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Wie wird städtischer Boden genutzt?

Kostbar ist der Boden in der Stadt - und teuer. Wir brauchen ihn als Fläche, um Häuser, Einkaufszentren, Industrieanlagen und Straßen darauf zu bauen. Zugegeben: Ein paar Quadratmeter werden für Grünanlagen und Gärten genutzt, auch für Straßenbegleitgrün.

Der Boden dient uns aber nicht nur als Bebauungsfläche, sondern wir nutzen auch den Raum in der Erde: für Parkhäuser und Keller - und natürlich für Leitungen und Rohre. Ein weit verzweigtes Netz liegt unter unseren Füßen in der Erde. Allein die Abwässerkanäle erstrecken sich über Tausende von Kilometern. Schließlich fällt bei jedem Waschgang, bei jeder Toilettenspülung und bei jedem Wannenbad Abwasser an. Und das wird heute unterirdisch zum nächsten Klärwerk geleitet. Anders als früher, da ging alles in die Gosse, sogar der Müll.

Städte verändern sich im Lauf der Zeit - wie die Nutzung ihrer Flächen. Nach dem Motto: gestern Wiese, heute Parkplatz, morgen steht vielleicht ein Haus darauf. Aber nicht nur die Nutzung verändert sich, auch der Boden selbst bleibt von unserem Tun nicht unberührt. Wer unter seinem Rasen gräbt, findet vielleicht richtige Gartenerde, vielleicht aber auch Bauschutt, vielleicht eine alte Mülldeponie, vielleicht auch Fundamente eines längst abgerissenen Hauses.

Wie wird der Boden in unseren Städten in 100 Jahren aussehen? Wird noch mehr Fläche mit Asphalt oder Beton versiegelt sein - oder erhält die Natur wieder mehr Raum?

Verrohrtes Leben

Aber nicht nur der Boden und die in und auf ihm lebenden Pflanzen und Tiere mussten dem Menschen in der Stadt bisher weichen. Auch viele Bäche in der Stadt haben das gleiche Schicksal erlitten: Sie sind in Rohren und Kanälen verschwunden. Unter der Erde stören sie nicht, treten nicht über die Ufer, werden kalkulierbar. Auch in Osnabrück gibt es Beispiele dafür:  Sandbach oder Riedenbach fließen längst nicht mehr in ihrem ursprünglichen Bett, sind begradigt und verrohrt worden. Jedoch nehmen mit jeder Betonsohle die Bachbewohner ab. Im Gegensatz zu natürlichen Bachsohlen weisen diese nämlich keine Lücken und Steine auf. Die Strömung nimmt zu, Tiere können sich nicht halten, driften ab. Ufergehölze werden beseitigt. Herabfallendes Laub bildet aber eine wichtige Nahrungsgrundlage für Flohkrebse, diese wiederum für kleine Fische. Fehlt Laub, fehlen Flohkrebse, fehlen...

Menschen leben seit jeher an Fließgewässern. Sie nutzen, verschmutzen, stauen, begradigen sie - und am Ende steht der Wunsch, sie wieder zu renaturieren.



Aus den Augen, aus dem Sinn! Stadtböden sind mit Ver- und Entsorgungsleitungen vollgestopft. Regenwasser versickert kaum noch. Statt dessen fließt es durch ein gigantisches Rohrsystem ab.
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