkeit des Plangebiets selbst und eine geringere Strömungsunterbrechung von Kaltluft in Richtung Innenstadt möglich wären.

Bei der Detailplanung der Baufelder werden die klimatischen Aspekte berücksichtigt. Dies kann im Ergebnis bedeuten, dass ggf. auch eine Verkleinerung der Baufelder oder eine Verschiebung der Baukörper und Konzentrierung, zum Beispiel durch eine verdichtete Bauweise, erfolgt. Darüber hinaus wird eine integrierte Planung zu weiteren Aspekten wie zum Beispiel soziale Infrastruktur, verkehrliche Erschließung, der Kleingartenverein und andere Aspekte verfolgt.




www.osnabrueck.de

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