Navigation über die Inhaltsbereiche dieser Seite

Der Hauptinhaltsbereich - hier finden Sie Artikel zum Thema Amphibien

Amphibien

Für den Piesberg trifft der Begriff der "industriegemachten Flussauen-Dynamik" zu. Er bietet somit Ersatz für Biotope, die aus der Landschaft nahezu verschwunden sind. Neben noch weit verbreiteten Arten wie Erdkröte, Grasfrosch und Teichmolch, kommen mit Kreuzkröte, Grünfröschen, Feuersalamander, Berg- und Kamm-Molch Arten vor, die in der Roten Liste als "gefährdet" geführt werden. Besonders für die zahlreich vorkommende Kreuzkröte stellt der Piesberg ein herausragendes Insel- und Rückzugsbiotop dar. Aufgrund ihrer Anpassung an dynamische Lebensräume gilt diese Pionierart als Leitart für das Gebiet.

Was zieht Frösche, Molche und Kröten zum Piesberg?

Die große Bedeutung des Piesbergs für die Amphibien liegt darin begründet, dass im Steinbruch des Piesbergs eine Vielzahl unterschiedlicher Gewässer, wie zum Beispiel kurzzeitige Gewässer (Pfützen), permanent wasserführende Stillgewässer (Teiche, Seen) und Abzugsgräben im Zuge des Steinabbaus entstanden sind.

Eine Besonderheit des Piesbergs stellt die ständige Veränderung innerhalb der Lebensräume dar, die durch das Eingreifen des Menschen verursacht wird. So entstehen an wechselnden Orten sich ständig verändernde Kleingewässer mit offenen, vegetationslosen und sonnigen Bereichen, die fischfrei und nährstoffarm sind.

Außer geeigneten Laichgewässern brauchen Amphibien geeignete Sommer- und Winterlebensräume, wie feuchte Wiesen und Wälder. Die noch um den Steinbruchkrater vorhandenen Wälder des Piesbergs erfüllen hier eine wichtige Funktion. Ihre Erreichbarkeit kann für die Amphibien, die Steilwände nicht erklimmen können, in vielen Bereichen des Piesbergs verbessert werden.

Die Kreuzkröte

Die Kreuzkröte verdankt ihren Namen dem hellgrauen Strich auf ihrem "Kreuz" beziehungsweise Rücken. Sie zählt in Niedersachsen zu den gefährdeten Arten. Im Osnabrücker Hügelland gilt sie sogar als vom Aussterben bedroht. Durch ihre warzige, bräunlich-graue oder auch gelblich-grüne Haut ist sie in ihren ursprünglichen Lebensräumen gut getarnt. Dazu gehören unter anderen Schwemmsandbereiche in Fluss- und Bachauen sowie offene Landschaften mit spärlicher Pflanzendecke und lockeren sandigen Böden. Solche Landschaftselemente sind in unserer Kulturlandschaft nur noch selten anzutreffen. Im Piesberg hat sich aufgrund des Gesteinsabbaus ein ähnlicher Lebensraum entwickelt.

Als erfolgreiche Pionierart besitzt die Kreuzkröte spezielle Eigenschaften, die ihr ein Leben an solchen Standorten ermöglicht. Durch ihre kurzen Hinterbeine hat sie einen schnellen mausähnlichen Lauf. Dadurch legt sie Strecken von bis zu 15 Kilometer zurück. Außerdem ist sie ein Laichplatz-Vagabund, das heißt sie hat im Gegensatz zu vielen anderen Amphibien keine echte Bindung an ein bestimmtes Gewässer.

Die Kreuzkröte profitiert deshalb von den Abbauflächen am Piesberg. Dort auf der undurchlässigen Sohle, in verdichteten Fahrspuren und auf Rangierflächen des Steinbruchs sammelt sich das Regenwasser. Solche zeitlich begrenzten, flachen und wenig bewachsenen Gewässer, die sich schnell in der Sonne erwärmen, bevorzugt die Kreuzkröte zum Laichen. Die Kreuzkröte wird schneller als alle anderen Amphibienarten erwachsen. Bevor das Laichgewässer ausgetrocknet ist, gelingt es der Kreuzkröte ihre Entwicklung − vom Ei über die Kaulquappe bis zur Kröte − abzuschließen und sich auf die Suche nach geeigneten Folgelebensräumen zu begeben.

Zum Herunterladen


www.osnabrueck.de

Datenschutz | Impressum | Urheberrechte © 1996-2017: Stadt Osnabrück | Tel: 0541 323-0

zum Seitenanfang mit der Seitenbereichsnavigation springen