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Hochmoore - vom Regen ernährt

Hochmoore - vom Regen ernährt
Haben Sie alte Zeitungsstapel zu Hause?
Solche, bei denen ganz oben die neueste,
und ganz unten die älteste Ausgabe liegt?

So ähnlich ist das auch beim Hochmoor:
Ganze Jahrgänge liegen hier übereinander:
oben der junge, noch nicht so stark zersetzte Weißtorf.
Unten der alte, schon stark zersetzte Schwarztorf.
Eben nicht schwarz auf weiß, sondern weiß auf schwarz!

Trotzdem lässt sich das Moor lesen:
Die Pflanzen verrotten nämlich nicht vollständig.
Verantwortlich dafür ist der hohe Wasserspiegel.
Was übrig bleibt, bildet den Torf:
Schicht für Schicht.
Die erzählen, welche Pflanzen hier früher siedelten.
Auch Blütenstaub findet sich unter dem Mikroskop.
Alles zusammen schreibt ein Kapitel Moorgeschichte.
Ein offenes Buch, wenn man die Schrift entziffern kann.

Moormoos
Moormoos

Die typischen Moore Nordwestdeutschlands sind Hochmoore. Sie weisen keine Verbindung mehr zum Grundwasser auf, bilden also ein abgeschlossenes System. Große Regenmengen und eine geringe Verdunstung sind die Voraussetzungen für ihre Entstehung.

Bestimmte Pflanzen - vor allem Torfmoose - sind schwammartig aufgebaut. Sie speichern den Regen, das Moor vernässt und wird sauer. Die Torfmoose wachsen an der Spitze, unten sterben sie ab. Im sauren Moorwasser bleiben die toten Pflanzenteile erhalten, wie eingelegte Gurken in Essig. Die Pflanzenteile vertorfen, Schicht für Schicht. Oben ist der Torf jung und noch nicht so stark zersetzt. Man nennt ihn Weißtorf. Unten ist der Torf alt und stärker zersetzt, er heißt Schwarztorf. An den Pflanzenteilen lässt sich herausfinden, welche Pflanzen hier in der jeweiligen Zeit vorkamen. Im Laufe der Zeit wächst der Torfkörper so stark, dass er sich mehrere Meter über die Umgebung erhebt - uhrglasförmig gewölbt.

Torf ist extrem nährstoffarm, da er vom mineralstoffreichen Grundwasser abgeschnitten ist. Über den Regen gelangen nur sehr wenig Nährstoffe ins Moor (dies war zumindest früher so). Die Pflanzen der Hochmoore sind der nährstoffarmen Umgebung angepasst. Daher sind sie heutzutage durch starke Nährstoffeinträge aus der Luft gefährdet.

Anders als die Hochmoore, die man auch Regenmoore nennt, werden die Niedermoore nicht nur durch den regen sondern auch mit Grundwasser gespeist. Diese Grundwassermoore haben aufgrund ihres häufigen Vorkommens in Niederungslandschaften ihren Namen bekommen.

Aus den Niedermooren können sich im Laufe der Zeit Hochmoore entwickeln. Voraussetzung dafür ist, das die unteren Torfschichten so dicht werden, das kein Grundwasser mehr eindringen kann.



Im Hochmoor liegen mächtige Schichten von Torf übereinander.

Ein lebendes Hochmoor im Museum. Das Klima entspricht den Bedingungen im Freiland. Die sind allerdings so idealisiert, das der Moorkörper 2 mm im Jahr wächst - doppelt so viel wie in der Natur.
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