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Gülleproblematik
Dünger ist nicht nur Ersatz für durch die Ernte entzogene Nährstoffe, sondern kann auch erhebliche Ertragssteigerungen herbeiführen. Mit Stallmist war dies kaum möglich. Erst mit der Erfindung des Mineraldüngers durch Justus von Liebig konnten die Landwirte reiche Ernten einfahren. Vor allem durch kostengünstige Stickstoffdünger wurden Ertragssteigerungen erzielt. Denn Stickstoff ist in der Pflanze für den Zuwachs zuständig. Der Wunsch nach hohen Erträgen kann zur Folge haben, daß den Ackerböden mehr Nährstoffe zugeführt werden als die Pflanze aufnehmen kann. Es entsteht ein Nährstoffüberschuß im Boden. Viele Nährstoffe im Boden, insbesondere Stickstoff und Phosphat, bedeutet eine Gefahr für das Grundwasser und für die Oberfächengewässer. Im Rahmen einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Ackerbodens ist ein Nährstoffverlust zu vermeiden. Düngung nach Bedarf ist angesagt: Es wird nur soviel gedüngt, wie die Pflanze benötigt. Hierbei wird der Nährstoffgehalt des Bodens berücksichtigt.
Ein Nährstoffüberschuß kann nicht nur von Mineraldünger ausgehen, sondern auch von den organischen Düngern. Der wohl bekannteste Vertreter ist die Gülle. Was ist Gülle? Die Antwort könnte lauten: Es stinkt, ist flüssig und voller Nährstoffe. Gülle entsteht vor allem in der Massentierhaltung. Die Produzenten sind Rinder, Schweine und Geflügel. Die Exkremente der vielen Tiere werden nicht mehr über Sroheinstreu gebunden, sondern mit Wasser aufgeschwemmt. Gülle ist ein vollwertiger Dünger. Aber auch Gülle muß nach Bedarf gedüngt werden. Hier besteht die Gefahr der Nitratauswaschung ins Grundwasser. Denn Nitrat ist ein sehr mobiler Stoff. Es wird besonders in sandigen Böden ausgewaschen. Dies geschieht, wenn zuviel Gülle auf die Felder gebracht wird oder wenn die Pflanzen auf dem Acker fehlen. Zuviel Nitrat im Grundwasser, bedeutet zuviel Nitrat im Trinkwasser und dies ist ungesund. Um dies zu verhindern, regelt die Düngemittelverordnung den sachgerechten Umgang mit der Gülle. Dies ist in der Praxis nicht einfach, denn bei der Massentierhaltung fallen riesige Güllemengen an. Sie sind gebunden an die Nachfrage nach billigen Fleischprodukten.

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