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Opferbiografien Buchstabe P 

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Auguste van PELS, geb. Röttgen

geboren am 29.09.1900 in Buer

Straße:Martinistr. 67a
Stadtteil:Wüste
Todesdatum:April/Mai 1945
Todesort:unbekannt
Auguste van Pels, geborene Röttgen, wurde am 29. September 1900 in Buer geboren, ihr Ehemann Hermann van Pels am 31. März 1898 in Gehrde. Ihr gemeinsamer Sohn Peter van Pels wurde am 8. November 1926 in Osnabrück geboren.
Zusammen mit dem Vater Aron van Pels war Hermann van Pels Inhaber einer Fleischereibedarfsartikelhandlung in der Luisenstraße 33. Die Familie wohnte im ersten Stock des Hauses an der Martinistraße 67a. Nach der Emigration in die Niederlande 1937 fand Hermann van Pels Arbeit in der Firma von Otto Frank, dem Vater von Anne Frank, die ihren Sitz an der Prinsengracht 263 in Amsterdam hatte. Zwei Jahre nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht, am 6. Juli 1942, tauchten die Familien Frank und van Pels unter und versteckten sich im Hinterhaus des Firmensitzes. Hier überlebten sie 25 Monate, bis sie am 4. August 1944 verraten und durch die deutsche Polizei verhaftet wurden. Wenige Tage später wurden sie in das niederländische Durchgangslager Westerbork gebracht und am 3. September nach Auschwitz deportiert. Anne Frank schildert in ihrem Tagebuch ausführlich die Zeit im Versteck, wobei sie zur Tarnung für die Familie van Pels den Namen van Daan verwendete. So erwähnt sie in einer Geschichte mit dem Titel ?Wursttag?: ?Herr van Daan kommt aus dem Wurst-, Fleisch- und Gewürzhandel. In der Firma wurde er wegen seiner Gewürzkenntnisse angestellt, doch nun zeigt er sich von der wurstigen Seite, was uns keineswegs unangenehm ist. .... Er wollte Bratwurst, Geldersche Wurst und Mettwurst machen??.
 Über Peter schreibt sie bei dem Einzug in das Versteck: ?Peter van Daan, ein ziemlich langweiliger und schüchterner Lulatsch, noch nicht sechzehn, von dessen Gesellschaft nicht viel zu erwarten ist?. Sie macht sich über Peter, der häufig unter "Wehwehchen" leidet, lustig, später schildert sie ihn als fleißig und selbstständig und Anfang 1944 haben ihre Schilderungen auch schwärmerische Untertöne. Peters Vater, Hermann van Pels, wurde am 6. September 1944 in Auschwitz vergast. Seine Mutter Auguste van Pels wurde am 24. November 1944 mit einer Gruppe von acht Frauen von Auschwitz nach Bergen-Belsen gebracht. Von dort ging es am 6. Februar 1945 nach Raguhn, einem Außenlager von Buchenwald. Anschließend wurde sie weiterverschleppt in Richtung Theresienstadt. Sie verstarb in Deutschland oder der Tschechoslowakei zwischen dem 9. April und 8. Mai 1945. Peter van Pels wurde vor der näherrückenden Roten Armee in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar auf den berüchtigten "Todesmarsch" geschickt. Über verschiedene Lager kam er in das österreichische Lager Mauthausen, wo er am 5. Mai 1945 starb.
 (Eingabe: Felix Frost) ges./korr.: Schubert
Opfergruppe:Jüdin
Quellen:Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³; Anne Frank Tagebuch, Fassung von Otto H. Frank und Mirjam Pressler, Frankfurt a. M. 2004³, S. 42 ff.
Patenschaft:Superintendent a.D. Hans-Hermann Hammersen, Ev. luth. Kirchenkreis Osnabrück
Verlegetermin:15. November 2007

