In einer weiten Ebene mit riesigen sumpfigen Wäldern wuchsen Siegelbäume, Schuppenbäume, riesige Farne und Schachtelhalme. Kein Vogel sang, nicht einmal Flugsaurier segelten durch die Lüfte. Sie sollten sich erst viele Millionen Jahre später entwickeln. In diesen Wäldern schwirrten Ur-Insekten, die den heutigen Libellen ähnlich sahen und bis zu 70 Zentimeter Flügelspannweite erreichten. Das Klima war tropisch warm und feucht.
Wenn ein Baum bei einem Sturm abbrach und umfiel, zersetzten sich seine Reste im sauerstoffarmen Sumpf nur wenig. So war es auch mit den anderen Pflanzenresten. Von Zeit zu Zeit zerstörten riesige Überschwemmungen den Wald und deckten ihn mit Schlamm, Sand und Kies zu.
Darauf wuchs ein neuer Wald, den die nächste Flut zudeckte. So türmte sich Schicht auf Schicht Reste ehemaliger Wälder und Flussablagerungen. Die Schichten wurden immer stärker zusammengepresst.
So entstanden im Lauf von Millionen Jahren aus den Pflanzenresten Steinkohleflöze. Schlamm und Sand verdichteten sich zu Ton- und Sandstein, Kies wurde zu Konglomerat. Manche Pflanzenreste aus dieser fernen Zeit sind zu Fossilien geworden oder haben ihre Gestalt als steinerne Abdrücke hinterlassen.
Der fossile Wurzelstock eines urzeitlichen Siegelbaumes, der im Piesberg in Osnabrück gefunden wurde, ist im Foyer des Museums zu sehen.
Am Ende der Steinkohlezeit im Übergang zum Perm wurde das Klima trockener und die ausgedehnten Sumpfwälder verschwanden. Samenfarne - die Bandblattbäume - und erste Nadelbäume konnten sich an die veränderten Umweltbedingungen anpassen. Neue Waldtypen entwickelten sich.
