Gunter Demnig bezeichnet sich selbst als "Spurenleger". So hat er sich in seinem künstlerischen Werk der Aufgabe gewidmet, die Spuren, die Völkermord und Krieg hinterlassen haben, nachzuzeichnen.
In den Siebzigerjahren wurde Demnig in Berlin wegen einer Kunstaktion gegen den Vietnamkrieg verhaftet. Das war der Beginn seiner Karriere als politischer Künstler. 1985 brachte Demnig zur Hamburger Friedensbiennale rund 1200 Friedens- und Freundschaftsverträge aus über 4000 Jahren Menschheitsgeschichte auf eine zwölf Meter lange dünne Rolle aus Dachdeckerblei auf. Zur Erinnerung an die Deportation der Sinti und Roma aus Köln im Jahr 1940 zog er eine Kreidespur durch Köln, die den Weg der Deportierten vom Sammelplatz bis zur Verladerampe nachzeichnete. Um diese Spur dauerhaft zu erhalten, hat er sie an einigen Stellen als Schriftzug in Messing geprägt. Dieses Projekt gilt als Vorläufer des Projektes Stolpersteine.
1997 verlegt Demnig, zunächst ohne Genehmigung, die ersten Stolpersteine in Berlin-Kreuzberg. Seit 2000 folgen Köln, Hamburg, Frankfurt und wieder Berlin und zahllose weitere kleine und große bundesdeutsche Städte und Gemeinden.
Mittlerweile beteiligen sich nicht nur in Deutschland, sondern auch im europäischen Ausland zahlreiche Städte an dem Projekt. Jeder Stein steht dabei auch symbolisch für die anderen Opfer des Nazi-Regimes. Dem Anspruch, jedem Opfer mit einem einzelnen Stein zu gedenken, kann der Künstler in Anbetracht der vielen Millionen Menschen, die hierzu zu rechnen sind, nicht gerecht werden.

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