"Im Jahr 2007 wurde bekannt, dass das englische Militär aus Osnabrück abziehen und deswegen 160ha Kasernenflächen sowie 1400 Wohneinheiten freisetzen würde. Aufgrund der Mitarbeit bei der Öffentlichkeitsbeteiligung Konversion keimte die Idee, ein in den 90ern nicht umgesetztes Projekt einer ökologischen Gemeinschaftssiedlung wieder aufleben zu lassen. Eine Handvoll Interessierter machte sich an die Arbeit."
Initiative „Gemeinschaftssiedlung Sonnenhügel“
Wir machten unser Projekt in den Medien bekannt und luden zu unseren regelmäßigen Treffen Fachleute ein, um uns u.a. über Finanzierungsmöglichkeiten, Rechtsformen für Gemeinschaftssiedlungen und Energiekonzepte sowie andere ökologische Aspekte beraten zu lassen. Zur Vorbereitung unserer Versammlungen wurden Arbeitsgruppen eingerichtet. Zum Thema Rechtsformen berieten wir uns intensiv mit einem Notar, der viel Herzblut in unser Projekt steckte. Vor allem unser Fünfer-Koordinatorenteam, das von einem Dreierteam abgelöst wurde, investierte viel Zeit und Kompetenzen sozialer, organisatorischer und gedanklicher Art, um unser Ziel zu erreichen.
Wir sind in unserer ca. vierjährigen Entwicklungsphase zu einem Projekt geworden, zu dem Familien, Partnerschaften und Alleinlebende gehören. Der Gemeinschafts- und Unterstützungsgedanke steht natürlich in unserer Satzung. Wir gehen jedoch davon aus, dass Zusammengehörigkeitsgefühl nicht verordnet, sondern nur im Alltagsleben entwickelt werden kann. Wir sehen diesem Prozess zuversichtlich entgegen, da wir in unserer Entstehungsphase immer wieder gute Erfahrungen mit unserem Einigungswillen und Gemeinschaftssinn gemacht haben. Dabei ist zu erwähnen, dass unserem Projekt keine religiösen, weltanschaulichen oder politischen Motivationen zugrunde liegen. Allerdings werden ökologische Aspekte – nachdem bei einigen Häusern schon die Wärmedämmung nachgerüstet wurde – lebhaft diskutiert in Bezug auf die private Gartengestaltung, die Regenwassernutzung und eine mögliche Sammelheizungsanlage.
Wir haben früh die Notwendigkeit gesehen, unsere Gemeinschaft auf ein solides juristisches Fundament zu stellen. Als Rechtsform haben wir uns für die Kombination von Eigentum und Miteigentümergemeinschaft entschieden: Die Reihenhäuser werden auf einem Eigentumsgrundstück erworben. Damit verbunden ist – grundbuchlich abgesichert – ein vererbbarer bzw. veräußerbarer Anteil von 1/19 der Gemeinschaftsflächen. Die Verwaltung des Gemeinschaftseigentums geschieht auf der Grundlage einer Satzung der Miteigentümergemeinschaft (Bruchteilsgemeinschaft). Dort sind detailiert die Rechte und Pflichten der Beteiligten geregelt. Klare Regularien zur Finanzierung des Projektes , insbesondere für den Bau des Gemeinschaftshauses, waren dabei von besonderer Bedeutung.
Juristische Absicherung war uns auch für den Kaufprozess wichtig. Nur so war es uns möglich, aus einem losen Interessenverbund zu einer verlässlichen Käufergemeinschaft zu werden.
Wir 28 SonnenhüglerInnen in 19 Häusern sind uns sicher, dass wir die Pionierarbeit nicht zu einem vorerst guten Ende gebracht hätten, wenn unsere Interessengruppe von ca. 40-50 Parteien nicht über einen harten Kern verfügt hätte, der immer wieder bereit war, auf Individualinteressen zu verzichten zugunsten des Gemeinschaftsprojektes: 19 Reihenhäuser in drei parallel zueinander liegenden Straßenzügen auf dem Hügel des zentrumsnahen Sonnenhügelquartiers, umgeben von größeren Freiflächen als Gemeinschaftseigentum, die mit viel Grün gestaltet werden sollen. Dort werden wir mittelfristig auch ein Gemeinschaftshaus bauen, das von uns vielfältig genutzt werden wird, aber auch für unsere Nachbarschaft und darüber hinaus offen sein soll.
Für Rückfragen stehen wir jederzeit gern zur Verfügung (projekt.sonnenhügel@gmx.de). Wenn unsere Erfahrungen dazu beitragen können, dass andere Gemeinschaften mit Erfolg über die Ziellinie kommen, würde es uns freuen.
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