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Kultur- und Landschaftspark Piesberg 

Tiere und Pflanzen

Kormorane
Kormorane auf den Schlammteichen
Kormorane
Natternkopf
Natternkopf (Echium vulgare)
Natternkopf
 
Am Piesberg wurde gegraben, gesprengt und wieder aufgeschüttet, sodass kaum ein Stein mehr auf dem anderen liegt. Durch den Betrieb des Steinbruchs entstanden und entstehen waldfreie und vegetationslose, teilweise sehr verdichtete Flächen, hohe und steile Halden, viele Kleingewässer, die sich ständig verändern und humusarme, unentwickelte und instabile Rohböden bilden. Gerade deshalb entwickelte sich mit den Jahren ein strukturreicher und dynamischer Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Auf den Halden mit humusarmen Rohböden siedeln sich lichtbedürftige und anspruchslose Pionierpflanzen wie die Königskerze, der Gewöhnliche Natternkopf oder der Huflattich an. Pflanzenspezialisten, die auf instabile Extremstandorte eingestellt sind, breiten sich vielerorts zu bunten Blühteppichen aus. In den Randbereichen des Steinbruchs entwickelten sich Gebüsche und Kleingehölze aus Sal-Weiden mit Birken und Zitter-Pappeln. Die Ausdehnung dieser Sukzessionsgebüsche und ihre Weiterentwicklung zu Pionierwäldern - mit einer für den Piesberg typisch ausgeprägten Krautschicht aus Draht-Schmiele und Adlerfarn - bis hin zu einem Wald mit Buchen, Stiel-Eichen und Trauen-Eichen, den am Piesberg ursprünglichen Baumarten, ist davon abhängig, wie lange die Flächen sich ungestört entwickeln können.

Das gilt auch für die Entwicklung der unterschiedlichen Gewässer am Piesberg: Schlammteiche mit Verlandungsbereichen, ältere naturnahe Gewässer und sommertrockene Gewässer. Hier findet man je nach Alter und Wasserstand entweder ausgedehnte Röhrichte aus Schilfrohr und Rohrkolben oder Binsen und Seggen. Von den Gewässern profitieren vor allem die Amphibien, die hier mit 80 Prozent des potenziellen Artenspektrums vertreten sind. Verschiedene Arten der Roten Liste wie die Kreuzkröte, der Teichfrosch, der Seefrosch oder der Kamm-Molch finden in den durch die Gesteinswäsche entstandenen ehemaligen Absetzbecken der Steinindustrie Lebensräume aus zweiter Hand. Neben den Amphibien bilden auch die Vorkommen von 15 der 18 in Niedersachsen beheimateten Fledermausarten in den ehemaligen Bergwerksstollen und der streng geschützte, hier brütende Uhu eine Besonderheit.

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