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Ausstellung: „Willkommen in Osnabrück, Eure Majestät!“

1998 – als Europa den Frieden feiert

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Nach dem Gottesdienst stehen die Gäste auf dem Markt: Königin Paola von Belgien (links im dunklen Kostüm), König Carl Gustav von Schweden, rechts hinter ihm Königin Beatrix der Niederlande mit grünem Hut, vorn Angelo Kardinal Sodano, hinter dem Kardinal Prinz Henrik von Dänemark im braunen Mantel und Königin Silvia von Schweden mit rotem Hut, neben dem Kardinal sind vorn Jean Großherzog von Luxemburg und seine Frau Josephine zu sehen, hinter dem Paar steht Dänemarks Königin Margrethe im blauen Mantel, neben Margrethe ist Lennart Meri, Präsident Estlands. Neben der Großherzogin von Luxemburg steht Marianne Horstkötter, Lebensgefährtin des stellvertretenden Ministerpräsidenten Niedersachsens Gerhard Glogowski, der von Bundespräsident Roman Herzog (seitlich vorn rechts) verdeckt wird. Foto: Fritz Schwarzenberger

Die Ausstellung „Willkommen in Osnabrück, Eure Majestät!“ im Dachgeschoss des historischen Rathauses erinnert an den Tag, als vier Könige, fünf Königinnen, zwei Fürsten und acht Präsidenten nach Osnabrück kamen. Vor 20 Jahren, am 24. Oktober 1998, fand das größte protokollarische Ereignis der Bundesrepublik statt: Zum Jubiläum „350 Jahre Westfälischer Friede“ trafen sich Europas Staatsoberhäupter in Osnabrück und Münster.

Viele Gäste waren so bedeutend, dass die Stadt Osnabrück sie jederzeit auch einzeln mit allen Ehren empfangen hätte. Da waren zum einen die Präsidenten aus Frankreich, Italien, Polen, Lettland, Estland, Litauen, Finnland und der Schweiz. Doch das ganz große Interesse – das zeigt auch die umfangreiche Vorberichterstattung in den Medien deutlich – galt den Monarchen. Im Mittelpunkt standen Carl Gustav und Silvia von Schweden, Beatrix der Niederlande, Margrethe von Dänemark und ihr mittlerweile verstorbener Mann Prinz Henrik, Harald und Sonja von Norwegen sowie Albert und Paola von Belgien.

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Publikumsliebling ist Königin Silvia von Schweden, die sich Zeit für die Zuschauer nimmt und sich auch über Blumen freut. Foto: Fritz Schwarzenberger

Für aufregende Minuten beim Protokoll sorgte König Juan Carlos von Spanien, der auf den ökumenischen Gottesdienst in der Marienkirche verzichtete, verspätet beim Empfang eintraf und die versammelten Staatsoberhäupter im Friedenssaal warten ließ.

Die Ausstellung zeigt ab sofort auf 22 Tafeln viele Bilder von diesen ereignisreichen Stunden, berichtet, was in der Zeit von 8.30 bis 13.15 Uhr geschah und weist auch auf Personen hin, die damals noch nicht im Mittelpunkt des Interesses standen. Zum Beispiel waren zwei kommende Bundespräsidenten unter den Gästen: Johannes Rau und Frank-Walter Steinmeier. Ob Steinmeier, der damals Leiter der niedersächsischen Staatskanzlei war, geahnt hat, dass er 2016 als Außenminister bei den Osnabrücker Friedensgesprächen den Vertrag als Inspiration für die Lösung heutiger Konflikte empfehlen sollte?

Nie zuvor standen so viele bedeutende Persönlichkeiten im Friedenssaal wie in dieser einen Stunde beim Festakt vor 20 Jahren. Majestäten, Exzellenzen und Eminenzen betrachteten den filigranen Kronleuchter, plauderten vertraut miteinander und als das Warten auf Juan Carlos etwas zu lang wurde, ließen sich Bundespräsident Roman Herzog und die Königinnen Silvia und Beatrix die Osnabrücker Stadtgeschichte erläutern.

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Im Friedenssaal geht der Blick zum Kronleuchter: Königin Margrethe II. von Dänemark (links), Fürst Hans Adam von und zu Liechtenstein, Josephine Charlotte Großherzogin von Luxemburg, Königin Sonja von Norwegen, König Harald V. von Norwegen. Foto: Fritz Schwarzenberger

„Ich zeige heute gern die Doppelseite mit den 20 Unterschriften im Goldenen Buch der Stadt Osnabrück, sie ist ein einmaliges historisches Dokument“, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. „Dass der Dreißigjährige Krieg 1648 durch die Verhandlungen der Gesandten in Osnabrück beendet wurde, prägt die Friedensstadt bis heute. Der Friedensschluss ist das herausragende Ereignis der Stadtgeschichte, der Friedensgedanke und friedenspolitische Auftrag bestimmen das politische und kulturelle Leben der Stadt.“

Die Ausstellung ist im Referat Medien und Öffentlichkeitsarbeit entstanden. „Meine Kolleginnen Janin Arntzen und Silke Brickwedde haben sie erarbeitet“, sagt Dr. Sven Jürgensen, Pressesprecher der Stadt Osnabrück. „Die Grafikdesignerin Janin Arntzen hat die 22 Tafeln gestaltet, Silke Brickwedde hat die umfangreichen Recherchen und die redaktionelle Aufbereitung übernommen.“ Sie ist voraussichtlich ein Jahr lang zu sehen. Die historischen Fotos kommen aus dem Fotostudio Fritz Schwarzenberger.

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Im Dachgeschoss des historischen Rathauses ist zurzeit die Ausstellung „Willkommen in Osnabrück, Eure Majestät!“ zu sehen, die an den 24. Oktober 1998 erinnert, als Europas Staatsoberhäupter den Westfälischen Frieden feierten. Sie wurde von Silke Brickwedde (links) und Janin Arntzen erarbeitet. Foto: Stadt Osnabrück, Simon Vonstein

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samstags: 9 bis 16 Uhr (während des Weihnachtsmarkts und der Maiwoche bis 18 Uhr)
sonntags: 10 bis 16 Uhr (während des Weihnachtsmarkts und der Maiwoche bis 18 Uhr)

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