Hermann van PELS

geboren am 31.01.1898 in Gehrde

Straße:Martinistraße 67a
Stadtteil:Wüste
Todesdatum:06.09.1944
Todesort:KZ Auschwitz
Hermann van Pels wurde am 31. März 1898 in Gehrde geboren, seine Ehefrau Auguste van Pels, geborene Röttgen, am 29. September 1900 in Buer. Ihr gemeinsamer Sohn Peter van Pels wurde am 8. November 1926 in Osnabrück geboren.
Zusammen mit dem Vater Aron van Pels war Hermann van Pels Inhaber einer Fleischereibedarfsartikelhandlung in der Luisenstraße 33. Die Familie wohnte im ersten Stock des Hauses an der Martinistraße 67a. Nach der Emigration in die Niederlande 1937 fand Hermann van Pels Arbeit in der Firma von Otto Frank, dem Vater von Anne Frank, die ihren Sitz an der Prinsengracht 263 in Amsterdam hatte. Zwei Jahre nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht, am 6. Juli 1942, tauchten die Familien Frank und van Pels unter und versteckten sich im Hinterhaus des Firmensitzes. Hier überlebten sie 25 Monate, bis sie am 4. August 1944 verraten und durch die deutsche Polizei verhaftet wurden. Wenige Tage später wurden sie in das niederländische Durchgangslager Westerbork gebracht und am 3. September nach Auschwitz deportiert. Anne Frank schildert in ihrem Tagebuch ausführlich die Zeit im Versteck, wobei sie zur Tarnung für die Familie van Pels den Namen van Daan verwendete. So erwähnt sie in einer Geschichte mit dem Titel ?Wursttag?: ?Herr van Daan kommt aus dem Wurst-, Fleisch- und Gewürzhandel. In der Firma wurde er wegen seiner Gewürzkenntnisse angestellt, doch nun zeigt er sich von der wurstigen Seite, was uns keineswegs unangenehm ist. Er wollte Bratwurst, Geldersche Wurst und Mettwurst machen??.
 Über Peter schreibt sie bei dem Einzug in das Versteck: ?Peter van Daan, ein ziemlich langweiliger und schüchterner Lulatsch, noch nicht sechzehn, von dessen Gesellschaft nicht viel zu erwarten ist?. Sie macht sich über Peter, der häufig unter "Wehwehchen" leidet, lustig, später schildert sie ihn als fleißig und selbstständig und Anfang 1944 haben ihre Schilderungen auch schwärmerische Untertöne.
 Peters Vater Hermann van Pels wurde am 6. September 1944 in Auschwitz vergast. Seine Mutter Auguste van Pels wurde am 24. November 1944 mit einer Gruppe von acht Frauen von Auschwitz nach Bergen-Belsen gebracht. Von dort ging es am 6. Februar 1945 nach Raguhn, einem Außenlager von Buchenwald. Anschließend wurde sie weiterverschleppt in Richtung Theresienstadt. Sie verstarb in Deutschland oder der Tschechoslowakei zwischen dem 9. April und 8. Mai 1945. Peter van Pels wurde vor der näherrückenden Roten Armee in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar auf den berüchtigten "Todesmarsch" geschickt. Über verschiedene Lager kam er in das österreichische Lager Mauthausen, wo er am 5. Mai 1945 starb.
 (Eingabe: Felix Frost) ges./korr.: Schubert
Opfergruppe:Jude
Quellen:Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³; Anne Frank Tagebuch, Fassung von Otto H. Frank und Mirjam Pressler, Frankfurt a. M. 2004³, S. 42 ff.
Patenschaft:Bischof Dr. Franz-Josef Bode
Verlegetermin:15. November 2007

