Katalog

 

Das Werkverzeichnis

Das Werkverzeichnis umfasst alle heute bekannten Arbeiten des 1904 in Osnabrück geborenen und 1944 in Auschwitz ermordeten Künstlers Felix Nussbaum. Die ständig aktualisierte Datenbank bietet neben den Abbildungen sämtlicher Gemälde, Grafiken und Gelegenheitsarbeiten mit allen relevanten Zusatzinformationen zu einem Werk Texte zum Gesamtwerk des Künstlers sowie zur Überlieferung und Erforschung der Bilder. Drei Suchoptionen ermöglichen umfangreiche Recherchemöglichkeiten.
Das künstlerische Werk ist den Schaffensphasen Felix Nussbaums entsprechend chronologisch geordnet. Die ebenfalls vollständig verzeichneten Gelegenheitsarbeiten sind gesondert aufgeführt.

WV-Nr. 1 – 139 Osnabrück und Berlin (1920-1932)

phase1Das Frühwerk des Künstlers entsteht in den Jahren zwischen 1920 und 1932 vorrangig in Berlin, wo er seit 1924 die Preußische Akademie der Künste besucht und bereits 1931 eine bekannte Größe unter den Künstlern der jungen Generation ist. Sind in seinen frühen Bildern noch Anklänge an die Malerei Vincent van Goghs zu entdecken, sind in seiner Berliner Zeit vor allem Henri Rousseau, Giorgio de Chirico und der in Berlin lehrende Maler Carl Hofer als künstlerische Vorbilder auszumachen. Zunehmend erarbeitet er sich seinen individuellen, naiv-neusachlichen Stil, bei dem die Verwendung von Symbolzeichen und allegorischen Motiven eine besondere Rolle spielt.


WV-Nr. 140 – 203 Italien (1932-1934)

phase2Im Oktober 1932 reist Felix Nussbaum als Studiengast der Villa Massimo nach Rom und kehrt in Folge der politischen Ereignisse nicht mehr nach Deutschland zurück. Auf seinen Reisen durch die italienische Riviera gelingt es ihm eine Zeit lang, den bedrohlichen Erlebnissen Bilder von beschwichtigender Schönheit entgegenzusetzen. Ab 1934 gewinnt die Malerei für ihn jedoch existenzielle Bedeutung: Farben, Motive und Metaphern seiner Bilder zeugen von der Ahnung einer ungewissen Zukunft.


WV-Nr. 204 – 320 Ostende (1935-1937)

phase3Felix Nussbaum reist im Februar 1935 mit einem Touristenvisum ins belgische Ostende. Hier entstehen Hafen- und Straßenmotive von sich stetig verdunkelnder Eintönigkeit. Im Mittelpunkt seines Schaffens im Jahr 1936 steht eine Serie von Selbstbildnissen, die von der Auseinandersetzung mit seiner tiefen Verunsicherung zeugen. Das Spektrum dieser Selbstbefragung reicht von der emotionalen Hilflosigkeit der Grimassen (und Maskeraden), die von der „Fremdheit des eigenen Ichs“ zeugen, bis zum beruhigten, wahren Selbstporträt.


WV-Nr. 321 – 391 Brüssel (1937-1940)

phase4Felix Nussbaum geht 1937 nach Brüssel und bezieht eine Wohnung in der Rue Archimède. Eine Gruppe von Werken dieser Jahre belegt die teilweise ironisch anmutende Auseinandersetzung mit dem von der „Ecole de Paris“ geprägten belgischen Kunstgeschmack. Trotz des eindeutig formalen Anliegens dieser Werke erscheint immer auch Nussbaums reale Situation gespiegelt: Stillstand, Orientierungslosigkeit, Irritation. Neben einigen politischen Arbeiten um 1938 entsteht um die Jahreswende 1939/40 eine Reihe von Stillleben, in denen die Dinge der „toten Natur“ zu Bedeutungsträgern und Metaphern seiner politischen Lebensumstände werden.


WV-Nr. 392 – 456 Brüssel (1940-1944)

phase5Felix Nussbaum wird nach dem Einmarsch deutscher Truppen in Belgien am 10. Mai 1940 verhaftet und im Lager Saint Cyprien (Pyrenäen) interniert. Im August/September glückt ihm die Flucht nach Brüssel, wo er in einer Mansarde in der Rue Archimède untertaucht. Die Lagererfahrungen prägen Nussbaums Malerei der darauf folgenden Jahre entscheidend. Die Themen des Krieges und der Vertreibung, der Angst und der Trauer bestimmen seine Bilder. Nussbaum entwickelt eine allegorische und metaphernreiche Bildsprache, um für die existenzielle Bedrohung seiner Situation künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten zu finden. Sein letztes Werk ist auf den 18. April 1944 datiert. Am 20. Juni werden Felix Nussbaum und seine Frau Felka Platek in ihrer Mansarde verhaftet und am 31. Juli mit dem letzten Transport vom Sammellager Malines (Mechelen) zum Konzentrationslager Auschwitz überstellt.


WV-Nr. G 1 – G 21 Gelegenheitsarbeiten

phase6Bereits in den Jahren 1932 bis 1934 entwirft Felix Nussbaum eine Reihe von Titelblättern für die literarische Zeitschrift „Der Querschnitt“. In den Jahren der Emigration und durch die zunehmende künstlerische Isolation im Exil werden Gelegenheitsarbeiten für ihn zunehmend zur Notwendigkeit des Broterwerbs. Daneben entstehen um 1942 Hinterglas- und Keramikbilder mit anrührend kindlichen Motiven für die Tochter der befreundeten Familie Ledel in Brüssel.

 

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