Klara NEUMANN, gesch. Leeser, geb. van Pels
geboren am 31.08.1900 in Gehrde
| Straße: | Domhof 8 (früher Kaiserwall (Hasetorwall) 14) |
| Stadtteil: | Innenstadt |
| Todesdatum: | 30.04.1943 (amtliches Todesdatum) |
| Todesort: | KZ Sobibor |
| | Klara van Pels heiratete den Zahnarzt Dr. Herbert Leeser, ließ sich aber 1932 wieder von ihm scheiden. Sie wohnte anschließend bei ihrem Vater Aaron van Pels und zog nach dessen Emigration zur Familie Grünberg. Sie emigrierte im August 1938 nach Amsterdam. Ihre Tochter Trude, geb. 1925, folgte mit ihrer Tante Ida van Pels kurz nach der Pogrom-Nacht. Klara Leeser heiratete 1941 Günter Neumann aus Berlin. Sie wurden zusammen nach Sobibor deportiert und dort ermordet. Die Tochter Trude Leeser wurde schon vorher deportiert, sie überlebte neun Konzentrationslager. |
| | (Eingabe: Judith Brüggemann) ges./korr.: Schubert |
| Opfergruppe: | Jüdin |
| Quellen: | Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³. |
| Patenschaft: | vergeben |
| Verlegetermin: | 16. November 2011 |
Heinrich NIEDERGESÄSS
geboren am 25.03.1883 in Norden
| Straße: | Kollegienwall 14 (an Wirkungsstätte ehem. Gewerkschaftshaus verlegt, letzter Wohnort: Sackstraße 11 ) |
| Stadtteil: | Innenstadt |
| Todesdatum: | Mai 1945 |
| Todesort: | Lübecker Bucht |
| | Heinrich Niedergesäß wurde am 25. März 1883 in Norden geboren. Er hatte den Beruf des Maschinensetzers erlernt und war von 1929 bis 1933 als Parteisekretär der SPD in Osnabrück tätig. Mit der Übernahme der Regierung durch die Nationalsozialisten wurde er zur Aufgabe seiner politischen Arbeit gezwungen und politisch verfolgt. Nach seiner Verhaftung 1937 folgte die Verurteilung zu anderthalb Jahren Zuchthaus wegen "Hochverrats". Im Anschluss an die Haft im Zuchthaus Hameln wurde er umgehend in das KZ Buchenwald verschleppt. Nach seiner vorübergehenden Entlassung am 17. September 1941 gelangte er nach Osnabrück zurück. Nach dem Attentat auf Hitler im Juli 1944 wurde Heinrich Niedergesäß mit anderen Osnabrückern zunächst im Arbeitserziehungslager Ohrbeck interniert. Zusammen mit Fritz Szalinski, Heinrich Gross und Wilhelm Mentrup kam er von dort in das KZ Neuengamme. Unmittelbar vor Kriegsende wurde das KZ aufgelöst. Zusammen mit anderen Häftlingen wurde Heinrich Niedergesäß auf ein Schiff geschickt, das in der Lübecker Bucht durch alliierte Bomber versenkt wurde. Heinrich Niedergesäß starb im Mai 1945. |
| | Vom 4. April 1934 bis 15. Mai 1944 war Niedergesäß in der Hasestraße 60 gemeldet und ab dem 16. Mai 1944 bis zum 14. September 1944 in der Sackstraße 11a. Ob der Umzug freiwillig oder als Folge der Repressalien und Inhaftierungen erfolgte, bleibt ungeklärt. |
| | (Eingabe: Felix Frost) ges./korr.: Schubert |
| Opfergruppe: | politisch Verfolgter |
| Quellen: | Schulze, Heiko (Hg.): 125 Jahre Osnabrücker SPD: 1875 - 2000. Osnabrück, 2000.; Wilhelm van Kampen u. Tilman Westphalen (Hg.): 100 Jahre SPD in Osnabrück: 1875 ? 1975. Ausgewählte Kapitel zur Geschichte der Arbeiterbewegung in Osnabrück. Osnabrück, 1975. |
| Patenschaft: | vergeben |
| Verlegetermin: | 26. Juni 2008 |
Felix NUSSBAUM
geboren am 11.12.1904 in Osnabrück
| Straße: | Schloßstr. 11 |
| Stadtteil: | Wüste |
| Todesdatum: | Unbekannt |
| Todesort: | KZ Auschwitz |
