"Es regnet, es regnet, die Erde wird nass..“ Und nicht nur das: Vielmehr sickert ein Teil des Regenwassers in den Boden und wird dadurch wie in einem Filter gereinigt. Wenn das Wasser weiter unten im Boden auf eine undurchlässige Schicht trifft, staut es sich: Es bildet sich Grundwasser. Ähnlich wie ein Bach kann auch Grundwasser fließen - je nach Neigung des Untergrundes. Dadurch kann es beispielsweise an Hängen als Quelle zutage treten.
Grundwasser bildet sich nicht überall gleichmäßig neu. Dies ist abhängig von dem Klima, dem Relief, der Vegetation und der Durchlässigkeit der verschiedenen Bodenschichten.
Wir sind abhängig vom Grundwasser, es stellt unser wichtigstes Trinkwasserreservoir dar. Deshalb ist es wichtig, sparsam mit Grundwasser umzugehen und es nicht zu verunreinigen. Wie gut Grundwasser von Verunreinigungen befreit wird, hängt auch vom Boden ab, durch den es sickert. Einst galt Grundwasser als die sauberste Form des Wassers. Doch die Filterwirkung des Bodens stößt heute an ihre Grenzen. Dünge- und Pflanzenschutzmittel aus der Landwirtschaft gelangen mittlerweile ins Grundwasser. Und zusätzlich wird es durch Schadstoffe von Mülldeponien und aus der Luft belastet.
Einen entscheidenden Einfluss auf die Filterwirkung hat auch der Bewuchs des Bodens. Auf Wiesen werden weniger Nährstoffe ausgewaschen als beispielsweise auf Äckern. Bei Stickstoff beträgt die Menge nur rund ein Sechstel im Vergleich zum Acker. Wiesen werden deshalb auch als "Nitratfalle" bezeichnet. Auf diese Weise schützen sie das Grundwasser vor starken Einträgen.
Der größte Teil unseres täglichen Wasserbedarfs wird aus Grundwasserbeständen gedeckt. Kommt es dabei zu Wasserabsenkungen, kann das drastische Folgen haben: Quellen versiegen, Bäche und Flüsse fallen trocken, grundwasserabhängige Pflanzen sterben, das lokale Klima verändert sich. Es wird zukünftig eine noch anspruchsvollere Aufgabe sein, Wasservorräte schonend zu nutzen, sie vor Schadstoffen zu bewahren und dabei eine ausreichende Trinkwasserversorgung zu gewährleisten.