Peter van PELS

geboren am 08.11.1926 in Osnabrück

Straße:Martinistraße 67a
Stadtteil:Wüste
Todesdatum:05.05.1945
Todesort:KZ Mauthausen
Peter van Pels wurde am 8. November 1926 in Osnabrück geboren. Er war der Sohn von Hermann van Pels, geboren am 31. März 1898 in Gehrde, und seiner Ehefrau Auguste van Pels, geborene Röttgen, geboren am 29. September 1900 in Buer.
Zusammen mit dem Vater Aron van Pels war Hermann van Pels Inhaber einer Fleischereibedarfsartikelhandlung in der Luisenstraße 33. Die Familie wohnte im ersten Stock des Hauses an der Martinistraße 67a. Nach der Emigration in die Niederlande 1937 fand Hermann van Pels Arbeit in der Firma von Otto Frank, dem Vater von Anne Frank, die ihren Sitz an der Prinsengracht 263 in Amsterdam hatte. Zwei Jahre nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht, am 6. Juli 1942, tauchten die Familien Frank und van Pels unter und versteckten sich im Hinterhaus des Firmensitzes. Hier überlebten sie 25 Monate, bis sie am 4. August 1944 verraten und durch die deutsche Polizei verhaftet wurden. Wenige Tage später wurden sie in das niederländische Durchgangslager Westerbork gebracht und am 3. September nach Auschwitz deportiert. Anne Frank schildert in ihrem Tagebuch ausführlich die Zeit im Versteck, wobei sie zur Tarnung für die Familie van Pels den Namen van Daan verwendete. So erwähnt sie in einer Geschichte mit dem Titel ?Wursttag?: ?Herr van Daan kommt aus dem Wurst-, Fleisch- und Gewürzhandel. In der Firma wurde er wegen seiner Gewürzkenntnisse angestellt, doch nun zeigt er sich von der wurstigen Seite, was uns keineswegs unangenehm ist. Er wollte Bratwurst, Geldersche Wurst und Mettwurst machen??.
 Über Peter schreibt sie bei dem Einzug in das Versteck: ?Peter van Daan, ein ziemlich langweiliger und schüchterner Lulatsch, noch nicht sechzehn, von dessen Gesellschaft nicht viel zu erwarten ist?. Sie macht sich über Peter, der häufig unter "Wehwehchen" leidet, lustig, später schildert sie ihn als fleißig und selbstständig und Anfang 1944 haben ihre Schilderungen sogar schwärmerische Untertöne.
 Peters Vater Hermann van Pels wurde am 6. September 1944 in Auschwitz vergast. Seine Mutter Auguste van Pels wurde am 24. November 1944 mit einer Gruppe von acht Frauen von Auschwitz nach Bergen-Belsen gebracht. Von dort ging es am 6. Februar 1945 nach Raguhn, einem Außenlager von Buchenwald. Anschließend wurde sie weiterverschleppt in Richtung Theresienstadt. Sie verstarb in Deutschland oder der Tschechoslowakei zwischen dem 9. April und 8. Mai 1945. Peter van Pels wurde vor der näherrückenden Roten Armee in der Nacht vom 17. auf den 18. Januar auf den berüchtigten "Todesmarsch" geschickt. Über verschiedene Lager kam er in das österreichische Lager Mauthausen, wo er am 5. Mai 1945 starb.
 (Eingabe: Felix Frost) ges./korr.: Schubert
Opfergruppe:Jude
Quellen:Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³; Anne Frank Tagebuch, Fassung von Otto H. Frank und Mirjam Pressler. Frankfurt a. M. 2004³, S. 42 ff.
Patenschaft:Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Osnabrück e.V.
Verlegetermin:15. November 2007

