Schrebergärten haben heute nicht mehr viel gemein mit der Idee von Dr. Schreber. Der Arzt hatte 1836 die revolutionäre Idee, für die Kinder der Leipziger Industriearbeiter Spielplätze im Grünen zu schaffen, um ihre Gesundheit zu stärken. Nach Schrebers Tod führte Schuldirektor Dr. Hauschild die Idee weiter fort.
Es wurde ein Schulverein gegründet und der "Schreberplatz" angelegt, an dem der Lehrer Gesell dann kleine Gärtchen anlegte, in denen Kinder das Gärtnern lernen sollten. Da die Kinder daran bald die Lust verloren, verwilderten die Gärtchen. Schließlich griffen die Eltern selbst zum Gartenwerkzeug. Aus den Kinderbeeten am Rande der Schreber’schen Spielwiese wurden Familienbeete, die man später parzellierte und einzäunte. Die ersten so genannten "Schrebergärten" waren entstanden, obwohl der Namenspatron diese Form so nicht geplant hatte.
Der Gedanke, der der Gründung von Kleingärten für die seinerzeit bedürftige Bevölkerung zugrunde lag, wäre vermutlich auch in seinem Sinne gewesen. Etwa zur gleichen Zeit entstanden in anderen Industriestädten ähnliche Anlagen, die als Armengärten oder Sozialgärten bezeichnet wurden.
Auch heute noch orientiert sich das Bundeskleingartengesetz an der Idee, Gartenland zu einem günstigen Pachtzins für folgende Aktivitäten zur Verfügung zu stellen:
- zur Gewinnung von Gartenerzeugnissen für den Eigenbedarf
- zur Erholung und
- für gemeinschaftliche Aktivitäten.