Am Kollegienwall 14 und 14a stand das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gewerkschaftshaus, in dem sich bis zur Besetzung durch die Nationalsozialisten am 11. März 1933 zahlreiche sozialdemokratische und gewerkschaftliche Einrichtungen befanden. Mit den Stolpersteinen wird der verfolgten und ermordeten Sozialdemokraten und Gewerkschafter gedacht, die am Kollegienwall ihre Wirkungsstätte hatten. Es werden Steine für den Gewerkschaftssekretär und SPD-Vorsitzenden Fritz Szalinski, das führende SPD-Mitglied und Geschäftsführer der AOK Osnabrück, Wilhelm Mentrup, das führende SPD-Mitglied und Direktor des Arbeitsamtes, Heinrich Groos, den SPD-Parteigeschäftsführer Heinrich Niedergesäß und den Gewerkschaftssekretär und Provinziallandtagsabgeordneten Gustav Haas verlegt.
Fritz Szalinski (1878-1945), Wilhelm Mentrup (1877-1945), Heinrich Groos (1876-1944) und Heinrich Niedergesäß (1883-1945) wurden im Rahmen der nach dem Attentat auf Adolf Hitler vom 20. Juli 1944 einsetzenden Verhaftungswelle Anfang August im Arbeitserziehungslager Ohrbeck inhaftiert. Von dort wurden die Häftlinge in das KZ Neuengamme deportiert. Fritz Szalinski verstarb am 15. Januar 1945 und Heinrich Groos am 20. Dezember 1944 an den unmenschlichen Bedingungen der Haft. Wilhelm Mentrup und Heinrich Niedergesäß verloren ihr Leben am 3. Mai 1945 auf dem Häftlingsschiff "MS Thielbeck", das durch alliierte Bomber in der Lübecker Bucht versenkt wurde. Gustav Haas, geboren 1886, wurde schon früh Opfer der Nationalsozialisten. Mehrfache Inhaftierungen im Jahr 1933 ließen seinen Gesundheitszustand derart verschlechtern, dass er am 13. Oktober 1933 verstarb.