Ein langer Weg…
Am Anfang war es nur eine Idee. Bis zur Eröffnung der unter.Welten am 11. November 2001 war es dann ein langer Weg. Der erste Schritt erfolgte Anfang 1997 in Form einer Machbarkeitsstudie, die an der Hochschule Vechta erarbeitet wurde. Die Studie wie auch die Realisation der Ausstellung wurden von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Erste Modelle zeigen, wie es einmal aussehen könnte
Von der Besucherbefragung…
Welche Einstellungen, Erwartungen und Kenntnisse haben unsere Besucher im Zusammenhang mit Boden? Die Befragung von Studierenden der Hochschule Vechta einerseits und Besuchern des Museums am Schölerberg andererseits brachte uns wichtige, teilweise auch unerwartete Erkenntnisse: Tatsächlich fanden viele das Thema eher langweilig! Nicht gerade ermutigend - doch umso größer die Herausforderung. Dabei wussten die befragten potenziellen Besucher nur sehr wenig über den Boden. Für uns war jedenfalls klar, dass wir nicht in erster Linie das unbekannte Bodenleben und die verschiedenen Bodentypen und -arten zeigen wollten, sondern auch viele bekannte Dinge - die allerdings nicht immer im gewohnten Kontext.
…zur Gestaltung der Ausstellung
Den Boden lernt man am besten kennen, wenn man ihn durchwandert. Also bauten wir ein System aus Bodenhöhlen, durch das man hindurch laufen kann: Boden kann hier vor Ort erforscht werden. Damit folgt die Bodenausstellung jener Philosophie, die dem ganzen Museum zugrunde liegt: Wir möchten auch hier die Sinne ansprechen, die Neugier wecken und so Lust auf mehr machen.
Wichtig war uns dabei, den Boden mit den bestehenden Ausstellungen zu verknüpfen: So ist die Waldbodenhöhle direkt mit der Waldausstellung verbunden, der Bereich Ackerboden grenzt an die Ausstellung Kulturlandschaft, der Kellerraum mit seinem Fokus auf Stadtböden leitet über zur Stadtökologie-Ausstellung. Damit erhält die Raumdramaturgie programmatischen Charakter. Genau wie "draußen" ist der Boden in der Ausstellung in ein System von Wechselwirkungen eingebettet, das ihn verändert und beeinflusst - positiv wie negativ. Die Besucher können so unmittelbar sehen, welche Auswirkungen menschliches Handeln unten im Boden hervorruft - möglich, dass so Einsichten gefördert werden, die auch das eigene Verhalten hinterfragen und verändern…
Botschaften der Ausstellung
Was nun ist das Wichtigste, das die Ausstellung ihren Besuchern mit auf den Weg geben möchte? Dass wir Menschen - wie alle Lebewesen - den Boden brauchen wie Luft und Wasser. Dass der Boden in seiner Ausdehnung begrenzt ist und sich nur in extrem langen Zeiten neu bildet. Dass wir deshalb sorgsam damit umgehen müssen. Wir alle.
Und, vielleicht das Allerwichtigste: Dass Boden alles andere als langweilig ist. Dass es im Gegenteil Spaß macht, sich mit Boden zu befassen. Ganz besonders natürlich in den unter.Welten, aber auch sonst.