| | Felix Nussbaum war der jüngste Sohn von Rahel und Philipp Nussbaum. Philipp war gemeinsam mit Simon Gossels Inhaber der Eisenhandelsgesellschaft "Gossels u. Co.", Große Hamkenstraße 6. Er heiratete 1900 in Bünde Rahel van Dyk. Zusammen hatten sie zwei Söhne. Der jüngere Sohn, der Maler Felix Nussbaum, geb. 1904 in Osnabrück, meldete sich 1923 zum Studium der bildenden Kunst nach Berlin ab. 1932 siedelte er als Studiengast der Deutschen Akademie in die Villa Massimo nach Rom über. Er kehrte nach 1933 nie wieder nach Deutschland zurück und war bis Anfang 1935 mit seiner Lebensgefährtin Felka Platek in Italien gemeldet. Dann gelangten die beiden über eine kurze Station in Paris nach Ostende und ab 1937 nach Brüssel. Im Oktober 1937 heirateten Felix Nussbaum und Felka Platek. Anfang Mai 1940 wurde Felix Nussbaum mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien als "Feindlicher Ausländer" verhaftet und im Lager St. Cyprien (Pyrenäen/ Frankreich) interniert, von wo aus er floh. Die nächsten Jahre verbrachten Felix Nussbaum und seine Frau in Brüssel, ab Frühjahr 1943 in einem Versteck. Am 20.6.1944 wurden die beiden durch die Deutsche Wehrmacht verhaftet und Ende Juli 1944 von Brüssel nach Auschwitz deportiert. Der Transport traf am 2. August ein. Die belgischen Behörden haben den amtlichen Todestag des Paares auf den 9. August 1944 festgelegt. |
| | Auch der älteste Sohn Justus, geb. 1901 in Osnabrück, wurde nach der Flucht ins holländischen Exil im Spätsommer 1944 von Amsterdam aus deportiert. Sein amtliches Todesdatum wurde auf den 7. bzw. 31.12.1944 datiert. Philipp Nussbaum reiste mit seiner Frau 1933 als "Pensionär" in die Schweiz, von dort aus weiter nach Italien. 1935 kehrte das Ehepaar nach Köln zurück. Nach der Pogrom-Nacht 1938 emigrierten Philipp und Rahel Nussbaum nach Amsterdam. Von dort aus wurden sie am 8. Februar 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. |
| | (Eingabe: Judith Brüggemann) ges./korr.: Schubert |
| Opfergruppe: | Jude |
| Quellen: | Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³. |
| Patenschaft: | Felix-Nussbaum-Gesellschaft e.V. |
| Verlegetermin: | 2. März 2010 |
Justus NUSSBAUM
geboren am 01.03.1901 in Osnabrück
| Straße: | Augustenburgerstr. 86 |
| Stadtteil: | Weststadt |
| Todesdatum: | 12.7. bzw. 07. bzw. 31.12.1944 |
| Todesort: | KZ Stutthof |
| | Justus Nussbaum war der Sohn von Rahel und Philipp Nussbaum. Philipp war zusammen mit Simon Gossels Inhaber der Eisenhandelsgesellschaft "Gossels u. Co.". Justus Nussbaum meldete sich zusammen mit Alfred Gossels, dem Sohn Simon Gossels, von Oktober 1933 bis Januar 1934 nach Haifa/ Palästina ab. Nach der Rückkehr führten die beiden die Firma ihrer Väter in Form einer "Autoverwertung" an der Kleinen Hamkenstraße 4 weiter. Im Juli 1937 emigrierte Justus Nussbaum zusammen mit seiner Frau Sofie Herta, geb. Bein, und seiner kleinen Tochter Marianne nach Amsterdam. Dort eröffnete er gemeinsam mit Alfred Gossels, welcher zeitgleich emigrierte, die "Wemeta Kompagnie", einen Schrotthandel, der wegen seiner Metallschmelzerei für die deutsche Rüstungsindustrie herangezogen wurde. Dadurch war Justus Nussbaum einige Zeit geschützt, wurde aber letzendlich mit seiner Frau und seiner Tochter von Holland aus nach Auschwitz deportiert, wo die beiden starben. Justus Nussbaum wurde bei der Evakuierung von Auschwitz noch ins Konzentrationslager Stutthof "verlegt" und dort ermordet. |
