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Kulturgeschichtliche Vergangenheit

Die erste urkundliche Erwähnung eines so genannten "Kohlebrechers" am Piesberg findet sich im Jahre 1461. Zu ihnen gehörten zunächst die Eigentümer des betroffenen Grund und Bodens (Bewohner der Gemeinden Pye und Lechtingen), die nach deutschem Gewohnheits-Bergrecht das Recht hatten, die vorhandenen Rohstoffe abzubauen. Die gewonnene Kohle wurde an die bei Osnabrück gelegenen Kalköfen geliefert.

Die nur spärlichen Gewinne, die die Stadt Osnabrück dadurch erwirtschaftete, führten 1647 zur Verpachtung der Anlage. Mit dem Ende des Pachtvertrags im Jahre 1730 erfolgte, wieder unter städtischer Leitung, die Intensivierung des Abbaus. Der zunächst nur im nördlichen Teil des Geländes (Nähe der Johannissteine) betriebene Abbau wurde durch den Bau des Lücker und des Mosberger Stollens ausgeweitet.

Die Gewinne des Bergwerks steigerten sich lange Zeit kontinuierlich. Im Jahre 1848 erwirtschaftete es 48 Prozent der städtischen Einnahmen und beschäftigte rund 1500 Arbeitskräfte. Dies hing nicht zuletzt auch damit zusammen, dass man seit 1768 auch die Stubenheizungen mit Steinkohle befeuerte. 1830 beschloss man den Bau des Lechtinger Oberstollens sowie der Lechtinger Kaue (Gebäude, in dem sich die Belegschaft umkleidet und nach der Schicht waschen kann), die gleichzeitig als Eingangsgebäude zum Stollen genutzt wurde. Die herrschaftliche Architektur dieses Gebäudes repräsentierte den wirtschaftlichen Aufschwung der Zeche zu jener Zeit. Einige Jahre später erfolgten weitere bauliche Maßnahmen wie zum Beispiel der Bau der Zweigbahn (Hauptstrecke zum Piesberg), des Hasestollens und des Piesberger Gesellschaftshauses.

Um der steigenden Nachfrage und den Qualitätsansprüchen nachkommen zu können, begann man 1868 mit den Teufarbeiten, das heißt dem Vordringen der Stollen in größere Tiefen. Wenig später traten durch Wassereinbrüche erste gravierende Probleme auf, die den Betrieb zeitweilig zum Stillstand brachten, aber zunächst durch den Aufbau von Wasserhaltungsmaschinen gelöst werden konnten. Als die Wassermassen 1898 nochmals sprunghaft anstiegen und sich die Situation zudem durch eine sich über mehrere Monate hinziehende Streikbewegung für die Beibehaltung von sieben katholischen Feiertagen verschärfte, kam es im Juni jenes Jahres zur Schließung der Zeche. 1500 Bergleute verloren ihre Arbeit, viele wanderten ab, einige konnten in dem seit Mitte des 19. Jahrhunderts betriebenen Steinbruch Arbeit finden und so ihre Existenz sichern. Zwischen 1947 und 1951 wurde die Steinkohlegewinnung nochmals kurzfristig aufgenommen, um die Bevölkerung in der Notzeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit Heizmaterial zu versorgen.

Nach der Zechenschließung baute der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hütten-Verein den ebenfalls am Piesberg gelegenen Steinbruch weiter aus, bis schließlich 1923 die Klöckner-Werke AG den Betrieb übernahm. Heute wird der Steinbruch von der CEMEX Kies & Splitt GmbH betrieben. Die historischen Gebäude aus der Ära der Kohleförderung stehen unter Denkmalschutz und werden vom Museum Industriekultur Osnabrück, vom Piesberger Gesellschaftshaus e.V. und von den Osnabrücker Dampflokfreunden e.V. schrittweise saniert und restauriert.


www.osnabrueck.de

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