Anna PELZ

geboren am 28.09.1883 in Osnabrück

Straße:Blumenthalstr. 38
Stadtteil:Weststadt
Todesdatum:Februar / März 1942
Todesort:Riga
 Anna Pelz war die Tochter des 1936 verstorbenen Geheimen Sanitätsrates Dr. Siegfried Pelz (1928 Ehrenbürger der Stadt Osnabrück, 1933 Ehrenbürgerschaft aberkannt, 1906 aus der jüd. Religionsgemeinschaft ausgetreten). Nach dem Tode des Vaters im Juli 1936 verließ die Tochter das gemeinsame Wohnhaus an der Natruper Straße 11, wohnte vom 19.11.1936 bis 10.3.1940 an der Friedrichstraße 14, anschließend im sogenannten Judenhaus an der Heger Straße 24, von dort zog sie am 8.5.1941 in das Erdgeschoss des Hauses der Familie Wilhelmine Ernst zu Eikern in der Blumenthalstraße 38. Am 13. Dezember 1941 wurde sie mit 34 weiteren jüdischen Mitbürgern aus Osnabrück mit dem sogenannten ?Bielefelder Transport? nach Riga deportiert. Zwei Tage zuvor war das Gepäck abgeholt worden. Am 12. Dezember wurde Anna Pelz durch drei Gestapobeamte aus ihrer Wohnung geholt und zur Sammelstelle in die Turnhalle der Schule am Pottgraben gebracht. Der Transport erreichte am 16. Dezember Riga. Anna Pelz wurde während der sogenannten Aktion Dünamünde im Februar/ März 1942 aufgrund körperlicher Gebrechen selektiert und ermordet. Unter dem Vorwand, sie würden für leichtere Arbeiten in eine Fisch-Fabrik nach Dünamünde gebracht, fuhr man sie in den Wald von Bikernieki, vor den Toren Rigas gelegen und erschoss sie dort in zuvor vorbereiteten Massengräbern.
 (Eingabe: Judith Brüggemann) ges./korr.: Schubert
Opfergruppe:Jüdin
Quellen:Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³.
Patenschaft:vergeben
Verlegetermin:9. September 2009

Heinrich PFINGST

geboren am 10.09.1874 in Bischofsburg

Straße:Herderstr. 3
Stadtteil:Weststadt
Todesdatum:23.07.1943 (amtliches Todesdatum)
Todesort:KZ Sobibor
 Heinrich Pfingst war für seine Stelle als Geschäftsführer der Fa. Woolworth von Düsseldorf nach Osnabrück gegangen. Verheiratet war er mit Hertha Pfingst, geb. Loewenstein. Zusammen hatten sie fünf Töchter und einen Sohn. Eine der Töchter, Margarete, begleitete die Familie nicht nach Osnabrück, sondern blieb als selbstständige Schneiderin in Düsseldorf und ging am 31.07.1936 in die USA. Die Tochter Anni Pfingst meldete sich nach der Heirat mit dem Kaufmann Berthold Jacoby 1932 nach Schippenbeil ab. Der Sohn Werner Pfingst meldete sich 1933 nach Hannover ab und emigrierte später in die USA. Auch die Tochter Hilde emigrierte laut Abmeldung 1934 in die Vereinigten Staaten. Im März 1934 meldeten sich ebenfalls Heinrich und Hertha Pfingst mit den Töchtern Doris und Margot nach Düsseldorf ab. Margot Pfingst wanderte von dort 1936 nach Palästina aus. Die Mutter verstarb im Januar 1936. Heinrich Pfingst emigrierte lt. Abmeldung im August 1939 nach Amsterdam. Er wurde am 20. Juli 1943 ins KZ Sobidor deportiert.
 (Eingabe: Lea Hoffmann) ges./korr.: Schubert
Opfergruppe:Jude
Quellen:Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³.
Patenschaft:vergeben
Verlegetermin:11. November 2008