| | (Eingabe: Judith Brüggemann) ges./korr.: Schubert |
| Opfergruppe: | Jude |
| Quellen: | Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³. Bundesarchiv Koblenz: Todesdatum 12.7.1944 |
| Patenschaft: | Felix-Nussbaum-Gesellschaft e.V. |
| Verlegetermin: | 2. März 2010 |
Marianne NUSSBAUM
geboren am 06.04.1935 in Osnabrück
| Straße: | Augustenburgerstr. 86 |
| Stadtteil: | Weststadt |
| Todesdatum: | 06.09.1944 (amtliches Todesdatum) |
| Todesort: | KZ Auschwitz |
| | Marianne wurde als Tochter von Sofie Herta und Justus Nussbaum am 6. April 1935 geboren. Im Juli 1937 emigrierte die Familie nach Amsterdam. Dort eröffnete ihr Vater gemeinsam mit dem Osnabrücker Alfred Gossels, welcher zeitgleich emigrierte, die "Wemeta Kompagnie", einen Schrotthandel, der wegen seiner Metallschmelzerei für die deutsche Rüstungsindustrie herangezogen wurde. Dadurch war die Familie einige Zeit geschützt, wurde aber letzendlich von Holland aus nach Auschwitz deportiert, wo Sofie Herta und Marianne Nussbaum starben. Justus Nussbaum wurde bei der Evakuierung von Auschwitz noch ins Konzentrationslager Stutthof "verlegt" und dort ermordet. |
| | (Eingabe: Judith Brüggemann) ges./korr.: Schubert |
| Opfergruppe: | Jüdin |
| Quellen: | Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³. |
| Patenschaft: | vergeben |
| Verlegetermin: | 2. März 2010 |
Philipp NUSSBAUM
geboren am 22.08.1872 in Emden
| Straße: | Schloßstr. 11 |
| Stadtteil: | Wüste |
| Todesdatum: | 11.2.1944 |
| Todesort: | KZ Auschwitz |
| | Philipp Nussbaum war gemeinsam mit Simon Grossels Inhaber der Eisenhandelsgesellschaft "Gossels u. Co.", Große Hamkenstraße 6. Er heiratete 1900 in Bünde Rahel van Dyk. Zusammen hatten sie zwei Söhne. Der jüngere Sohn, der Maler Felix Nussbaum, geb. 1904 in Osnabrück, meldete sich 1923 zum Studium der bildenden Kunst nach Berlin ab. 1932 siedelte Felix Nussbaum als Studiengast der Deutschen Akademie in die Villa Massimo nach Rom über. Er kehrte nach 1933 nie wieder nach Deutschland zurück. Bis Anfang 1935 war er mit seiner Lebensgefährtin Felka Platek in Italien gemeldet. Dann gelangten sie über eine kurze Station in Paris nach Ostende und ab 1937 nach Brüssel. Im Oktober 1937 heirateten Felix Nussbaum und Felka Platek. Anfang Mai 1940 wurde Felix Nussbaum mit dem Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien als "Feindlicher Ausländer" verhaftet und im Lager St. Cyprien (Pyrenäen/ Frankreich) interniert, von wo aus er floh. Die nächsten Jahre verbrachten Felix Nussbaum und seine Frau in Brüssel, ab Frühjahr 1943 in einem Versteck. Am 20.6.1944 wurden sie durch die Deutsche Wehrmacht verhaftet und Ende Juli 1944 von Brüssel nach Auschwitz deportiert. Der Transport traf am 2. August ein. Die belgischen Behörden haben den amtlichen Todestag des Paares auf den 9. August 1944 festgelegt. |
| | Auch der älteste Sohn Justus, geb. 1901 in Osnabrück, wurde nach der Flucht ins holländischen Exil im Spätsommer 1944 von Amsterdam aus deportiert, sein amtliches Todesdatum wurde auf den 7. bzw. 31.12.1944 datiert. Philipp Nussbaum reiste mit seiner Frau 1933 als "Pensionär" in die Schweiz, von dort aus weiter nach Italien. 1935 kehrte das Ehepaar nach Köln zurück. Nach der Pogrom-Nacht 1938 emigrierten Philipp und Rahel Nussbaum nach Amsterdam. Von dort aus wurden sie am 8. Februar 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und dort am 11. Februar ermordet. |
