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19.06.2017

Wissenschaft erleben – Wissenschaft vermitteln

Osnabrücker Planetariumsleiter flog mit dem NASA/DLR Forschungsflugzeug SOFIA näher zu den Sternen

SOFIA, das Stratosphären-Observatorium für Infrarot-Astronomie, ist ein Jumbojet B747, in den ein Teleskop mit einem 2,7 Meter-Spiegel eingebaut wurde. Dr. Andreas Hänel, Leiter des Osnabrücker Planetarium im Museum am Schölerberg, konnte Ende Mai von Kalifornien aus an Bord dieses Forschungsflugzeugs den Wissenschaftlern bei ihren Beobachtungen über die Schultern schauen können.

S O F I A.
(S O F I A) SOFIA, das StratosphärenObservatorium für Infrarot-Astronomie, ist ein Jumbojet B747 mit einem Teleskop, das von der amerikanischen NASA und dem deutschen DLR finanziert wird (Foto: NASA).

Beobachtungen der Wärme- oder Infrarotstrahlung von den Objekten im Weltraum sind schwierig, da vor allem der Wasserdampf in der Erdatmosphäre diese Strahlung nicht durchlässt. Die Teleskope müssen daher auf hohen Bergen gebaut oder mit Satelliten ins Weltall gestartet werden. Kostengünstiger als Satelliten ist ein Teleskop auf einem Flugzeug. Dafür wurde von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA ein Jumbojet umgebaut und darin ein Fernrohr installiert, das unter der Leitung des Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) gebaut wurde. Mit verschiedenen austauschbaren Zusatzinstrumenten wird das Licht von kosmischen Gas- und Staubwolken untersucht, in denen junge Sterne entstehen und die nur im infraroten Licht erkennbar sind. Dafür fliegt das Observatorium in bis zu 14 Kilometern Höhe in die Stratosphäre. Stationiert ist es die meiste Zeit in Palmdale in Kalifornien, von wo aus die Forschungsflüge gemacht werden.

Im Rahmen des Öffentlichkeitsprogramms dürfen zweimal im Jahr je vier Lehrerinnen und Lehrer im SOFIA German Ambassador Program (SGAP) mitfliegen, um dadurch an der Forschung unmittelbar teilhaben zu können. Damit soll die Faszination und Begeisterung der Wissenschaftler direkt an die Schüler vermittelt und der Nachwuchs für natur- und ingenieurwissenschaftliche Themen interessiert werden. Da Schulklassen auch das Osnabrücker Planetarium besuchen, hatte sich Hänel für das Auswahlverfahren beworben und wurde angenommen. Gemeinsam mit drei Lehrern wurde er zunächst im Deutschen SOFIA-Institut in Stuttgart auf den Flug vorbereitet, bevor es am Samstag, 20. Mai, Richtung Los Angeles ging.

Nach einigen Vorbereitungen, Führungen und Einweisungen war der ersehnte Tag gekommen.  Nach Erreichen der Flughöhe von zehn Kilometer wurde die Teleskop-Luke geöffnet und bald konnten die ersten Sterne durch die Sucherteleskope auf der Konsole gesichtet werden. Die Flugroute ging nach Nordosten und nördlich über die kanadische Grenze, dann zurück nach Texas und dann in westlicher Richtung zurück. Dabei wurden der Polarstern, ein Kleinplanet, heiße Sterne und junge Sterne mit Staubhüllen und eine Galaxie mit heftiger Sternentstehung beobachtet.

Bei einem zweiten Flug wurden einige Objekte aus der vorherigen Nacht wieder beobachtet, andere kamen hinzu. Am Schluss wurden dann noch einige Rütteltests gemacht, mit denen die Ingenieure das Verhalten des Teleskops testen wollten. Während des Flugs konnte Andreas Hänel Nachtaufnahmen von amerikanischen Städten gewinnen und auch kurze Videosequenzen, die später im Planetarium gezeigt werden sollen.

Nach den Sommerferien wird Dr. Andreas Hänel am Donnerstag, 10. August, um 19.30 Uhr in einem Vortrag über den Flug und seine Erfahrungen ausführlich berichten.

SOFIA, das Stratosphären Observatorium Für Infrarot Astronomie, ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR; Fond: 50OK0901) und der National Aeronautics and Space Administration (NASA). Es wird auf Veranlassung des DLR mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg und der Universität Stuttgart durchgeführt. Der wissenschaftliche Betrieb wird auf deutscher Seite vom Deutschen SOFIA Institut (DSI) der Universität Stuttgart koordiniert, auf amerikanischer Seite von der Universities Space Research Association (USRA). Die Entwicklung der deutschen Instrumente ist finanziert mit Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).



www.osnabrueck.de

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