Georg PIEL

geboren am 21.07.1902 in Osnabrück

Straße:Heger Straße 32
Stadtteil:Innenstadt
Todesdatum:09. oder 10.06.1941
Todesort:Hadamar
 Georg Piel lebte an der Hegerstr. 32 zusammen mit seiner Frau Frida Piel, geb. Gees. Seine Eltern waren Heinrich Piel, Arbeiter, geb. 11.6.1871 in Osnabrück, und Wihelmine Piel, geb. Bodenstein, die am 23.1.1870 in Engter geboren wurde. Georg Piel war das jüngster Kind der sieben Geschwister. Der Vater Heinrich starb bereits mit 37 Jahren am 17.12.1908. Die Witwe Frida Piel war seit dem 11. Juli 1916 bei Boos, Langestr. 99, gemeldet. Georg Piel wurde am 12. Juni 1932, zum dritten Mal, mit 30 Jahren in die "Provinzial Heil- und Pflegeanstalt Osnabrück" aufgenommen. Er war zurückgekommen von einem dreimonatigen Urlaub. Am 22. April 1941 wurde er in die "Heilanstalt" Eichberg "überwiesen". Von dort wurden die Patienten in die Tötungsanstalt Hadamar deportiert. Georg Piel war erst 38 Jahre alt, als man ihn dort ermordete.
 (Recherche: Lisa Böhne; Eingabe: Felix Frost) ges./korr.: Schubert
Opfergruppe:Euthanasieopfer
Quellen:Namensliste in Berger, Eva: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Bramsche: Rasch Verlag 1999, S. 277; Aufnahmebuch Männer Nds. Staatsarchiv Osnabrück Rep 727 Akz 17/83 Nr. 1, Dep 3b XVIII Nr. 239; Durchsicht Dr. Lilienthal Hadamar Gedst.; bestätigt durch Meldedaten Nds. Staatsarchiv-Osnabrück; Adressbücher 1928/29: Frida Gees ? Plätterin ? Heger Str. 32, 1931/32: Georg Piel - Schlosser u. Dreher - Heger Str. 32, 1932/33: Frida Piel - Plätterin ? Heger Str. 32, 1934/35: Marie Gees - Witwe und (Schwiegermutter), Frida Piel - Plätterin ? Heger Str. 32 (Frau).
Patenschaft:vergeben
Verlegetermin:18. Mai 2010

Johannes PRASSEK

geboren am 13.08.1911 in Hamburg

Straße:Bramstraße 105
Stadtteil:Haste
Todesdatum:10.11.1943
Todesort:Gefängnis Holstenglacis Hamburg
Johannes Prassek wurde am 13. August 1911 in Hamburg geboren. Nach dem Studium der Theologie wurde er am 13. März 1937 durch Bischof Hermann Wilhelm Berning in Osnabrück zum Priester geweiht. Seine erste Messe hielt Prassek in der Christus-König-Kirche in Haste, in der er bis 1939 wirkte. Danach ging er als Kaplan nach Lübeck. Aus christlicher Glaubensüberzeugung kritisierte er offen das nationalsozialistische Unrechtsregime und setzte sich trotz strengster Verbote für polnische Zwangsarbeiter ein. Mit dem evangelischen Pfarrer Karl Friedrich Stellbrink tauschte Prassek Informationen ausländischer Rundfunksender und Flugblätter aus, die er auch vervielfältigte. Auf Grund einer Denunziation durch einen Gestapo-Spitzel wurde er am 18. Mai 1942 verhaftet. Am 22. Juni 1943 wurde er mit drei weiteren Geistlichen im sogenannten "Lübecker Christenprozess" angeklagt. Bereits einen Tag später wurde durch den Volksgerichtshof, der hierfür aus Berlin angereist war, das Todesurteil wegen "Zersetzung der Wehrkraft" und "Vorbereitung zum Hochverrat" verhängt. Am 10. November 1943 wurde er im Gefängnis Holstenglacis in Hamburg ermordet. Das Leben von Johannes Prassek war geprägt von großer Mitmenschlichkeit, ökumenischer Offenheit sowie einem starken Glauben an Gott, der auch während der Haftzeit ungebrochen blieb.
 (Eingabe: Felix Frost) ges./korr.: Schubert
Opfergruppe:religiös Verfolgter
Quellen:Informationsblatt des Johannes-Prassek-Arbeitskreises; Katholische Kirchengemeinde Christus König Osnabrück- Haste; Ökumenisches Heilgenlexikon, online unter: http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Johannes_Prassek.html; weiterführende Literatur: Pelke, Else: Der Lübecker Christenprozess 1943. Mainz: Matthias-Grünewald-Verlag 1961.
Patenschaft:Johannes-Prassek-Arbeitskreis der Christus-König-Gemeinde Osnabrück
Verlegetermin:15. November 2007

Die inhaltliche Verantwortung für die Opferbiografien liegt beim "Initiativkreis Stolpersteine".
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