| | (Eingabe: Judith Brüggemann) ges./korr.: Schubert |
| Opfergruppe: | Jude |
| Quellen: | Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³. |
| Patenschaft: | Felix-Nussbaum-Gesellschaft e.V. |
| Verlegetermin: | 2. März 2010 |
Rahel NUSSBAUM, geb. van Dyk
geboren am 14.03.1873 in Bunde
| Straße: | Schloßstr. 11 |
| Stadtteil: | Wüste |
| Todesdatum: | 11.2.1944 |
| Todesort: | KZ Auschwitz |
| | Rahel van Dyk heiratete 1900 den Kaufmann Philipp Nussbaum, welcher gemeinsam mit Simon Gossels Inhaber der Eisenhandelsgesellschaft "Gossels u. Co." war. Das Ehepaar hatte zwei Söhne. Der jüngere Sohn Felix, geb. 1904 in Osnabrück, meldete sich 1923 zum Studium der bildenden Kunst nach Berlin ab. 1935 war Felix Nussbaum in Italien gemeldet, dann in Ostende und später emigrierte er nach Brüssel. 1940 erfolgte die Internierung im Lager St. Cyprien, von wo aus er floh. Schließlich wurde er mit seiner Frau Fajga (Felka) Platek Ende Juli 1944 von Brüssel nach Auschwitz deportiert. Nach Kriegsende wurde Felix Nussbaum "für tot erklärt". Auch der älteste Sohn Justus, geb. 1901 in Osnabrück, wurde deportiert. Sein amtliches Todesdatum wurde auf den 7.12.1944 datiert. Philipp Nussbaum reiste mit seiner Frau Rahel 1933 als "Pensionär" in die Schweiz, von dort aus weiter nach Italien. 1935 kehrte das Ehepaar nach Köln zurück. Nach der Pogrom-Nacht 1938 emigrierten Philipp und Rahel Nussbaum nach Amsterdam. Von dort aus wurden sie am 8. Februar 1944 in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und 2 Tage später ermordet. |
| | (Eingabe: Judith Brüggemann) ges./korr.: Schubert |
| Opfergruppe: | Jüdin |
| Quellen: | Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³. |
| Patenschaft: | Felix-Nussbaum-Gesellschaft e.V. |
| Verlegetermin: | 2. März 2010 |
Sofie Herta NUSSBAUM, geb. Bein
geboren am 07.01.1910 in Oberhausen
| Straße: | Augustenburgerstr. 86 |
| Stadtteil: | Weststadt |
| Todesdatum: | 06.09.1944 (amtliches Todesdatum) |
| Todesort: | KZ Auschwitz |
| | Sofie Herta Bein heiratete den Kaufmann Justus Nussbaum im Jahr 1930. Dieser meldete sich zusammen mit Alfred Gossels, Sohn von Simon Gossels, von Oktober 1933 bis Januar 1934 nach Haifa/ Palästina ab. Nach der Rückkehr führten die beiden die Firma ihrer Väter in Form einer "Autoverwertung" an der Kleinen Hamkenstraße 4 weiter. Im Juli 1937 emigrierte Sofie Herta zusammen mit ihrem Mann Justus und ihrer kleinen Tochter Marianne nach Amsterdam. Dort eröffnete er gemeinsam mit Alfred Gossels, welcher zeitgleich emigrierte, die "Wemeta Kompagnie", einen Schrotthandel, der wegen seiner Metallschmelzerei für die deutsche Rüstungsindustrie herangezogen wurde. Dadurch war die Familie einige Zeit geschützt, wurde aber letzendlich von Holland aus nach Auschwitz deportiert, wo Sofie Herta und ihre Tochter Marianne starben. Justus Nussbaum wurde bei der Evakuierung von Auschwitz noch ins Konzentrationslager Stutthof "verlegt" und dort ermordet. |
| | (Eingabe: Judith Brüggemann) ges./korr.: Schubert |
| Opfergruppe: | Jüdin |
| Quellen: | Junk, Peter/ Sellmeyer, Martina: Stationen auf dem Weg nach Auschwitz. Bramsche: Rasch Verlag 2000³. |
| Patenschaft: | vergeben |
| Verlegetermin: | 2. März 2010 |
Die inhaltliche Verantwortung für die Opferbiografien liegt beim "Initiativkreis Stolpersteine".