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Wald
Auf dem Weg zur nächsten Höhle erfährt der Besucher erneut einen Perspektivwechsel. Wieder in original Menschengröße befindet er sich unter einem Laubwald. Die eben noch an dem Monitor beobachteten Tiere finden sich hier wieder.
An einer Computerstation können Informationen über sie und Videosequenzen von ihnen abgerufen werden. Einen Trickfilm über die Laubzersetzung startet der Besucher selbst. Wem dies zu viel Technik ist, schaut vielleicht lieber aus einem Loch direkt in den Laubwald hinein oder ertastet in Fühllöchern den Zersetzungsgrad von Laubblättern.
Klappentexte laden zur Wissensabfrage ein. Auch Rötelmäuse können im Wald beobachtet werden. Unter der Erde haben sie ihr Gang- und Höhlensystem gebaut, kuscheln sich in ihr Nest ein oder lassen sich ein Nuss schmecken. Gleich nebenan lauert schon der Dachs...
In einer Seitenhöhle steht der Nadelwald im Blickfeld. Auch hier ist der Blick aus der Höhle möglich. "Mama, guck mal, da ist ein Wald, guck mal!“ war der begeisterte Ausruf eines Kindes an dieser Stelle. Buchen- und Fichtenwurzeln runden in beiden Höhlen das Ambiente ab.
Wälder nehmen weite Flächen ein. Sie prägen die Landschaft und sind ihrerseits geprägt durch die Landschaft. Da gibt es Laub- und Nadelwälder, Bergwälder, Auwälder, Urwälder. Sie können vielfältige Naturwälder oder einfältige Nutzwälder sein. Jeder von uns hat seine eigenen Erfahrungen mit Wäldern gemacht. Wir erinnern uns an einen Waldspaziergang oder eine Mountainbike-Tour durch das Unterholz. Äste knacken, der Boden federt...
Warum federt der Boden im Wald eigentlich? Warum ist er so weich? Die Bodenentwicklung unter einem Wald verläuft meist ungestört. Der Boden ist geschützt durch das Blätterdach und die Wurzeln der Bäume, Sträucher und Kräuter. Kein Regen kann den Boden wegspülen, kein Wind ihn wegwehen. Erosion hat keine Chance. Jedes Jahr bilden die herabgefallenen Blätter eine neue Laubschicht. Ungestört findet die Zersetzung statt, eine mächtige Humusschicht entsteht, die den Boden so weich erscheinen lässt. Da der Wald Schutz und Nahrung bietet, leben hier viele Tiere und Pflanzen - mehr als in allen anderen Landlebensräumen zusammen. Vor allem Insekten haben diesen Lebensraum erobert. Aber auch Säugetiere sind hier anzutreffen, sowohl über- als auch unterirdisch...
Leben zwischen den Wurzeln
Leben im Wald ist mannigfaltig. Wie mannigfaltig bleibt uns allerdings oft verborgen. Denn während uns Totholz und Baumhöhlen als Versteckmöglichkeiten für Tiere bekannt sind, ist uns die Bodenschicht nicht so geläufig. Doch gerade hier, im Wurzelraum, herrscht reges Leben: Zu den häufigsten Säugetieren Mitteleuropas zählt die Rötelmaus. Sie hat eine stumpfe Schnauze, kleine Ohren und Augen und einen kurzen, borstigen Schwanz. Das Fell der ausgewachsenen Tiere glänzt rötlich, am Bauch geht es in Grau über. Mit ihren kurzen Beinen läuft sie wie an einer Schnur gezogen. Ihr Nest aus Laub, Moos und Holzspänen befindet sich meistens unter der Erde, wobei ober- und unterirdisch ein Gang- und Tunnelsystem entsteht. Durch das Graben wird der Boden durchwühlt und aufgelockert. In den Tunneln befinden sich auch kleine Vorratslager, in denen sie Samen, Beeren, Rinde und Pilze sammelt. Mit ihren scharfen Nagezähnen kann sie sogar Haselnüsse knacken. Die Rötelmaus ist sowohl tag- als auch nachtaktiv.
Ein anderer Höhlenbauer im Wald ist der Dachs. Er legt seine Baue und Burgen ebenfalls selbst an. Diese verfügen nicht selten über mehrere Stockwerke und bieten bis zu 15 Tieren ein Dach über dem Kopf. Der Dachs bevorzugt als Lebensraum kleine Wälder mit angrenzenden Feldern und die Nähe von Gewässern. Was die Ernährung angeht, so frisst er alles, was nicht zu groß und nicht zu schnell ist. Denn für einen Räuber ist er nicht besonders schnell. Da die Dachse erst in der Dämmerung aus ihren Höhlen kommen, sieht man sie nur sehr selten.
Wald schützt Boden - Waldboden schützt
Spielt es eigentlich eine Rolle, ob auf dem Boden Wald, Getreide oder nichts steht? Dass sich Boden im Schutz des Waldes ungestört entwickeln kann, wurde bereits erwähnt. Darüber hinaus hält der Wald auch den Boden fest. Die fruchtbare Bodendecke wird weder durch Wind noch durch Wasser abgetragen. Deshalb sind Schlamm- oder Steinlawinen in Berglagen mit einem gesunden Bergwald so gut wie unmöglich. Anders verhält es sich dort, wo der schützende Bergwald fehlt. Immer mehr Täler in den Alpen sind von Schlamm-, Schutt- oder auch Schneelawinen bedroht, da der Bergwald oberhalb der Dörfer Skipisten geopfert wurde.
Zwei weitere Extremsituationen kommen in Wäldern so gut wie nicht vor: Trockenheit und Überschwemmungen (eine Ausnahme bilden intakte Au- und Bruchwälder). Waldboden hält Niederschlagswasser zurück, gibt es nur langsam an tiefer gelegene Schichten ab. Untersuchungen haben ergeben, dass auf ein Quadratmeter Waldboden bis zu 200 Liter Wasser gespeichert werden können. Durch die hohe Verdunstungsrate der Bäume und der Kapillarwirkung im Boden wird auch der Grundwasserspiegel konstant gehalten.
Aufgrund dieser Schutzwirkungen, aber auch wegen der Nutz- und Erholungsfunktionen, müssen die Wälder erhalten werden. Das Waldsterben darf sich nicht stärker ausweiten. Wir brauchen den Wald, und der Wald braucht den Boden!

Waldboden
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